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Ben Bova

Rückkehr zum Mars

Return to Mars • 1999

Science Fiction > Alien Contact | Buch-Tips
Sechs Jahre nach der ersten Marsexpedition ist nun ein zweites Team unterwegs, um dem roten Planeten seine Geheimnisse zu entlocken -- unter der Leitung von Jamie Waterman. Anders als die erste Marsexpedition ist diese hauptsächlich von privaten Geldgebern abhängig, allen voran Multimilliardär Darryl C. Trumball. Um das achtköpfige Team besser unter Kontrolle zu haben, hat dieser seinen Sohn Dexter mit auf die Mission geschickt. Denn Vater Trumball hegt keine wissenschaftlichen Ambitionen, sondern ist vor allem an einer Vermarktung unseres Nachbarplaneten interessiert.

Jamie hat also mancherlei Kämpfe auszutragen, bis es ihm durch viel taktisches Geschick gelingt, die Erschließung des Mars in seinem Sinne stattfinden zu lassen: Neben Marsstürmen droht auch der Verlust von Geldgebern für weitere Missionen. Dexter Trumball denkt nicht nur wie sein Vater, sondern ist auch hinter Jamies Mädchen her, und schließlich scheint die wirkliche Gefahr aus den eigenen Reihen zu kommen.

»Never change a winning team« -- diese Sportlerweisheit scheint sich Ben Bova auch für die Fortsetzung von Mars zu Herzen genommen zu haben. Deshalb schickt er viele Versatzstücke aus seinem wahrscheinlich berühmtesten Roman noch einmal ins Rennen: Pete Connors, Li Chengdu, Pater DiNardo, die weisen Worte der Alten, Jamies Großvater, Cojote den Listenreichen und natürlich die geheimnisumwitterte Felsenbehausung.

Leider finden sich in Rückkehr zum Mars auch einige Schwächen seines Vorgängers wieder: Erneut wirken etliche Charaktere klischeehaft, und wiederum ist Jamie als überlebensgroßer Idealist dargestellt. Auch werden im ersten Drittel des Romans zwar etliche Spannungsfäden geknüpft, die meisten aber nicht wieder aufgenommen. So gewinnt der Roman erst im zweiten Drittel allmählich an Dramatik, und es dauert noch eine ganze Weile, bis es Ben Bova gelingt, wirkliche Anteilnahme am Schicksal der Figuren zu erzeugen.

Was bleibt, ist eine realistische Spekulation über die Erschließung des Mars, die der Thematik durchaus einige neue Impulse verleiht und zu einem plausiblen Schluß kommt. Jedoch mangelt es dem Roman gegenüber dem Vorgänger ein wenig an Frische. Und es fehlen die vielen kleinen Details, die Mars liebens- und lesenswert gemacht haben. Es scheint, daß Ben Bova sein Pulver in Sachen Mars bereits nach zwei Büchern verschossen hat.

• Gregor Jungheim • ALIEN CONTACT

Originalausgabe:
Ben Bova, Return to Mars
(London: Hodder & Stoughton, 1999)
lieferbare englische Ausgabe:
Ben Bova, Return to Mars
(New York: Harper Collins, 2000) 0-380-79725-9 Bestellen
dt. Erstausgabe
Ben Bova, Rückkehr zum Mars
(München: Heyne, 2001) [06/6375] 3-453-18769-5 Bestellen
deutsch von Peter Robert, Titelbild von Thomas Thiemeyer, 688 Seiten
Leser-Service:
Lieferbare Bücher von Ben Bova
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05.09.10 • 08.09.10