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Dinosaurier Lexikon |
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FaktenDer Apatosaurus ist neben dem Tyrannosaurus wohl der bekannteste aller Dinosaurier - allerdings eher unter dem Namen Brontosaurus, der 1877 von Othniel Marsh eingeführt wurde, wissenschaftlich aber nicht mehr gültig ist. Die von Marsh beschriebene »Donnerechse« war nämlich mit einem früheren Fund identisch, der den Namen Apatosaurus (»trügerische Echse«) erhalten hatte, und in einem solchen Fall zählt in der Wissenschaft nicht die Bekanntheit, sondern die Priorität. Übrigens erwiesen sich viele als »Atlantosaurus« beschriebene Funde später ebenfalls als Apatosaurus-Arten. Der Apatosaurus ajax ist ein Sauropode aus der Familie der Diplodocidae (auch Atlantosauridae), zu der auch der Diplodocus gehört. Der Gigant mit dem schweren Elefantenkörper und dem langen Hals und Schwanz wurde bis 21 Meter lang, erreichte eine Schulterhöhe von 4,5 Metern und war über 20 Tonnen schwer. Seine Knochen wurden in der Morrison-Formation in den westlichen USA ausgegraben, wo er vor etwa 150 Millionen Jahren in der späten Jurazeit lebte. 1898 fand der Paläontologe Walter Granger, ein Mitglied einer von Henry F. Osborn geleiteten Expedition, in Wyoming ein besonders gut erhaltenes Skelett, das 1905 nach langjähriger Rekonstruktionsarbeit im American Museum of Natural History in New York aufgestellt wurde. Erst 1975 stellten Jack McIntosh und David Berman fest, daß ein falscher Kopf - der eines Camarasaurus - auf den Hals montiert worden war. Erst 1979 konnte ein authentischer Apatosaurus-Kopf gefunden und die Rekonstruktion korrigiert werden. Kopfzerbrechen bereitete den Wissenschaftlern auch die Frage, wie das Tier einen so gewaltigen Körper durch die Gegend bewegt haben soll. Daher ging man lange Zeit davon aus, daß sich der Apatosaurus vorwiegend im Wasser von Seen und Sümpfen aufhielt. Erst der Paläontologe Robert T. Bakker konnte durch die Untersuchung von Sedimenten der Fundstätte Como Bluff in Wyoming nachweisen, daß er auf dem festen Land lebte. Und seit man erkannte, daß er seinen langen Schwanz nicht einfach über den Boden schleppte, sondern waagerecht in der Luft hielt, wird die sorgfältig ausbalancierte Hängebrücken-Architektur dieses Tieres bewundert. |
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![]() Abb.: Corel |
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FiktionenNicht lange nach der Ausstellung des Skeletts im New Yorker Museum wurde der Brontosaurus zu einem äußerst populären Motiv. Er gilt noch heute als Musterbeispiel des riesigen, »lieben« Dinosauriers - im Gegensatz zum »bösen« Tyrannosaurus, der übrigens 60 Millionen Jahre später lebte. Vor allem die Vermutung, daß der Brontosaurus zur Steuerung des Schwanzes ein zweites Gehirn im Beckenbereich hatte, wurde gerne zum Anlaß für Vergleiche mit heutigen Zeitgenossen genommen. Bereits in Kurd Laßwitz Erzählung Homchen. Ein Tiermärchen aus der oberen Kreide (1902) spielt der »dumme Bronto« eine Nebenrolle. Eine große Hauptrolle wies ihm Winsor McCay in Gertie the Dinosaur (USA 1914) zu und machte die Dino-Dame damit zu einem der ersten Stars des Zeichentrickfilms. Ein anderer Trickfilmpionier, Willis O'Brien, animierte einen Brontosaurus per Stop Motion in seinem Erstling The Dinosaur and the Missing Link (USA 1915) und setzte die Figur gleich in mehreren seiner Filme ein. Auch in Die verlorene Welt (The Lost World USA 1925), dem ersten Spielfilm, an dem OBrien als Tricktechniker beteiligt war, stapft ein Brontosaurus durch die Straßen von London und wurde damit zum Urahn von Godzilla und anderen Schreckensmonstern. Seitdem sind die Brontos nicht mehr aus dem Dinosaurierfilm wegzudenken. In Dinosaurus / Mördersaurier (Dinosaurus! USA 1960) kämpft ein aufgetauter Brontosaurus gegen einen Tyrannosaurus - und verliert natürlich. Die Legende vom »Mokéle mbêmbe«, einem geheimnisvollen großen Tier, das irgendwo im afrikanischen Dschungel leben soll, wurde in Gustav Renkers Roman Das Tier im Sumpf (1932) und in B. W. L. Nortons Film Baby - Das Geheimnis einer verlorenen Legende (Baby - Secret of the Lost Legend USA 1985) verarbeitet. In Don Bluths Zeichentrickfilm In einem Land vor unserer Zeit (The Land Before Time USA 1988) geht es um die Abenteuer des kleinen Brontosauriers Littlefoot, während Lothar Streblow in seinem Roman Duna der Dinosaurier (1989) ein sehr ähnliches Thema etwas authentischer anging. Fossile Brontosaurus-Knochen spielen in den Komödien Leoparden küßt man nicht (Bringing Up Baby USA 1938) mit Cary Grant und Katherine Hepburn und Wer hat unseren Dinosaurier geklaut? (One of Our Dinosaurs is Missing USA 1976) mit Peter Ustinov eine tragende Rolle, während im tschechischen Film Brontosaurus (Brontosaurus CS 1979) Kinder aus Abfällen einen Dino basteln, um damit gegen die Umweltverschmutzung zu protestieren. Und schließlich sei noch der Hit »Brontosaurus« erwähnt, der 1970 von der britischen Band The Move auf ihrem Album Looking On veröffentlicht wurde und von einer Dame handelt, deren Gebaren an das eines urzeitlichen Sauriers erinnern soll. |
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