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ALIEN CONTACT
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Werner Illing

Der Herr vom andern Stern

Eine seltsame Begebenheit

Science Fiction > Alien Contact | Stories
Der Herr mit der auffallend hohen, schöngeformten Stirn und den ungewöhnlich klaren Augen, in denen ein reines, sanft strahlendes Feuer zu wohnen schien, erregte den Inspektor des Registrieramtes nicht so sehr wegen der seltsamen, fast unglaublichen Geschichte, die er in bezug auf seine Person erzählte, als durch die völlig ungezwungene und freie Art, mit der er sich vor der Holzschranke bewegte. Er übersah das Stirnrunzeln des Inspektors und das nervöse Zucken des Schnurrbartes, der einer zuschnappenden Falle glich, und auch das mißbilligende Räuspern der beiden Polizisten, die ihn vorgeführt hatten, schien er nicht zu bemerken. Die Stimmung war so bedrohlich, daß eine der grauen und demütigen Figuren, die geduldig auf den Bänken warteten, bis sie an die Reihe kamen, zu dem freimütigen Herrn hinhuschte, ihn zaghaft am Rock zupfte und ihm zuraunte, er möge doch um Gottes willen den Inspektor nicht zum Zorn reizen, das könne furchtbare Folgen für alle haben.
   Der freimütige Herr beugte sich ein wenig herab und schaute in ein bleiches, zartes Mädchengesicht, das fast kindliche Augen bittend zu ihm aufschlug. Es war klar, daß er die hastig geflüsterte Mahnung nicht verstanden oder wenigstens ihren Sinn nicht erfaßt hatte, aber in der Art, wie er zurücklächelte, war soviel einfach-menschlicher Zauber, daß das Mädchen – ja, es hieß Flora und war Näherin in einer Großschneiderei –‚ daß Flora von ihm eingefangen war wie die Motte vom Licht und sich ganz zu seinem Geschöpf machte, in jeder Lage bereit, ihm zu dienen, zu helfen und auch ihn gegen alle Torheiten dieser Welt zu verteidigen, obgleich er diese Hilfe, wie wir sehen werden, kaum brauchte.
   Das aber war die seltsame Geschichte des freimütigen Herrn. Er war von einem andern Stern gekommen, von einem Stern, auf dem die Menschheit viele tausend Jahre älter – ach du lieber Himmel, und auch weiser – war als auf der Erde. Früher einmal, so hatte der Herr dem Inspektor erklärt, reisten die Leute jenes sehr fernen Sternes – man kann ihn selbst mit dem stärksten Fernrohr nicht sehen – mit Raketen und Raumschiffen in der näheren Umgebung ihrer Welteninsel umher. Heute brauchte man dort derartig primitive Hilfsmittel nicht mehr, man hatte endgültig gelernt, die Materie durch den Geist zu beherrschen. Man konzentrierte sich und versetzte sich einfach dorthin, wo man wollte. Nun ja, das war eine verhältnismäßig noch neue Sache, ein revolutionäres Ereignis unter jenen Sternenleuten, und es kam vor, daß die Konzentration nicht ganz ausreichte. Der Herr zum Beispiel hatte keineswegs auf die Erde gewollt. Sein Ziel war ein dunkler Sternenhaufen sieben Millionen Lichtjahre hinter dem Sirius gewesen. Aber plötzlich hatte seine Geisteskraft ein wenig nachgelassen und zur Verkörperung gedrängt. Da war er wie ein Schiffbrüchiger auf der Erde als bescheidenem Nothafen gelandet. Übrigens sah der Herr darin keineswegs eine Tragödie. Er brauche nur zwei oder drei Erdstunden, um sich erneut zu konzentrieren, dann könne er seine Reise fortsetzen, so hatte er dem Inspektor erklärt, und das bedeute nichts weiter, als daß man ihn zwei oder drei Stunden ganz sich selbst überlasse.
   Es steht dahin, ob der Inspektor die Geschichte glaubte oder für eine Narrenposse hielt, jedenfalls bezeugte er, wie es seinem niederen Rang auch zukam, weder Erstaunen noch Mißtrauen. Auch die Antwort des Herrn auf seine Frage, wie jener als Sternzugereister die Nationalsprache ohne Fehler sprechen könne: Einfühlung sei alles, und er werde sich in jeder Sprache geläufig ausdrücken, sofern man ihm nur einige Worte vorgesprochen – hatte der Inspektor mit neutralem Grunzen quittiert. Eins aber hatte er in unmißverständlich barschem Amtston zum Ausdruck gebracht: Aus den erbetenen zwei Stunden Selbstüberlassenheit könne nichts werden, denn der Herr sei mit dem Augenblick seines Eintreffens auf der Erde registerpflichtig, er unterstehe dem Amt und habe folgerichtig keine Verfügungsgewalt mehr über sich.
   Trotz der hohen Intelligenz, die ihm auf die Stirn geschrieben war, vermochte das der Herr nicht einzusehen. Er fragte den Inspektor in liebenswürdigem Freimut, warum das so sei und welchen Sinn es habe. Ohne Zweifel war diese Frage nach dem Sinn des Amtes die frevelhafteste, die überhaupt ein sterbliches Wesen vor der Schranke stellen konnte. Der Inspektor lief blutrot an, die Wartenden auf den Bänken duckten sich und Flora verkroch sich wie im Vorgeschmack von Prügeln hinter dem Rücken des kühnen Fragers. Die Polizisten verständigten sich durch Zublinzeln und traten etwas näher an den Herrn heran, ihre Muskeln strafften sich. Sei es, daß der Inspektor für seine Galle fürchtete, sei es, daß ihn der Blick des freimütigen Herrn, in dem weder Herausforderung noch zynische Überlegenheit lag, warnte, er spürte wie einen würgenden Zugriff seine Unzuständigkeit, und so verwies er den Herrn unter gefährlichem Zucken des Bartes und der Augenbrauen an den Kanzleirat im nächsthöheren Stockwerk.
   Während des Ganges durch Korridore und über Treppen beschwor Flora den Herrn in fliegender Hast, dem Kanzleirat sehr, sehr viel Respekt entgegenzubringen, denn dieser sei schon so hoch gestellt, daß nur wenige sich rühmen dürften, hinter seiner Tür in die zustehende ehrfürchtig erstarrende Verbeugung verfallen zu sein. Der Herr hörte nicht so genau hin, um so genauer schaute er sich das Mädchen an. In ihrer Sorglichkeit und Liebe ist sie schon sehr menschenähnlich, dachte er – und hübsch ist sie auch.
   Die Polizisten machten sich auf eine lange Wartezeit gefaßt. Sie staunten, als der Herr vom andern Stern ohne Verzug zum Eintritt aufgefordert wurde. Es mußte ein wichtiger Fall sein. Flora verbarg sich zwischen den Säulen des Treppenhauses und wartete.
   Der Kanzleirat versah seinen Dienst in einem fast gemütlichen Zimmer. Auf den Fensterstöcken igelten protzige Kakteen aus ihren Töpfen, es gab ein schwarzes Wachstuchsofa mit weißen Knöpfen – unbenutzt – und die Wasserkaraffe auf der amtsgrünen Tischdecke hatte eine nicht völlig amtsgemäße, eher ins Private schweifende Form. Der Kanzleirat war alt und sah wohlwollend aus. Aber damit konnte er den Herrn vom andern Stern natürlich nicht täuschen. Im Innern war er nicht im geringsten wohlwollend, sondern eher tückisch, denn vor ihm lag der vom Protokollanten des Inspektors angelegte Akt über den Herrn vom andern Stern – das Amt arbeitete nach außen ungeheuer langsam, nach innen aber ungeheuer schnell – und daraus ersah er, daß der Vorgeführte es gewagt hatte, nach dem Sinn des Amtes zu fragen.
   Der Kanzleirat lächelte wie ein Fuchs, der das Leibschneiden verbergen will, damit der Wolf den Rest des vergifteten Truthahns frißt. Er fragte den Herrn in jovialer Weise nach dem und jenem, wieviel Dienststunden für höhere Beamte, das heißt genauer gesprochen für gehobene Beamte der mittleren Stufe auf dem andern Stern vorgesehen seien, wie die Pension gestaffelt sei und welche Gewalt dem einzelnen Amtsträger zukomme. Der Herr vom andern Stern machte darüber Auskünfte, die ihm die letzte Sympathie des Kanzleirates verscherzten. Es gäbe dort überhaupt kein Amt, sagte er, er könne auch nicht einsehen, weshalb es eines geben solle; soweit er sich hier auf seine Einfühlung verlassen könne, habe das Amt keinen anderen Zweck, als die Menschen wie störrische Esel niederzubrechen; die Menschen aber wären von Natur keineswegs störrisch, sie wären auch keine Esel, sondern eben Menschen, das hieße, sie gediehen am besten, wenn man sie möglichst unbehelligt ihren Weg zwischen Irrtum und Wahrheit suchen lasse.
   Der Kanzleirat wünschte einen Anlaß, um sich in scharfer Weise jede Belehrung zu verbitten, da aber der Herr vom andern Stern keineswegs in belehrendem Ton gesprochen, sondern seine Meinung in einer hierorts völlig unbekannten freibürgerlichen Art dargelegt hatte, fand er keinen Ansatzpunkt für eine Zurechtweisung. Er saß blaß hinter seinem Schreibtisch, während die Feder seines Protokollanten über das Papier flog, und trommelte nervös mit den Fingern. Die Polizisten, die wie Standbilder die Tür flankierten, erschraken, das Fingertrommeln durchdrang das riesige Gebäude wie dumpfer Paukenschlag und die Wände zitterten leise. »Zum Amtsdirigenten!« sagte der Kanzleirat und nickte lässig den Polizisten zu.
   In die hohe Region des Amtsdirigenten zu folgen, wagte Flora nicht mehr. Sie schlug ein Kreuz vor der Brust, als sie hörte, wohin der Herr befohlen sei, sie flüsterte, sie werde warten, und verkroch sich zwischen Aktenschränken, mit denen der Korridor des Kanzleirates ausgefüttert war.
   Es ging über prachtvolle Treppen empor, der Marmor strahlte Kälte aus, die Polizisten gingen auf Fußspitzen und unterdrückten den Husten. Ab und zu öffneten sich lautlos die Türen, Fuchs-, Wolfs- und Schweinsgesichter lugten hervor und verschwanden sofort wieder.
   Der Amtsdirigent erfüllte mit seiner verhältnismäßig schmächtigen Persönlichkeit ein großes, prunkhaftes Zimmer, dessen Lichtanlage so konstruiert war, daß nichts und niemand darin einen Schatten warf. Der Amtsdirigent war ein noch jugendlicher glatter Mann. Seinen hohen Rang verdankte er wohl dem Umstand, daß ihn weder Leid noch Freude oder überhaupt eine Regung des Herzens erreichte. Dafür aber war er höflich. Er hörte die Bitte des Herrn vom andern Stern, ihm zwei Stunden ungestörter Ruhe zu bewilligen, ruhig an, schüttelte dann aber energisch das glattgescheitelte Haupt. Die Gewährung dieses Ansuchens, so sagte er, würde alle Gesetze des Amtes aufheben. Nur der Amtschef könne darüber entscheiden. »Nun also«, rief der freimütige Herr mit neu gewonnener Hoffnung, »dann lassen Sie mich zum Amtschef!«
   Der Amtsdirigent hielt einen Augenblick den Atem an und ließ ihn dann vorsichtig entweichen, um die Ruhe zu bewahren. »Wenn jemand von einem andern Stern auf die Erde herabfällt«, sagte er mit erzwungener Kühle, »so ist das für das Amt eine Lappalie. Sie haben eins noch nicht begriffen: der Weg vom fernsten östlichen Stern unseres Weltenraumes zum fernsten westlichen ist ein Katzensprung, gemessen an der ungeheuren Distanz zwischen mir und dem Amtschef!«
   Der Herr vom andern Stern lächelte gewinnend und meinte, das sei jenseits seiner Vorstellungskraft. »Sehen Sie!« erwiderte der Amtsdirigent ernst und wandte sich nun der eigentlichen Amtshandlung zu, indem er seine schmale Hand mit einem gewissen Pathos auf ein dickes Aktenstück legte. Es war der inzwischen machtvoll angeschwollene Akt des Herrn vom andern Stern.
   »Sie sind inzwischen registriert«, sagte der Amtsdirigent eindringlich. »Sie waren nichts, jetzt sind Sie etwas.«
   »Ein Aktenstück«, sagte der freimütige Herr mit sanftem Lächeln.
   »Unterbrechen Sie mich nicht«, entgegnete der Amtsdirigent mit einigem Nachdruck. »Sie sind etwas, aber noch nicht genug, um ein Vollmensch zu sein.«
   »Und was brauche ich dazu?« fragte der Herr vom andern Stern mit einem Anflug von Humor.
   Der Amtsdirigent erwiderte schlicht und bedeutend: »Ein Vaterland.«
   »Warum?« fragte der Herr vom andern Stern ebenso schlicht, aber weniger bedeutend zurück.
   Da brüllte der sonst so höfliche Amtsdirigent: »Ein Vaterland brauchen Sie, verdammt noch mal, jeder Mensch braucht eins, um sich den Menschen, die ein anderes Vaterland haben, überlegen fühlen zu können, das ist doch sonnenklar. Wo haben Sie denn bisher gelebt?« Während er diese Worte metallisch in den Raum klingen ließ, erzitterte der Bau von dumpfen Erschütterungen, als würden in den untersten Stockwerken Fernkanonen abgefeuert, und eine zerhackte Musik dröhnte herauf. Der Herr bog sich etwas zurück, denn ihm war, als klatschten ihm wehende Fahnentücher um die Ohren. Der Amtsdirigent erhob sich, nun wieder ganz beherrscht, undurchdringlich und höflich kühl. »Das Amt«, sagte er, »hat Sie dem nächstgelegenen Vaterland zugeteilt. Ihre Papiere liegen an der Kasse. 72 Mark Gebühren. Damit Sie die richtigen Grundbegriffe kriegen, werden Sie morgen als Soldat eingezogen. Melden Sie sich Punkt sieben Uhr in der Heldenkaserne. Soldatendienst ist der höchste Ehrendienst, den Sie leisten dürfen!«
   »Ich möchte gar nichts leisten«, sagte der Herr vom andern Stern, aber der Amtsdirigent überhörte es, er wandte sich an die beiden Polizisten, die sofort strammste Haltung annahmen. »Was ist süß und ehrenvoll?« fragte er im Befehlston. »Für das Vaterland zu sterben«, antworteten die beiden Polizisten wie aus einer Trompete.
   Der Herr wollte einwenden, er habe gar keine Lust zu sterben, aber da war er schon unterwegs, treppab zur Kasse. Flora schlich sich wieder an ihn heran, sie wollte wissen, was es gegeben habe. »Ich soll morgen früh als Soldat in die Kaserne«, sagte der Herr vom andern Stern. »Ach, du Armer!« seufzte das Mädchen und begann zu weinen. »Es soll das Schönste sein, was es überhaupt hier gibt«, sagte der Herr erstaunt. »Ach, du Armer«, wiederholte das Mädchen, weinte nur noch bitterlicher und hängte sich wie ein kleiner, hilfeflehender Schatten an den Arm des Herrn. Da erkannte dieser, daß das Leben auf dem Stern Erde sehr kompliziert sei.
   An der Kasse kam es zu einem denkwürdigen Zwischenfall. Die Papiere (auch die Stellungsorder) lagen richtig da, aber der Herr hatte kein Geld. Er wußte überhaupt nicht, was Geld eigentlich wäre. Der Kassierer wollte es dem Herrn leicht machen, er glaubte, der Zugereiste beherrschte die Zahlen und Farben der Banknoten nicht, deshalb legte er einen Schein zu fünfzig, einen zu zwanzig und einen zu zwei Mark vor den Herrn und sagte schreiend, wie man das vor Ausländern tut, soviel und in solchen Scheinen habe er zu zahlen. Flora hatte gleich begriffen, daß der Herr kein Geld bei sich hatte, sie kramte in ihrem Täschchen, brachte aber nur drei Mark siebenundsechzig zusammen. Der Herr vom andern Stern geriet aber durchaus nicht aus der Fassung. Für eine solche Kleinigkeit genügte ihm die Konzentration einiger Sekunden. Für einen Augenblick sah es aus, als ob er schielte, dann lagen plötzlich neben den Musterscheinen drei andere, die diesen auf ein Haar glichen. »Bitte«, sagte der Herr, »zweiundsiebzig Mark.« Er hatte durch die Kraft seines Geistes die Materie in die Gestalt der vorgelegten Scheine gezwungen.
   Der Kassierer wies die Scheine als plumpe Fälschung entrüstet zurück. Der Herr lächelte. »Es können keine Fälschungen sein«, sagte er ruhig. »Die Scheine sind identisch.« Der Kassierer untersuchte sie auf das peinlichste. Der Herr hatte recht. Die alten und die neuen Scheine waren absolut echt. Es gab also je zwei echte Scheine mit der gleichen Nummer, der Kassierer konnte nach einigem Manipulieren nicht einmal mehr feststellen, welche Scheine er zuerst in der Hand gehabt hatte, bevor sie verdoppelt worden waren. »Damit stürzt unser gesamtes Finanzwesen in sich zusammen«, sagte er tonlos und hielt sich nur mühsam am Zahltisch aufrecht.
   »Ist das so wichtig?« fragte der Herr vom andern Stern und wandte sich zum Gehen.
   Es gab einen furchtbaren Krach. Die Wand eines der Stahltresore zeigte einen häßlichen Sprung.
   Flora nahm den Herrn mit in ihr Stübchen. Es wurde ein hübscher und lustiger Abend. Auf dem Nachhauseweg waren sie vor den schönsten Läden stehengeblieben. Der Herr vom andern Stern hatte allerlei auswendig gelernt: Hummer, Spargelsalat, Butter, Gorgonzola und Sektflaschen, dann hatte er auch ein paar phantastische Abendkleider auswendig gelernt und ein Platinfuchscape. Zu Hause schielte er ein bißchen, konzentrierte er sich und schon war alles da. Die Eßsachen vor allem waren so reichlich, daß Flora noch die Nachbarn herbeiholte. Die schönen Kleider freilich bewunderte sie zwar sehr, aber sie zu tragen, konnte sie sich nicht entschließen. Man würde sie auslachen, meinte sie. Nun, da löste sie der Herr wieder in Nichts auf. Außer einer sehr schönen Wäschegarnitur. Flora war keineswegs frei von Eitelkeit. Das hätte der Herr auch nicht gewünscht.
   Die Sache mit dem Militärdienst des Herrn vom andern Stern ging furchtbar schief. Der Herr fragte den Feldwebel, weshalb er sich in Reih und Glied stellen solle, das mache geistig und körperlich müde, er erklärte seinen Stubenkameraden, andere Menschen totzumachen sei sehr unzweckmäßig, sie hätten das auf ihrem Stern vor vielen tausend Jahren auch gemacht, plötzlich wären nur noch ein paar Dutzend Leute übriggeblieben, die es sehr schwer gehabt hätten, wieder ein einigermaßen menschenmögliches Leben aufzubauen. Er fragte den Leutnant, weshalb sie singen müßten, denn sie selber hätten keine Lust dazu, und er, der Leutnant, fände es auch scheußlich. (Einfühlung ist alles.) Er riet dem Kapitän, der ihn anbrüllte, sich eine vollbusige Geliebte zu nehmen und einen Mondscheinbummel am See zu machen, das habe man nämlich nötig. Er sagte dem Major, der ihm ein Kriegsgerichtsverfahren androhte, er halte das ganze System für falsch, weil man es augenscheinlich ernst nehme, aber selbst für eine Faschingsveranstaltung tauge es nicht, weil dafür die Kleidung zu schwer und zu phantasielos sei. Als er dem Oberst vorgeführt wurde und in freimütig menschlicher Weise diesem – nicht ohne einiges Mitleid im Blick – gegenübertrat, griff sich der Kommandeur an den Halskragen, wurde käsig im Gesicht, winkte ab und verschwand in der Toilette.
   Der Herr vorn andern Stern wurde vom Militärdienst ausgeschlossen, das Regiment bekam sechs Monate Ausgehverbot, der Major übernahm ein kleines Sommerlokal in der Heide, der Leutnant meldete sich in eine lebende Stratosphärenrakete, der Oberst ging an Gallenkolik ein, der nächste Krieg wurde um ein paar Wochen verschoben.
   Flora war selig, daß der Herr vom andern Stern den Soldatenrock so rasch wieder ablegen durfte, sie war ein echtes Kind des Volkes, sie hatte auch keine Vettern im Amt, denen das hätte schaden können. Aber – das muß man schon sagen – sie hatte einen Fehler damit begangen, ihre Nachbarschaft mit der Zauberkunst ihres Herrn bekannt zu machen. Der Herr vom andern Stern bekam von einem seriösen Ringverein ein Angebot auf Beteiligung. In einem Bouillonkeller sollte er beweisen, ob er tatsächlich fähig sei, aus einem dreikarätigen Brillantring nur durch ein bißchen Schielen zwei zu machen. Der Herr, umringt von schweren Jungen aller Kaliber, schielte etwas heftiger als gewöhnlich, es dauerte auch ein paar Sekunden länger, dann lagen nicht zwei, sondern zwanzig Dreikaräter auf dem dreckigen Tisch zwischen Zigarettenasche und Schnapsresten. Die Ringe wurden geprüft. Sie waren alle echt. Sie waren, Junge, Junge, wahrhaftig alle echt! Da kriegte es der Herr vom andern Stern satt, schielte noch einmal und husch, waren alle in Nichts aufgelöst, auch das Muster. (Gestohlen war es ja doch, sagte sich der Herr, weshalb sollte es da in der Welt bleiben!)
   Der Tumult war unbeschreiblich, und ein paar Dutzend Fäuste, Schlagringe. Stahlruten, Gasschläuche und vielleicht auch Revolvermündungen reckten und richteten sich gegen den Herrn vom andern Stern. Aber da begab sich etwas Sonderbares. Sie konnten nicht zuschlagen, denn der Herr vom andern Stern hatte keine Angst. Er hatte vor diesen wilden, ausgehungerten, hemmungslosen Schakalen, Tigern und Ratten keinerlei Angst. Sie mußten sogar zuhören, was er sagte. Er sagte, es verderbe die Freude an Schlaf, Essen und Liebe, anderen Menschen nachzulauern und sie zu betrügen. Zuletzt betrüge man damit sich selber. Nein, es sei sehr unzweckmäßig, so zu leben, aber er nehme es ihnen nicht übel. Solange es Ämter gebe, um Menschen zu quälen, und Waffen, sie auszurotten, und lügenhaftes Gemurmel um Standarten, Kreuze und Nasenformen, solange würde neben dem offiziellen Raub und Totschlag auch der private blühen. »Ihr macht kolossale Fehler auf eurer Erde«, sagte er ein wenig müde, »aber vielleicht haben wir sie früher auch gemacht. Wenn ich wieder zu Hause bin, werde ich mich mit Geschichte beschäftigen. An sich haben wir das nicht mehr nötig, wir sind darüber hinaus ...«
   Es ist zu bezweifeln, ob die Ratten, Tiger und Schakale ihn verstanden, jedenfalls mußten sie ihn ungeschoren gehen lassen, weil er eben keine Angst hatte. Danach aber fielen sie übereinander her, und was da geschah, sowohl mit der Einrichtung des Lokals als mit einigen Hirnschalen und Schienbeinen, das ist für diese Geschichte ohne Bedeutung.
   Der Herr vom andern Stern wurde von da ab unlustig. Er lehnte es zum Beispiel fürderhin ab, Dinge, die man ihm in Schaufenstern oder sonstwo zeigte, zu verdoppeln. Dafür, sagte er, hätten die Menschen auf seinem Stern sich nicht über viele Generationen hinweg geübt, den Stoff nach dem Geiste zu formen. Ich, persönlich, glaube auch, daß seine Konzentrationsfähigkeit durch das ungewohnte Zusammenleben mit Flora nachgelassen hatte und er es nur nicht zugeben wollte. Es ging ihm ziemlich schlecht, zumal er – vielleicht ebenfalls wieder über Flora – Hunger verspürte. Sein fast schon ätherischer Organismus wollte essen. Obwohl er sich durch Konzentration – sofern er sie noch beherrschte! – leicht einen neuen Anzug hätte verschaffen können, ließ er es zu, daß seine Hosen ausfransten und seine Wäsche schadhaft wurde. Flora machte das nichts aus, er rückte ihr dadurch nur näher.
   Dabei fehlte es ihm nicht an Gelegenheit, auf ganz legale Art Geld zu verdienen. Sein Fall war natürlich bekanntgeworden, man warb um ihn. So etwa mietete ihn eine politische Partei für eine groß angelegte Wahlversammlung. Der Genosse vom andern Stern, schrie es von den Plakaten, wird von den Mindestforderungen einer fortgeschrittenen Menschheit reden. Der riesige Saal quoll über vom Andrang Neugieriger. Aber die Sache wurde ein Fehlschlag. Der Herr vom andern Stern, durch den Parteivorstand mit zündenden Kampfparolen vorgestellt, begann seine Rede mit folgenden Worten:
   »Ich bin zwar noch nicht lange hier, aber soviel habe ich schon begriffen, daß ihr Leute von der Erde euer Zusammenleben auf Neid und Selbstgefälligkeit gründet. Obwohl es mir gleich ist und ich nicht eure Haut zu Markte tragen werde, muß ich doch fragen: hat euch Gott dafür den menschlichen Verstand gegeben?« An dieser Stelle ließ der Vorstand die Großlautsprecher einschalten, eine flotte Marschweise übertönte den Redner. Der Herr vom andern Stern wurde durch einen Hinterausgang hinausbugsiert. Der Vorstand entschuldigte sich durch eine technische Störung, was niemand auffiel, und ließ einen seiner beliebten Gefühlsredner in die Bresche springen. Auch das fiel nicht weiter auf.
   Auch eine Gruppe Jugendlicher versuchte sich des Herrn vom andern Stern zu bemächtigen. Sie wünschten von seiner hohen Geistigkeit zu profitieren. Aber da er weder bedeutsam wie ein Professor noch zackig wie ein alter Germanenherzog zu ihnen sprach, sondern einfach menschlich, und da er ihrem Wunsch, ihnen auf billige Weise durch Bemeisterung der Materie einige tausend Uniformen nebst sonstigem Zubehör zu beschaffen, nicht entsprach, ließen sie ihn bald links oder rechts liegen. Manche nannten ihn Verräter. Aber das fiel ebenfalls nicht weiter auf.
   Einige alte, vornehme Damen bemühten sich, ihn zum Mittelpunkt einer religiösen Bewegung zu machen, ja, sie waren bereit, ihn zu Gott oder zu einem gottähnlichen Wesen zu erheben. Hier verdunkelten sich die schönen und strahlenden Augen des Herrn vom andern Stern zum erstenmal in Unmut. »Von Gott, meine Damen«, sagte er, »haben Sie eine geringere Ahnung als die Fliege, die sich auf Ihrer Nase die Beinchen reibt. Wenn ihr’s nicht fühlt, ihr werdet’s nicht erjagen.«
   »Das ist von Goethe!« erwiderte spitz ein überaltertes Stiftsfräulein.
   »Na, wenn schon«, sagte der Herr vom andern Stern und ging seines Wegs.
   Der Herr vom andern Stern fing an, das Leben auf der Erde trotz seiner Kompliziertheit oder vielleicht, weil es so kompliziert war, langweilig zu finden. Er kaufte keine Zeitungen mehr, er hörte auch – trotz der ihm angeborenen Güte – nicht mehr aufmerksam zu, wenn ihm die Leute ihre Lebensgeschichte erzählten, es waren immer dieselben Geschichten, und sie handelten ohne Ausnahme von Dingen, die der Herr vom andern Stern für völlig nebensächlich hielt. Mit einer gewissen Listigkeit, die ihm früher fremd gewesen war, fing er an, darüber nachzugrübeln, wie er sich die zwei oder drei Stunden für die Abreisekonzentration erschleichen könne.
   Das war schwer. Wenn auch das öffentliche Interesse an ihm geringer wurde, so griff mit geradezu teuflischer Präzision das Amt nach ihm, sobald er sich unbeobachtet glaubte. Er mußte sich gelegentlich melden, Fragebogen ausfüllen, Steuererklärungen abgeben oder diverse eidesstattliche Versicherungen leisten. Nach solchen Nadelstichen des Amtes fühlte er sich tagelang elend und fast im irdischen Sinne krank, jedenfalls nicht fähig, seine erstaunlichen Geisteskräfte zusammenzuraffen. Und da war nun auch Flora.
   Was sich mit ihr vollzog, merkte der Herr vom andern Stern erst, als es beinahe zu spät war. Anfangs ihm in schwärmerischer Verehrung ergeben, hatte ihre Liebe allmählich immer erdgemäßere Formen angenommen. Nachdem er von seinem Zauberglanz einiges eingebüßt hatte, begann sie ihn wie jede tüchtige Erdenfrau zu umsorgen und zu umhegen. Sie gewöhnte ihm an, selbstgefertigte Hausschuhe zu tragen und nachmittags, wenn sie von der Arbeit kam, seinen Kaffee zu verlangen. Er mußte, als sie zwei Tage aufs Land fahren wollten, ein Telegramm an ihren Chef aufgeben, ihre Tante läge im Sterben; er mußte für den Wasserhahn eine Dichtung besorgen und sie montieren; er mußte ihren Kartoffelsalat loben, obwohl er Kartoffeln nicht sehr schätzte (im übrigen machte sie den Kartoffelsalat wirklich sehr gut), er bekam von ihr Fäustlinge geschenkt, als es kälter wurde. Sie begann ihn mit zäher Sanftmut zu beherrschen und ihm zu suggerieren, ihm fehle etwas, wenn sie nicht da wäre.
   Nur das enorme Einfühlungsvermögen in fremde Seelen rettete den Herrn vom andern Stern vor dem Äußersten. Eines Tages – sie bummelten durch die Straßen – blieb Flora wie gebannt vor dem Fenster eines Möbelgeschäftes stehen. In mildem Lichte war da ein Schlafzimmer mit hübschen Schnörkeln zu sehen, dahinter, nur noch wie eine schöne Vision, ein großes Küchenbüfett. »Schau es dir doch bitte ganz genau an, Liebling«, drängte Flora. In ihrem Ton schwang eine düstere Sinnlichkeit. »Warum denn?« fragte der Herr vom andern Stern arglos. »Ach bitte, konzentrier dich doch nur ein einziges Mal, Liebling«, flüsterte Flora, »wenn du ganz wirklich willst, dann wird es schon noch einmal gehen.«
   Der Herr begriff: Flora wollte das Schlafzimmer und die Küche durch geistige Mogelei erwerben. Als er es ihr auf den Kopf zusagte, errötete sie, schlug die Augen nieder und kniff ihn in den Arm. »Dann können wir endlich heiraten, Liebling«, hauchte sie. Und als der Herr schwieg, setzte sie hinzu: »So kann es doch nicht weiter gehen, Liebling, was sollen denn die Leute denken?«
   Der Herr stöhnte. Flora mißdeutete diese Gefühlsäußerung. »Vor dem Amt brauchst du keine Angst zu haben«, sagte sie drängend, »heiraten dürfen die Dümmsten und die Geringsten, da werden keine Schwierigkeiten gemacht.«
   »Weshalb willst du mich denn unbedingt in deine Gewalt bringen, Flora«, sagte der Herr vom andern Stern mit gepreßter Stimme. »Das geht immer schlecht aus, man sollte das nicht tun.«
   Flora schaute gekränkt zu ihm auf. Zum Glück hatte sie ihn nicht ganz verstanden. Der Herr zog das schmollende Mädchen von dem Fenster weg, er ordnete seine Gedanken, während sie weitergingen. Vor der Auslage eines kleinen Geldwechslers blieb er stehen. Sein Blick heftete sich intensiv auf einen ziemlich neuen Hundertmarkschein. Flora wollte etwas sagen, aber eine gebieterische Gebärde des Herrn ließ sie verstummen. Er fühlte mit Befriedigung, wie in seiner Jackentasche Geldscheine aufquollen. Als es ungefähr hundert Stück waren, nahm er das Bündel heraus, schob es Flora in das Markttäschehen und sagte: »Dafür kannst du dir drei Wohnungseinrichtungen kaufen und auch den grünen Papagei, den du dir immer so sehr wünschtest. Du mußt die Scheine nur getrennt ausgeben, sie sind zwar echt, aber sie haben alle die gleiche Nummer. Sie fortlaufend zu numerieren, so weit bin ich leider noch nicht.«
   Flora fiel ihm auf offener Straße um den Hals und rief: »Du bist doch der Beste!« Dabei weinte sie.
   Der Herr vom andern Stern winkte ab. »Es ging besser, als ich dachte«, sagte er schlicht, und: »Geh nur immer nach Hause, ich habe noch was zu erledigen.«
   Sie ging gehorsam. Der Herr schaute ihr nach. Sie war sehr lieb, seufzte er innerlich, aber weshalb versuchte sie mich zu erdrosseln? Ich habe ihr doch nichts Böses getan ...
   Darauf schlug der Herr vom andern Stern den Kragen hoch, zog den Hut in die schöne, hohe Stirn und ging in eine Konditorei, in der viele bunte Torten ausgelegt waren.
   Ohne jemanden zu fragen, begann er stehend und mit gutem Appetit ein Stückchen Torte nach dem andern zu verzehren. Ohne Teller, gleich aus der Hand. Das Konditorfräulein war starr vor Staunen, aber nicht lange, dann kreischte es, was das für eine Art sei und ob der Herr überhaupt zahlen könne. (Der Herr vom andern Stern sah ziemlich schäbig aus und rasiert hatte er sich an diesem Tage auch nicht.)
   Der Herr vom andern Stern sagte, so weit er es während des Kauens konnte, erstens habe er Hunger, zweitens dächte er nicht daran zu zahlen, denn er hätte kein Geld, drittens, was die vielen Torten sollten, wenn sich Leute, die gerade darauf Appetit hätten, nicht daran sattessen könnten.
   So wurde der Herr vom andern Stern verhaftet und in das Amtsgebäude, Kellergeschoß, eingeliefert. Der Unterinspektor, der den Inhaftierten hätte vernehmen müssen, saß gerade beim Frühstück. Darin sah der Herr vom andern Stern seine große Chance. Er reizte den frühstückenden Unterinspektor durch Reden, die jeglichen Respektes bar waren, und erreichte dadurch, daß er in eine Dunkelzelle für Tobsüchtige eingeschlossen wurde.
   Der Unterinspektor, um sich abzureagieren, beschloß, sein Amtsfrühstück, das auf eine Stunde bemessen war, auf zwei Stunden auszudehnen. Das war für den Herrn vom andern Stern von unschätzbarem Glück.
   Nach zwei Stunden befahl der Unterinspektor die Akten des Inhaftierten. Wie erschrak er, als nach etwa zwanzig Minuten drei Amtsdiener vierundzwanzig riesige Aktenfollikel anschleppten. Zu dieser Größe hatte sich inzwischen der Akt des Herrn vom andern Stern ausgewachsen.
   Der Unterinspektor begriff erst jetzt, welchen Fang er gemacht hatte, aber er zitterte auch vor der Tatsache, seinem Vorgesetzten, dem Inspektor, mit einstündiger Verspätung davon Mitteilung machen zu können.
   Mit schrecklich gesträubtem Bart stürzte der Inspektor herbei, er riß den Unterinspektor mit sich in den dunklen Gefängniskorridor, er befahl mit heiserer Stimme, das riesige Schloß vor der Tobsuchtszelle zu öffnen. Was er geahnt hatte, bestätigte sich, die Zelle war leer. Gerade als sie eindrangen, verglomm so etwas wie ein zarter Lichtschimmer nach oben. »Der Kerl ist abgereist!« stöhnte der Inspektor. Dann sammelte er Luft in seinen Lungen, um dem Unterinspektor ein überwältigendes ›Rindvieh‹ entgegenzuschleudern. Aber der Ton blieb in seiner Kehle stecken, denn etwas Gräßliches geschah. Aus der Höhe des riesigen Gebäudes, aus dem Turmaufsatz, dröhnte eine schnarrend-schneidende Stimme. Sie dröhnte wie Weltuntergang. Und obwohl sie ihn noch nie gehört hatten, wußten doch alle im Amt, daß es die Stimme des Amtschefs war, die wie ein Eissturm zu ihnen hinabfegte.
   »Das Amt ist unfähig!« posaunte diese Stimme. »Ich löse das Amt auf!«
   Im gleichen Augenblick barsten die Wände, stürzten die Pfeiler, zerkrachte das Gebäude. Eine ungeheure Schuttwolke stäubte auf. Als sie sich verzogen hatte, war nichts mehr zu sehen, nicht einmal Ruinen.
   Nach geraumer Zeit erwachte der Inspektor in seinem Kellergewölbe aus der Betäubung und knipste die Taschenlampe an. Vor ihm saß der Unterinspektor und spielte mit seinen dicken Fingern wie ein Kind mit Puppen.
   »Wer wird uns nun die Pension zahlen?« fragte der Inspektor mit belegter Stimme. Er hatte sehr viel Staub schlucken müssen.
   Der Unterinspektor blieb ihm die Antwort schuldig und spielte weiter.

© 1949/2005 Dr. Joachim Ruf
Graphik: Manfred Lafrentz


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Bestellen

Im Jahr 1948 wurde als erster deutscher Nachkriegsfilm aus dem Genre Science Fiction Der Herr vom andern Stern mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle verfilmt.
Alle Rechte vorbehalten. Dieser Text ist, wie alle Texte in epilog.de, durch das Urheberrecht geschützt. Die unautorisierte Reproduktion, auch in Online- und Offlinemedien, ist verboten und wird straf- und zivilrechtlich verfolgt.
Erstveröffentlichung
Werner Illing, »Der Herr vom andern Stern«
in: Werner Illing, Das Spiel der Könige (Berlin: Wedding-Verlag, 1949)
Neuveröffentlichung
Werner Illing, »Der Herr vom andern Stern«
in: Werner Illing, Utopolis und andere phantastische Geschichten (Berlin: Shayol, 2005) Bestellen
Siehe auch
Wolfgang Both zu Werner Illings Utopolis
Werner Illing, Utopolis (1930) [Romanauszug]
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21.05.06 • 10.06.06