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Die GeschichteIn den 50er und 60er Jahren war Science Fiction in Deutschland eine Literaturgattung, die von englischen und amerikanischen Autoren dominiert wurde, deren Werke in Heftromanen und Leihbüchern als Übersetzungen veröffentlicht wurden. Das änderte sich 1961: Mit Perry Rhodan startete eine Romanreihe, die ausschließlich von deutschsprachigen Autoren geschrieben wurde und zu einem Stammbaum für eigenständige deutsche Weltraum- und Zukunftsabenteuer heranwuchs. Die Idee für die Perry-Rhodan-Serie wurde bereits Ende der 50er Jahre im Lektorat des Moewig-Verlags geboren: Zusammen mit dem damaligen Cheflektor des Verlags, Kurt Bernhardt, konzipierten die Autoren Karl-Herbert Scheer und Walter Ernsting eine neue utopische Heftserie, die einen »feststehenden Helden« aufweisen sollte. Romanserien mit feststehenden Helden gab es zu dieser Zeit bei deutschsprachigen Krimi- oder Western-Reihen, nicht aber bei der Science Fiction. Ziel war, »einen weitgespannten Romanzyklus über einen möglichen Weg der Menschheit in die Zukunft zu schaffen«, mit einem hohen Spannungsgehalt, aber auch dem Anspruch, mehr zu sein als pure Unterhaltung. Es sollte gezeigt werden, wie aktuelle Probleme der Menschheit - etwa Überbevölkerung, Hunger und Kriege - in der Zukunft gemeinsam gelöst werden können. Das Autoren-Duo Scheer und Ernsting wurde durch Klaus Mahn und Winfried Scholz ergänzt, hinzu kam Günter M. Schelwokat, der die redaktionelle Bearbeitung übernahm. Mit den Titelbildern wurde von Anfang an Johnny Bruck beauftragt, der damals als einer der beliebtesten deutschen Science-Fiction-Künstler galt. Scheer schrieb die Handlungsvorgaben für die ersten zehn Bände - denn mit mehr als 30, maximal 50 Romanen rechnete damals niemand. Am 8. September 1961 erschien der erste Roman der Perry-Rhodan-Serie unter dem Titel Unternehmen Stardust; die Druckauflage lag bei 350.000 Exemplaren, was sich im Rahmen üblicher Erfahrungswerte bei Science Fiction im Heftroman bewegte. Die Verkaufszahlen übertrafen jedoch alle Erwartungen, so daß die ersten zwei Hefte kurz darauf nachgedruckt werden mußten. Bereits im zweiten Jahr der Perry-Rhodan-Geschichte stieg jener Mann ins Team ein, der die Serie vor allem in den 70er Jahren entscheidend prägen sollte: William Voltz, ein junger Autor, der seine ersten Verdienste in Amateur-Zeitschriften, den sogenannten Fanzines, erworben hatte und der von K. H. Scheer systematisch gefördert worden war. In den 60er Jahren wuchs die Serie, die ersten Nachauflagen wurden produziert, Fan-Clubs entstanden, ein erster Fan-Kongreß wurde in Frankfurt veranstaltet. Im Jahr 1964 kam das erste Perry-Rhodan-Taschenbuch mit einem abgeschlossenen Planetenroman auf den Markt - mittlerweile erschienen allein in dieser Reihe über 400 Titel. 1969 wurde der Serienableger Atlan gestartet, der es bis 1988 auf 850 Heftausgaben brachte. Mit Beginn der 70er Jahre änderte sich die Serie: K. H. Scheer, gesundheitlich stark angeschlagen, zog sich immer mehr von der Exposé-Arbeit zurück; William Voltz wuchs verstärkt in diese Aufgabe hinein und übernahm 1974 als Chef-Autor die Gestaltung der Serie. Die Romane in den 60er Jahren waren noch von der Zeit des Kalten Kriegs geprägt und brachten eine in erster Linie actionbetonte Handlung. In den 70er Jahren kam immer stärker eine humanistische Richtung ins Spiel. Geheimnisse des Kosmos, die Entstehung des Lebens im All oder die geistige Entwicklung der Menschheit und ihre Rolle im Universum waren wesentliche Bestandteile dieser Handlungsepoche. Der Tod von William Voltz im Jahr 1984 konnte nur mühsam verkraftet werden, in der Folge stießen aber immer wieder neue, junge Autoren mit frischen Ideen zum Team. Handlungsführung und Exposé-Arbeit liegen seitdem vor allem in den Händen des Österreichers Ernst Vlcek, seit Ende 1995 stark unterstützt vom Oldenburger Robert Feldhoff. In den 90er Jahren kam es zu mehreren Schicksalsschlägen: K. H. Scheer, einer der beiden Gründer-Autoren, verstarb ebenso wie die Autoren Kurt Mahr, als »Physiker vom Dienst« bekannt, und Peter Griese, der jahrelang die Atlan-Serie betreut hatte. Schmerzlich war der Verlust von Günter M. Schelwokat, der als Lektor über 30 Jahre hinweg für die Serie aktiv gewesen war. Der schlimmste Schlag allerdings betraf die optische Gestaltung: Ende 1995 verstarb Johnny Bruck an den Folgen eines Verkehrsunfalles. Seit dem Frühjahr 1996 haben drei junge Illustratoren - Swen Papenbrock, Alfred Kelsner und Ralph Voltz, Sohn des verstorbenen Autors William Voltz - die Gestaltung der Titelseiten übernommen. |
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Die Handlung
1961 erschien der erste Roman »Unternehmen Stardust« Was zuvor wie ein schüchterner Versuch wirkte, wird nun zum größten Abenteuer der Menschheit: die Erschließung des Weltraums. Mit Hilfe der außerirdischen Technik werden Raumschiffe gebaut, die überlichtschnell den Weltraum durchqueren. Je tiefer die Menschen - die sich jetzt Terraner nennen - in den Weltraum vordringen, desto deutlicher wird, daß das Universum fremdartiger und phantastischer ist, als die Menschen es sich jemals vorgestellt haben. Die Terraner stoßen auf Mächte zwischen den Sternen, die sich seit Jahrtausenden etabliert haben und die auf die »Einmischung« von der Erde nicht eben begeistert reagieren. Sie treffen auf das Geisteswesen ES, das Perry Rhodan eine Reihe schwerer Prüfungen auferlegt, bevor als Lohn die relative Unsterblichkeit winkt. Und die Terraner erkennen, daß viele Ereignisse im Universum untrennbar miteinander verknüpft sind. Mehr und mehr stellt sich heraus, daß die Erde und die Menschheit in kosmische Ereignisse verwickelt sind, die teilweise mit der Vergangenheit der Erde verknüpft sind - und daß die Terraner in diesen Ereignissen eine besondere Rolle spielen. Mit jedem Schritt, den sich Perry Rhodan tiefer in den Weltraum hineinwagt, scheinen die Rätsel größer zu werden, wird das Schicksal der Menschheit immer geheimnisvoller. Im Lauf der Jahrhunderte und Jahrtausende verlassen Milliarden von Menschen die Erde und siedeln sich auf fremden Planeten an. Viele verändern sich, und oft geschieht es, daß sie ihre Urheimat vergessen. Gigantische Raumschiffe helfen Perry Rhodan bei seinen Expeditionen in die Unendlichkeit, bis hin zur »anderen Seite« unseres Kosmos. In unglaublich fernen Bereichen des Universums müssen sich die Menschen immer wieder neuen Herausforderungen stellen, um gewaltige Rätsel zu lösen und zu ihrer eigentlichen Bestimmung zu finden: als kosmisches Volk zwischen den Sternen zu leben, in Partnerschaft zu anderen, völlig fremdartigen Völkern und im Bewußtsein, daß der Kosmos noch viele weitere Wunder für sie bereithält. |
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Der WelterfolgAls am 8. September 1961 der erste Roman der Perry-Rhodan-Serie unter dem Titel Unternehmen Stardust publiziert wurde, konnte niemand ahnen, welcher Erfolg aus der Idee des Autoren-Duos Karl-Herbert Scheer und Walter Ernsting erwachsen würde. Die Geschichte Perry Rhodans, der die Menschheit in den Weltraum führt, fand sofort eine Vielzahl begeisterter Leser. Eine von Jahr zu Jahr komplexer und umfangreicher werdende Handlung und eine mittlerweile bis ins 49. Jahrhundert reichende Zukunftsgeschichte der Menschheit prägen den Erfolg. Mittlerweile erschienen 2000 wöchentliche Romanhefte mit den Abenteuern des - dank eines von einer außerirdischen »Superintelligenz« verliehenen Geräts - unsterblichen Perry Rhodan und seiner Getreuen, zu denen längst nicht mehr nur Menschen gehören: Fremdartige Aliens wie der riesige, monströs wirkende Haluter Icho Tolot oder Gucky, der kleine, gedankenlesende »Mausbiber«, gehören ebenso zur Serie wie intelligente Roboter, Pflanzen-Zivilisationen, denkende Elektronengehirne und Wesen, deren Kultur in einer Giftgas-Atmosphäre beheimatet ist. Um eine solche Fortsetzungsgeschichte über 37 Real- und fast 2900 Handlungsjahre hinweg ohne größere Brüche schreiben zu können, ist eine gute Koordination notwendig. Ernst Vlcek und Robert Feldhoff verfassen Woche für Woche die Exposés für die Romane: Handlungsvorgaben und Datenblätter, nach denen die Autoren ihre Romane schreiben. Mehr als hundert Fan-Clubs haben sich im Lauf der Jahre weltweit zusammengefunden: Sie tragen Namen wie »Perry Rhodan Briefclub Bullys Schreibtisch« oder »Perry Rhodan Online-Club« und korrespondieren eifrig untereinander. Viele produzieren eigene Fan-Zeitschriften oder publizieren im Internet, um selbstgeschriebene Geschichten, eigene Zeichnungen und durchaus kritische Artikel zu veröffentlichen. Mehrmals jährlich treffen sich Fans zu eigenen Veranstaltungen, den sogenannten Cons, um dort Bücher und Hefte zu tauschen, mit den Autoren über die Handlung zu diskutieren oder einfach nur gemeinsam zu feiern. Seit einiger Zeit ist darüber hinaus die »Perry Rhodan FanZentrale e.V. (PRFZ)« aktiv, eine Art Dachorganisation und Dienstleistungszentrale von und für Fans. Kommerziell hat sich das Unternehmen ausgezahlt: Allein in Deutschland wurde Perry Rhodan in über einer Milliarde Exemplaren gedruckt. Vier Nachauflagen zur Weltraumserie erschienen im Lauf der Zeit, zwei davon werden derzeit in modernisierter Aufmachung als Paperbacks angeboten. Parallel zu den Heftromanen erscheinen mehrmals im Jahr neue Taschenbücher mit abgeschlossenen Abenteuern, in denen die Autoren Themen aufgreifen und beschreiben können, für die in der laufenden Handlung die Zeit und der Raum fehlen. Die Buchausgaben, die viermal im Jahr herauskommen, fassen jeweils mehrere Romanhefte zu einem neuen, komplett überarbeiteten und modernisierten Buch zusammen. Dem Erfolg im Inland folgte bereits in den 70er Jahren der Erfolg im Ausland. Perry Rhodan erscheint erfolgreich in USA/Kanada, Rußland, China, Japan, Frankreich, Tschechien, den Niederlanden; zeitweise gab es eigenständige Perry-Rhodan-Reihen in Italien, Finnland, Brasilien und Großbritannien. Vom Komponisten Christopher Franke (ex-Tangerine Dream) wurde Perry Rhodan musikalisch umgesetzt, mit einer Art Weltraumoper namens Pax Terra. |
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![]() Band 1000 »Der Terraner« erschien 1980 |
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