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ALIEN CONTACT

Arthur C. Clarke

»Der Wachtposten«
»Der kosmische Wächter«
»Der Wächter«

»Sentinel of Eternity« / »The Sentinel« • 1951

Science Fiction > Alien Contact | Buch-Tips
Im Jahre 1996 wird eine Mondexpedition ins Mare Crisium unternommen. Einer der Beteiligten, der Ich-Erzähler namens Wilson, entdeckt während der Zubereitung des Frühstücks ein metallisches Glitzern auf einem Felsgrat, das sich schließlich als pyramidenförmiges Objekt von unzweifelhaft außerirdischem Ursprung erweist. Es vergehen zwanzig Jahre, bis es den Menschen gelingt, die Pyramide zu knacken. Doch auch die Bruchstücke helfen den Wissenschaftlern bei der Enträtselung des Geheimnisses nicht weiter. Der Erzähler schließt mit der Spekulation, daß es sich um einen Wächter oder Wachtposten (»sentinel«) handelt, den intelligente Wesen auf dem Mond zurückließen, als sie vor vielen Millionen Jahren unser Sonnensystem besuchten und niemanden fanden, mit dem sie kommunizieren konnten. Nachdem der galaktische Feuermelder nun aktiviert wurde, dürfte es nicht mehr lange dauern, bis es zur ersten Begegnung zwischen Menschen und Außerirdischen kommt.

Der britische Science-Fiction-Autor Arthur C. Clarke schrieb diese knapp zehn Seiten umfassende Kurzgeschichte Weihnachten 1948 für einen Wettbewerb der BBC, doch sie gelangte nicht einmal in die engere Auswahl. Sie wurde erstmals 1951 unter dem Titel »Sentinel of Eternity« im Magazin Ten Story Fantasy veröffentlicht und später als »The Sentinel« in der Sammlung Verbannt in die Zukunft (Expedition to Earth • 1953) und vielen anderen Anthologien nachgedruckt.

Isoliert betrachtet handelt es sich um eine gute, aber keineswegs ungewöhnliche Science-Fiction-Story, in der eine interessante Spekulation über außerirdische Intelligenz angestellt wird. Die Handlung entwickelt sich in zwei Spannungsbögen. Der erste beginnt mit der Schilderung des Mondes, in die versteckte Hinweise auf das seit langem ausgestorbene primitive Leben eingeflochten sind. Die Entdeckung des Reflexes findet in einem Augenblick alltäglicher Routine statt. Die eigentliche Entdeckung der Pyramide wird noch einmal durch die Beschreibung der Bergbesteigung hinausgezögert. Nach diesem zweiten Höhepunkt flacht die Spannung ab, weil nur noch die abschließenden Spekulationen folgen.

Daß »The Sentinel« eine so herausragende Stellung im Werk von Arthur C. Clarke einnimmt, verdankt sie im Grunde nur der Tatsache, daß er sie dem Regisseur Stanley Kubrick als Grundlage für ein Drehbuch vorschlug, aus dem schließlich der Film 2001 - Odyssee im Weltraum (2001: A Space Odyssey • GB 1968) entstand. Die Grundidee der Story ist in den Filmszenen wiedererkennbar, die auf dem Mond spielen und die Untersuchung des schwarzen Monolithen beschreiben. Sie wurde jedoch so stark verfremdet, daß vermutlich kaum jemand einen Zusammenhang zwischen Story und Film gesehen hätte, wenn die Drehbuchautoren nicht ausdrücklich darauf hingewiesen hätten.

Bernhard KempenALIEN CONTACT

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Arthur C. Clarke
• »Sentinel of Eternity«, in: Ten Story Fantasy (1951)
• »The Sentinel«, in: Arthur C. Clarke, Expedition to Earth (1953)
• »The Sentinel«, in: Arthur C. Clarke, The Lost Worlds of 2001 (New York: New American Library, 1972)
• »Der Wachtposten«, in: Arthur C. Clarke, Verbannt in die Zukunft (München: Goldmann, 1960) [GZ 10]
• »Der kosmische Wächter«, übersetzt von Horst Pukallus, in: Hans Joachim Alpers, Werner Fuchs (Hrsg.), Science Fiction-Anthologie, Band 1: Die Fünfziger Jahre I (Köln-Lövenich: Hohenheim, 1981) (Bergisch Gladbach: Bastei, 1984) [B 24061]
• »Der kosmische Wächter«, übersetzt von Horst Pukallus, in: Arthur C. Clarke, 2001 - Aufbruch zu verlorenen Welten (München: Goldmann, 1983) [G 23426]
• »Der Wächter«, übersetzt von Holicki, in: 2001 - Odyssee im Weltraum, mit einem Vorwort von Stephen Baxter (München: Heyne, 2000) [H 06/8201] Bestellen
Siehe auch:
Interview mit Arthur C. Clarke und Gentry Lee
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21.05.06 • 10.06.06