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| Der Roman erzählt die
Geschichte eines Menschenaffenstamms während des Pleistozäns, der unter der Führung von
»Mond-Schauer« (»Moon-Watcher«) ums Überleben kämpft. Eines Tages taucht
unvermittelt eine metallische Tafel im Stammesrevier auf, eine Art außerirdische
Lernmaschine, die den Menschenaffen beibringt, Werkzeuge zu benutzen und eine technische
Kultur zu entwickeln. Dann eilt die Geschichte durch die nächsten drei Millionen Jahre
und stoppt im Jahr 1999, als »T.M.A.-1«, ein ähnlicher Monolith, auf dem Mond gefunden
wird. Dr. Heywood Floyd, der Vorsitzende des »National Council of Astronautics« reist
zum Krater Tycho und wird Zeuge, wie der Monolith ein Radiosignal in Richtung Saturn
sendet, nachdem er zum ersten Mal nach drei Millionen Jahren dem Sonnenlicht ausgesetzt
war. Daraufhin wird im Jahre 2001 das Raumschiff Discovery gestartet, um dieser
offensichtlichen Spur außerirdischen Lebens zu folgen. Unterwegs hat die Crew Probleme
mit dem neurotischen Computer HAL 9000, die nur ein Astronaut, David Bowman, überlebt,
indem er HAL abschaltet. Bowman entdeckt auf dem Saturnmond Japetus ein riesiges weißes
Oval, eine Art Auge, das über die Erde wacht. Er nähert sich dem schwarzen Monolithen im
Zentrum des Auges und wird durch das Sternentor katapultiert. Er passiert die »Grand
Central Station of the Galaxy« und landet auf der Oberfläche einer roten Sonne, wo er
von unbegreiflichen Wesenheiten untersucht wird. Schließlich wird er als »Sternenkind«,
als übermenschliches Weltraumwesen wiedergeboren und verhindert den Atomkrieg auf der
Erde. Arthur C. Clarkes Roman 2001: A Space Odyssey (1968) geht auf die Treatments zurück, die der Autor als Grundlage für das Drehbuch zum Film 2001 - Odyssee im Weltraum (2001: A Space Odyssey GB 1968) von Stanley Kubrick schrieb. Später verlief die Arbeit am Roman parallel zum Drehbuch, wodurch es zu wechselseitigen Einflüssen kam. Obwohl das Buch im Juli 1968, also kurz nach dem Filmstart veröffentlicht wurde, repräsentiert es deutlich ein früheres Stadium des Drehbuchs. Ein Hinweis darauf ist, daß der Roman die Handlung des letzten Teils noch zwischen den Monden des Saturn lokalisiert. Dies war ursprünglich auch für den Film geplant, doch weil die Tricktechniker kein überzeugendes Modell der Saturnringe produzieren konnten, entschied man sich schließlich für den Jupiter. Insgesamt ist das Buch eine interessante Ergänzung zum Film, indem gewisse Aspekte, die bei Kubrick unausgesprochen bleiben, beim Namen genannt werden. Die Grundidee des Romans, daß die Entwicklung menschlicher Intelligenz durch außerirdische Kräfte unterstützt wurde, ist keineswegs neu für Science-Fiction-Leser und schon gar nicht für Anhänger des »Prä-Astronautikers« Erich von Däniken (der übrigens mehrfach erklärte, daß 2001 sein Lieblingsfilm sei). Der Roman als solcher ist ordentlich geschrieben, langweilt nur selten und wartet sogar mit einigen spannenden Actionsequenzen auf. Die thematische und zeitliche Ausgedehntheit wirkt jedoch ein wenig unmotiviert und zu prätentiös. Für eine derartige umfassende Neubewertung der Menschheitsgeschichte besitzt Clarke nicht genug erzählerisches Potential. Man kann davon ausgehen, daß dieser Roman niemals ein solches Aufsehen erregt hätte, wenn er nicht als Buch zum Film entstanden wäre. Bernhard Kempen ALIEN CONTACT
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