| Sechs Jahre nach der ersten
Marsexpedition ist nun ein zweites Team unterwegs, um dem roten Planeten seine Geheimnisse
zu entlocken -- unter der Leitung von Jamie Waterman. Anders als die erste Marsexpedition
ist diese hauptsächlich von privaten Geldgebern abhängig, allen voran Multimilliardär
Darryl C. Trumball. Um das achtköpfige Team besser unter Kontrolle zu haben, hat dieser
seinen Sohn Dexter mit auf die Mission geschickt. Denn Vater Trumball hegt keine
wissenschaftlichen Ambitionen, sondern ist vor allem an einer Vermarktung unseres
Nachbarplaneten interessiert. Jamie hat also mancherlei Kämpfe auszutragen, bis es ihm
durch viel taktisches Geschick gelingt, die Erschließung des Mars in seinem Sinne
stattfinden zu lassen: Neben Marsstürmen droht auch der Verlust von Geldgebern für
weitere Missionen. Dexter Trumball denkt nicht nur wie sein Vater, sondern ist auch hinter
Jamies Mädchen her, und schließlich scheint die wirkliche Gefahr aus den eigenen Reihen
zu kommen.
»Never change a winning team« -- diese Sportlerweisheit scheint sich Ben Bova auch
für die Fortsetzung von Mars zu Herzen genommen zu haben.
Deshalb schickt er viele Versatzstücke aus seinem wahrscheinlich berühmtesten Roman noch
einmal ins Rennen: Pete Connors, Li Chengdu, Pater DiNardo, die weisen Worte der Alten,
Jamies Großvater, Cojote den Listenreichen und natürlich die geheimnisumwitterte
Felsenbehausung.
Leider finden sich in Rückkehr zum Mars auch einige Schwächen seines
Vorgängers wieder: Erneut wirken etliche Charaktere klischeehaft, und wiederum ist Jamie
als überlebensgroßer Idealist dargestellt. Auch werden im ersten Drittel des Romans zwar
etliche Spannungsfäden geknüpft, die meisten aber nicht wieder aufgenommen. So gewinnt
der Roman erst im zweiten Drittel allmählich an Dramatik, und es dauert noch eine ganze
Weile, bis es Ben Bova gelingt, wirkliche Anteilnahme am Schicksal der Figuren zu
erzeugen.
Was bleibt, ist eine realistische Spekulation über die Erschließung des Mars, die der
Thematik durchaus einige neue Impulse verleiht und zu einem plausiblen Schluß kommt.
Jedoch mangelt es dem Roman gegenüber dem Vorgänger ein wenig an Frische. Und es fehlen
die vielen kleinen Details, die Mars liebens- und lesenswert gemacht haben. Es
scheint, daß Ben Bova sein Pulver in Sachen Mars bereits nach zwei Büchern verschossen
hat.
Gregor Jungheim ALIEN CONTACT
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