| Die Menschheit entwickelte
sich mit der Konstruktion von Sprungtoren zu einem intergalaktischen Volk. Dann geschah
das Unfaßbare: Wegen eines mutmaßlichen Programmfehlers begannen die vollautomatischen
Terraformerflotten (die eigentlich fremde Sonnensysteme zur Besiedlung vorbereiten
sollten) einen verheerenden Krieg gegen die Menschen. Die seelenlosen Maschinen erwiesen
sich als übermächtig. Nachdem die besiedelten Kolonien ausgelöscht und die Menschheit
fast verloren war, gelang es durch einen Trick sich der außer Kontrolle geratenen
Maschinen zu entledigen. Diese Ereignisse liegen weit zurück, als ein beschädigtes
Terraformerschiff im Sonnensystem auftaucht. Untersuchungen ergeben, daß es einen
neuartigen Antrieb benutzt, um ohne Sprungtore größere Entfernungen zurückzulegen. Es
scheint sich jedoch um einen Prototyp zu handeln, der den Terraformern durch die
erlittenen Beschädigungen keine weiteren Informationen übermitteln konnte. - Nach dem
Vorbild des geborgenen Sprungantriebs wird ein neues Raumschiff entwickelt, das X-Shuttle.
Doch beim Probelauf gibt es massive Probleme, und das Schiff wird in einen unbekannten
Winkel des Universums geschleudert. Auf der Erde startet man daraufhin eine
Rettungsmission, während sich der Pilot des X-Shuttle in einem fremden, mit verschiedenen
Aliens bevölkerten Sektor des Universums zurechtfinden muß. - Farnhams Legende ist eine
recht außergewöhnliche Publikation. An den Roman gelangt man nur durch den Kauf von Xtension, einer
Zusatz-CD für das Computerspiel X-Beyond the
Frontier. Das Spiel selbst ist eine komplexe Weltraumsimulation, die dem Spieler
maximale Handlungsfreiheit in einem riesigen Spieluniversum ermöglicht. Der beigelegte
Roman greift auf dieses fiktive X-Universum zurück.
Dem Autor - Farnhams Legende ist Helge Kautz' erster Roman -
merkt man den Spaß am Schreiben an. Auf den ersten Seiten entwickelt sich die Geschichte
noch etwas holprig. Im weiteren Verlauf gelangt der Autor aber zu mehr Geschlossenheit und
vermag auch erzählerisch zu überzeugen. Die in mehrere Ebenen untergliederte Handlung
stellt durch geschickten Perspektivenwechsel einen ständig präsenten Spannungszustand
her.
Farnhams Legende liest sich wie eine farbenfrohe, fast schon verspielte Space Opera mit
einem leichten stilistischen Hang zum Comic-Genre. In der wendungsreichen Geschichte
stecken zwar nicht unbedingt neue Ideen, aber genügend Überraschungen, um das Interesse
des Lesers bis zum Ende wachzuhalten. Für Liebhaber klassischer Space Operas ist dieser
etwas ungewöhnlich publizierte Roman ein echter Geheimtip!
Gerd
Frey ALIEN CONTACT
Romanauszug: Helge Kautz, Farnhams Legende
|
 |