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Das Ende des Kaiju Eiga | Erste Wiederbelebungsversuche | Godzillas Rückkehr | Die neue Mothra
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Das Ende des Kaiju EigaDie Zeit des Kaiju Eiga, des klassischen japanischen Monsterfilms, war in den siebziger Jahren mit Die Brut des Teufels: Konga, Godzilla, King Kong (Mekagojira no Gyakushu J 1975) abgelaufen. Es gab keine Jugendvorstellungen mehr, in denen man - nach Entrichtung eines Obulus von drei Mark mit der Kinderschar grölen konnte, wenn Godzilla und Angurus die Szenerie betraten. Das naiv-spielerische Element, welches den japanischen Monsterfilm auszeichnete, ist charakteristisch für die knapp 20 Jahre, in denen die Schöpfungen von Eiji Tsuburaya und Co. über die Kinoleinwände tobten. Spaß mußte es halt machen - und den hatte man am besten, wenn man sah, daß alles unwirklich war. Nach Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum (2001: A Space Odyssey GB 1968) durfte schon George Pal die Koffer packen; mit Spielbergs Mega-Produktionen erhielt Godzilla den Todesstoß. Realismus über alles, hieß und heißt die neue Devise. Wenn schon ein Ray Harryhausen sagt, die Stop Motion passe nicht mehr in unsere Zeit, dann gilt das in verstärktem Maße auch für die Gummimonster der Toho und Daiei. Der trendbewußte Teenager sieht lieber George Lucas' realistische Raumschiffe durchs All fliegen und schert sich einen Dreck um naive Tricks. |
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Erste WiederbelebungsversucheBereits 1980 gab es einen Vorstoß, dem Kaiju Eiga zu einem Comeback zu verhelfen, als die Daiei mit Uchu Kaiju Gamera (J 1980) noch einmal ihre Riesenschildkröte auf die Leinwand brachte. Das Projekt erwies sich zwar als Reinfall, darf im Nachhinein als Zeichen verstanden werden, daß der Monsterfilm noch nicht völlig tot war. Und wenig später kam es zu einem ersten Versuch, Godzilla nach Hollywood zu holen. Godzilla: King of the Monsters (USA 1983) sollte in Stop Motion und 3-D gedreht werden, kam aber letztlich nicht über das Vorbereitungsstadium hinaus. |
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Godzillas RückkehrTrotzdem gab es auch nach dem Ende des Kaiju Eiga noch genügend alte und junge Fans, die Godzilla und seine großen Spielkameraden lieben - speziell in Japan natürlich. So meldete sich Mitte der achtziger Jahre der zig-tausende Mitglieder zählende japanische Godzilla-Fanclub zu Wort und forderte eine Rückkehr des ursprünglichen, bösen Godzilla. Da der Club obendrein selbstverständlich von Toho gefördert wird, kam man diesem Wunsch flugs nach. Produzent Tomoyuki Tanaka kehrte an die Front zurück, und Koji Hashimoto inszenierte Godzilla - Die Rückkehr des Monsters (Gojira J 1984). Das Comeback war so erfolgreich, daß mit Godzilla, der Urgigant (Gojira tai Biorante J 1989) ein weiterer Godzilla-Film in die Kinos kam. Spätestens hier war unübersehbar, daß sich der japanische Monsterfilm grundlegend gewandelt hat. Die Tricks sind realistischer geworden, ohne aber ihren naiven Reiz zu verlieren; endlich finden sich Beziehungen zu Japans spezieller Mystik; die Schauspieler sind keine Knallchargen mehr und treten in ausgedehnten, aktualisierten Handlungen auf. Die Monster verschwinden zwar nicht im Hintergrund, haben aber endlich ebenbürtige »Partner« in den menschlichen Akteuren gefunden. Den Kaiju Eiga gibt es also wirklich nicht mehr, an seine Stelle sind spektakuläre und durchaus intelligent durchdachte Monsterfilme getreten. Zudem dauern die Filme nun über 100 Minuten, was ebenfalls auf eine Ausweitung der »Handlung« hindeutet.
Hatte es nach Godzillas Comeback noch fünf Jahre gedauert, bis der Startschuß für eine neue Produktion gegeben wurden, kehrte nun wieder eine gewisse Regelmäßigkeit ein. Es folgten die Streifen Godzilla - Duell der Megasaurier (Gojira tai Kingugidora J 1991) und Godzilla - Kampf der Saurier-Mutanten (Gojira tai Mosura J 1992), die in Deutschland zumindest auf Video veröffentlicht wurden und im Frühjahr 2003 im Fernsehen liefen, aber schon nicht mehr in die USA gelangten. Die letzten drei Filme Godzilla gegen Mechagodzilla II (Gojira tai Mekagojira J 1993), Godzilla gegen Spacegodzilla (Gojira tai Supesugojira J 1994) und Godzilla gegen Destroyer (Gojira tai Desutoroia J 1995) wurden komplett für den Verleih ins Ausland gesperrt, da 1993 die Vorbereitungen für das Hollywood-Remake begannen, das 1998 als Godzilla (Godzilla USA 1998) unter der Regie des Schwaben Roland Emmerich entstand und mit mit völlig neuem Monster-Design aus dem Computer den guten alten Kaiju Eiga weit hinter sich ließ. Obwohl bereits über eine Fortsetzung des recht erfolgreichen Hollywood-Godzillas nachgedacht wird, plant auch die Toho eifrig eine dritte Monsterserie (möglicherweise mit dem 1993 eingeführten »Baby Godzilla«), die voraussichtlich im Jahr 2000 gestartet werden soll. |
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Die neue MothraNach dem Abschluß der zweiten Godzilla-Reihe verzichtete die Toho keineswegs auf weitere Monstergeschäfte und brachte alsbald Mothra - Das Siegel der Elias (Mosura J 1996) in die japanischen Kinos. Die Monstermotte gehörte seit ihrem Debüt in Mothra bedroht die Welt (Mosura J 1961) zu den populärsten Leinwandpartnern von Godzilla. Genauso wie die letzten Godzilla-Filme wurde auch dieses Werk lange dem westlichen Publikum vorenthalten, so auch die Fortsetzungen Mothra II - Das versunkene Königreich (Mosura 2 - Kaitei no Daikessen J 1997) und Mothra III - King Ghidora kehrt zurück (Mosura 3 - Kingugidora Raishu J 1998), die erst im Frühjahr 2003 im deutschen Fernsehen liefen. Weitere Mosura-Filme sind vorerst nicht geplant. Thomas Deist Bernhard Kempen |
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