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Imax

Imax | Die Technik | Imax 3D | Imax Rides

Lexikon

Das Imax in Berlin
[Foto: Thomas Goethe/Imax Berlin]

Imax

Imax ist die Bezeichnung für ein neuartiges Filmprojektionssystem, das erstmals 1970 auf der Weltausstellung in Osaka vorgeführt wurde. Darin stecken die zwei Begriffe image und maximization, denn es geht darum, durch eine Vergrößerung des Bildes eine wesentlich bessere Qualität bei der Projektion im Kinosaal zu erreichen. Das Besondere an Imax ist das ungewöhnliche Format von 50 x 70 mm, das sogenannte »70 mm Megaformat«. Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen liegt das Bild quer auf dem 70-mm-Filmstreifen und ist insgesamt etwa zehnmal größer, was sich natürlich auch auf der Leinwand bemerkbar macht.

Imax Filmformat (15/70) im Vergleich zu den Filmformaten 70mm und 35mm.
[Abb.: Imax]

Kurz nach der Vorstellung eröffnete die Firma Imax Corporation das erste Imax-Kino in der kanadischen Stadt Toronto. Dort sitzt bis heute der Vertrieb für die Imax-Projektoren und -Projektionssysteme. 1973 wurde der erste Imax-Dome mit kuppelförmiger Leinwand eingeweiht, die das Gesichtsfeld des Zuschauers vollständig ausfüllt. 1994 führte man ein neues 3D-Projektionsverfahren ein, das die Schwächen älterer Systeme, die sich nie auf Dauer durchsetzen konnten, durch die riesige Leinwand wettmacht. 1997 wurde die Imax Corporation für ihre wissenschaftlichen und technischen Verdienste mit dem Oscar ausgezeichnet. Weltweit gibt es inzwischen etwa 170 Imax-Kinos, in Deutschland erst acht, doch es kommen laufend neue Theater hinzu.

Ähnlich wie in der Anfangszeit des Kinos, das einmal Jahrmarktsattraktion begann, setzen die Imax-Filme vorwiegend auf Effekte, sei es in Naturdokumentationen über die Serengeti oder die Antarktis, sei es in den teilweise überladenen 3D-Filmen, die dem Zuschauer ein atemberaubendes Seherlebnis vermitteln sollen. Doch auch hier setzt sich allmählich die Tendenz durch, dem Publikum inhaltlich etwas mehr zu bieten. [bk]


In einigen Imax-Kinos werden infrarotgesteuerte Spezialbrillen eingesetzt, die mit Flüssigkeitskristallen für den 3D-Effekt sorgen.
[Foto: Imax]



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Die Technik

Imax-Filme werden mit speziellen Kameras gedreht, die durch die aufwendige Technik etwa 30 Kilogramm schwer sind. Da das Magazin nur 300 Meter faßt, muß der Film alle drei Minuten gewechselt werden. Als der höchste Gipfel der Erde für den Film Everest bestiegen werden sollte, entwickelten die Techniker eine abgespeckte Kamera von »nur« 15 Kilo Gewicht. Da die Einzelbilder im Querformat 50 x 70 mm aufgenommen werden, beträgt die Länge eines Imax-Films einen Kilometer pro Minute.

Die Herstellung einer Kopie für die Kinos kostet etwa 40.000 DM - im Gegensatz zu ungefähr 3000 DM bei normalen Filmkopien. Die Filmspulen haben einen Durchmesser von über einem Meter und sind bei einem Film von 45 Minuten Dauer über 100 Kilogramm schwer. Bei der Projektion wird der Film an die Linse gesaugt, um Unschärfen zu vermeiden. Die Lampe hat eine Leistung von 17.000 Watt, während im normalen Kino 2000 bis 4000 Watt genügen. All diese Technik schlägt sich auch im Gewicht des Imax-Projektors nieder, das satte fünf Tonnen beträgt.

Die Leinwand hat eine spezielle reflektierende Beschichtung und ist 30 mal 25 Meter groß. Auch die Tontechnik wurde durch die Firma Sonics Associates aus Alabama auf einen qualitativ hochwertigen Stand gebracht, indem der Kinosaal mit mehreren großen Lautsprechergruppen beschallt wird.

Einige Kinos sind außerdem mit dem sogenannten Imax-Dome ausgestatt. Hier wird das Bild auf eine Kuppelleinwand mit einen Durchmesser von 27 Metern und einer Fläche von 1000 Quadratmetern projiziert. Ähnlich wie beim alten Rundum-Kino auf dem Jahrmarkt wird der vollständige Blickwinkel des Betrachters ausgefüllt. [bk]


Position 1: Projektion auf die Bildwand. Die Kuppel bleibt verborgen hinter dem Zuschauer. Position 2: Innerhalb von 5 Minuten kann die Kuppel horizontal vor die normale Imax-Bildwand geschwenkt werden. [Abb.: Imax]



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Imax 3D

Das Imax 3D System wurde erstmals auf der EXPO 1986 in Vancouver vorgestellt und machte auf der EXPO 1990 in Osaka einen zweiten Anlauf mit einem verbesserten Verfahren. Dabei werden wie bei anderen Stereo-Verfahren zwei seitlich versetzte Bilder mit einer »zweiäugigen« Kamera aufgenommen, die 125 Kilogramm wiegt. Im Kinosaal werden beide Bilder gleichzeitig von zwei Projektoren mit Polarisationsfiltern auf die Leinwand geworfen. Damit das Auge des Betrachters die Bilder trennen kann, muß ein solcher 3D-Film durch eine Polarisationsbrille betrachtet werden. Die Filter in der Brille lassen rechts nur Lichtwellen hindurch, die waagerecht schwingen, und links nur solche mit senkrechter Schwingungsebene.

In einigen Imax-Kinos wird auch das Verschlußverfahren benutzt, das mit einer infrarotgesteuerten Spezialbrille arbeitet. In den Brillengläsern befinden sich Flüssigkeitskristalle, die im Takt des Kinoprojektors 90mal pro Sekunde abwechselnd das linke und rechte Auge verdunkeln.

Weltweit gibt es etwa 20 Imax-Theater, in denen 3D-Filme gezeigt werden können. Der erste Spielfilm im 3D-Imax-Verfahren war Wings of Courage (Kan 1995) von Jean-Jacques Annaud. Weitere bemerkenswerte Produktionen sind L5: First City In Space, The IMAX Nutcracker, Odyssee 3-D: Aufbruch in die dritte Dimension und T-Rex 3D (T-Rex: Back to the Cretaceous • Kan/USA 1998). Bislang wurden erst ein knappes Dutzend 3D-Filme für die Imax-Kinos produziert, doch es kommen jährlich neue hinzu. [bk]


[Foto: Imax]



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Imax Rides

Nach Rundum-Kino und 3D-Film ist Imax mit einer weiteren Jahrmarkssensation auf den Markt gekommen, den »Rides«. Die Firma war bereits an der Entwicklung von Back to the Future - The Ride beteiligt, dem berühmten Spektakel der Universal Studios. Das System bietet bis zu 208 Zuschauern vor einer 30 Meter hohen Leinwand Platz. Der weltweit erste 3D-Ride wurde im Imax Simulator Ride im Caesers Palace in Las Vegas eröffnet.

Das verbesserte System Imax Ridefilm wurde unter der Leitung von Douglas Trumbull entwickelt. Es arbeitet mit einem 35-mm-Film, der mit 48 Bildern pro Sekunde auf einer gewölbten Leinwand abgespielt wird. Jeweils 18 Personen können sich zum Beispiel mit dem 3D-Film Race For Atlantis vergnügen und dabei heftig durchgeschüttelt werden.

In Europa gibt es bislang nur in Frankreich und Belgien insgesamt vier Kinos der Gaumont-Gruppe, die Imax Rides anbieten, in den französischen Orten Archamps, Labege und Valenciennes und im belgischen Anvers. [bk]

Lieferbare Titel:
mit dem Stichwort Imax
mit dem Stichwort Film-Technik
Siehe auch:
Imax Berlin
T-Rex 3D (T-Rex: Back to the Cretaceous • Kan/USA 1998)
IMAX-Filmtheater in Deutschland
Offizielle Site: http://www.imax.com/


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21.05.06 • 10.06.06