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| Der Schutzumschlag dieses
schön aufgemachten Buches will uns weismachen, daß Andreas Eschbach »ein Märchen für
Erwachsene zur Jahrtausendwende« erzählt. Tatsächlich handelt es sich wohl eher um ein
Jugendbuch, für das der Autor bekannte SF- und Fernsehversatzstücke zu einem durchaus
unterhaltsamen Roman zusammengefügt hat. Benimmt sich der Außerirdische doch zuweilen
wie E.T., seine
Gastfamilie wie die Tanners in Alf, und eine gewisse Ähnlichkeit zu Flipper hat
der amphibische Kelwitt auch. Eschbach ist jedoch so clever, seine Romanhelden diese
Ähnlichkeiten selbst feststellen zu lassen. Aber worum geht es eigentlich? Auf dem Planeten Jombuur bekommt jeder Neugeborene einen Stern geschenkt, und es ist alte Tradition, daß ein Jugendlicher »seinen« Stern besucht. Als Kelwitt von einem Frachtraumschiff mit einem kleinen Raumgleiter in unserem Sonnensystem abgesetzt wird, um sich in Ruhe umsehen zu können, ist er höchst überrascht, auf einen bewohnten Planeten zu treffen, denn das ist selten. Er wird unvorsichtig und stürzt ab - mitten durch das Dach einer Scheune in der Schwäbischen Alb. Nach den ersten Kontaktversuchen und Wirrnissen mit einem vertrottelten BND-Agenten landet Kelwitt schließlich bei der Familie Mattek in Stuttgart, die sich mitten in den Weihnachtsvorbereitungen des Jahres 1999 befindet. Kelwitts persönlicher Computer lernt schnell die Sprache der Erdlinge, natürlich mit einem schwäbischen Akzent, und die Matteks schließen mit dem Außerirdischen Freundschaft. Sie wollen ihn so lange verstecken, bis er von seinen Leuten wieder abgeholt wird. Doch neugierige Nachbarn und Freunde ahnen, daß etwas nicht stimmt, und der BND findet Kelwitts abgestürzten Raumgleiter ... Natürlich soll der spannende Schluß hier nicht verraten werden. Besonders witzig ist übrigens eine Szene, in der der amerikanische Präsident überlegt, ob er darüber brüskiert sein sollte, daß das erste außerirdische Raumschiff nicht in Amerika landet, sondern ausgerechnet in Süddeutschland. Selbst wenn Andreas Eschbach für Kelwitts Stern nicht sämtliche Science-Fiction-Literaturpreise gewinnen sollte, hat er doch einen amüsanten Roman geschrieben, mit dem er sicher seine Leserschaft verblüfft und ganz nebenbei der provinziellen Piefigkeit seiner Heimatregion einen Spiegel vorhält. |
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| Kelwitts Stern wurde mit dem Kurd Laßwitz Preis als bester deutschsprachiger Roman 1999 ausgezeichnet | ![]() |
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