| Wer anhand des Titelbildes von Josh Kirby (der u. a. die Buchcover zu den Scheibenwelt-Romanen
von Terry Pratchett schuf)
einen humorvollen Fantasyroman erwartet, wird
enttäuscht werden. Zwar ist Das Regenbogenschwert nicht frei von amüsanten
Anspielungen, dennoch überwiegen die Elemente der Heroic Fantasy. Simon R. Green lässt
den Leser in die Rolle des vom Pech verfolgen Prinzen Rupert schlüpfen. Als
zweitgeborener Sohn hat er bei Hofe keinen guten Stand. Seinem Bruder Harald (dem
Erstgeborenen) ist der Thron so gut wie sicher, und der König sieht in Rupert nur noch
einen potenziellen Thronräuber und Brudermörder. Deshalb wird Rupert mit den
gefährlichsten Missionen beauftragt, um hoffentlich irgendwann als Held des Königreichs
ehrenvoll zu sterben. Als Rupert eines Tages die Aufgabe erhält, einen Drachen zu finden,
diesen zu töten und dessen Schätze dem König zu übergeben, ist dies für ihn der
Beginn eines gefährlichen Abenteuers. Statt eines wertvollen Schatzes und des
Drachenkopfes bringt Rupert gleich den ganzen Drachen mit - und war in einem Stück und
sehr lebendig. Doch Ruperts Ankunft sorgt nur kurze Zeit für Aufregung. Während er auf
Abenteuerreise war, streckte eine neue finstere Macht ihre Hände nach dem Königreich aus
und brandschatzte die umliegenden Ortschaften und Bauernhöfe. Nur ein wirklicher Held ist
jetzt noch in der Lage, das Unheil abzuwenden ... Obwohl auch Das
Regenbogenschwert ab einem bestimmten Punkt sehr spannend zu lesen ist, findet sich
darin das gleiche erzählerische Strickmuster wieder, das fast alle Bücher des Autors
auszeichnet. So baut Green auch in diesem Buch mehrere parallele Handlungslinien auf,
zwischen denen er in der Geschichte hin und her springt. Sehr ausgeprägt sind gleichfalls
seine immer recht stereotyp geschilderten Kampf- und Schlachtszenen, in denen die
Protagonisten zu wahren Superhelden mutieren. Freundschaft, Verrat, Heldenmut und
höfische Intrigen sind die Zutaten, die beinahe jeden Roman Greens bestimmen. Kennt man
andere Bücher des Autors, wird die Handlung zu vorhersehbar und verliert viel an Spannung
und Originalität.
Gerd
Frey ALIEN CONTACT
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