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| Bereits vor vielen Jahrzehnten hat die Science Fiction auch andere Medien
erobert, zuerst den Film und den Rundfunk, schließlich sogar die Werbung und seit einem
Vierteljahrhundert auch das Medium Computer. Während ältere Science-Fiction-Leser und
-Buchliebhaber immer wieder lamentieren, dass diese Computerspiele doch nichts Ernsthaftes
seien was leider auch zu einem großen Teil auf die gedruckte Science Fiction
zutrifft , wachsen die Jugendlichen seit den Achtzigerjahren mit Computern und
Computerspielen auf. Am Anfang waren es simple Spiele, wie das bereits 1972 entwickelte Pong,
die auf einfachsten Computern liefen. Doch schon mit der Verbreitung der Homecomputer in
den Achtzigerjahren standen mehr Möglichkeiten zur Verfügung, und die PC-Technologie der
Neunzigerjahre ermöglichte eine Komplexität der Spiele, die über das einfache Abballern
von Raumschiffen oder Aliens weit hinausging. Die Vielfalt der heutzutage angebotenen
Computerspiele ist mit der Vielfalt der Literatur vergleichbar. Es gibt in beiden Medien
Bestseller, die sich oft durch eine einfache, für viele Menschen verständliche Struktur
auszeichnen; es gibt trivialen Unfug, der sich an niedere Instinkte wendet; es gibt aber
auch komplexe, hochintelligente Werke, die Mitdenken und einen wachen Geist erfordern. Gerd Frey setzt sich in seinem Buch mit Computerspielen auseinander, unter besonderer Berücksichtigung von Science-Fiction- und Fantasymotiven. Der erste Teil besteht aus einer kurzen Entwicklungsgeschichte, die auch Einblicke in den Zusammenhang zwischen Technik und Inhalt gewährt. Für den weniger spieleerfahrenen Leser ist das zweite Kapitel gedacht, das die unterschiedlichen Spielegenres wie »Adventure«, »Rollenspiel« oder »Strategiespiel« erläutert. Die nächsten Kapitel widmen sich den auch sonst multimedialen Welten von Star Wars und Star Trek, zu denen es jeweils gleich eine ganze Reihe von Spielen gibt. Besonders interessant dürfte für SF-Leser das sehr ausführliche Kapitel über Spiele nach literarischen Vorlagen sein, wie zum Beispiel Larry Nivens Ringwelt, Frederik Pohls Gateway, Terry Pratchetts Scheibenwelt, Frank Herberts Dune oder Ray Bradburys Mars-Chroniken. Die weiteren Kapitel stellen die wesentlichen Referenzspiele der unterschiedlichen Themengebiete vor: Space Opera, Planetenabenteuer, Fantasy, Horror, Cyberspace, Humor, Endzeit und Dystopien. Aber nicht nur für SF-Leser ist das Buch interessant, sondern auch für Computerspieler, denn der Spielemarkt ist noch kurzlebiger als der heutige Büchermarkt. Gerd Frey hat die Aufgabe bewältigt, eine übersichtliches und umfangreiches Nachschlagewerk zu schaffen, das längst fällig war. Martin Höllmann |
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