| MEDIEN-SHOP |
![]() |
| Science Fiction > Alien Contact | Buch-Tips |
| Science Fiction für
Fortgeschrittene: Peter F. Hamilton verlangt seinen Lesern einiges ab. Seine Weltraumsaga
ist breiter angelegt als jede andere zuvor und erfordert zunächst ein gerütteltes Maß
an Geduld, denn auf den ersten 300 Seiten geschieht so gut wie nichts. Einige Figuren
werden vorgestellt, man lernt die Ursprünge einer fremden Rasse kennen, ohne daß eine
Handlung Hamiltons weitschweifige Ausführungen unterbrechen würde. Doch nach und nach
ahnt der Leser die Größe von Hamiltons Universum: Um das Jahr 2600 hat die Menschheit
Hunderte von Kolonien über die ganze Galaxis verstreut. Gentechnik hat die menschliche
Physis aufgewertet, außerirdische Lebensformen haben sich mit den Menschen arrangiert, um
mit ihnen Handel zu treiben. Zahlreiche Handlungsstränge wechseln sich ab: Joshua Calvert findet in einem Trümmerfeld fremder Artefakte so wertvolle Dinge, daß er sich mit seinem ererbten Raumschiff selbständig machen kann. Niemand weiß jedoch, welche fremde Macht die untergegangene Rasse ins Verderben gestürzt hat. - Gleichzeitig lehnen sich auf einer weit entfernten Kolonie einige Zetdees - Zwangsdienstverpflichtete - gegen die Kolonisten auf. Ihr Anführer, ein bekennender Satanist, ist von einer fremden Macht besessen und gewinnt plötzlich Kräfte, die nicht mehr menschlich sind. Als Joshua mit seinem Raumschiff auf der Kolonie landet und den Satanisten unwissentlich mitnimmt, trägt er selbst zur Verbreitung des Unheils bei. Ungewöhnlich sind auch Hamiltons sehr innovative SF-Ideen. Beispielsweise werden einige der modernen Raumschiffe und Raumhabitate nicht gebaut, sondern gezüchtet, verfügen über eine eigene Intelligenz und können mit den Menschen kommunizieren. Hamilton erzählt die Geschichte in epischer Breite und versteht es durchaus, zuweilen Spannung aufzubauen. Hätte er auf zahlreiche unnötige Erläuterungen verzichtet, könnte man seine Saga mit dem Hyperion-Zyklus von Dan Simmons vergleichen. Jedoch erreichen seine Charaktere bei weitem nicht die Eindringlichkeit und Tiefe, die man von Simmons kennt. Mit etwa 50 Protagonisten sind Autor und Leser überfordert, trotz der 14 Seiten langen Personenliste im Buch. Bastei hat den ersten Band der Armageddon-Trilogie in zwei Bücher aufgeteilt, so daß The Reality Dysfuncion in deutscher Sprache über 1700 Seiten füllt. Trotz aller Kritik mag der Roman für Leser, die detaillierte Weltentwürfe mögen, ein außergewöhnliches Leseerlebnis sein. |
![]()
|
| © copyright
1990-2010 by EPILOGmedia Alle Rechte vorbehalten eMail: dialog@epilog.de 28.08.10 02.09.10 |
|