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| ALIEN CONTACT 66 |
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| In diesem lange verschollenen Kurzroman aus des Altmeisters Feder bestätigt
sich einmal mehr die bekannte These, dass es durchaus gefährlich und ungesund sein kann,
wenn sich ein Menschlein bemüßigt fühlt, seine Nase zu tief in die Geheimnisse von
Mutter Natur zu stecken. Dies muss auch der sinistre Wissenschaftler Daniel Kesserich
erfahren, der mit der Zeit, mit Leben und Tod und mit der Substanz des Universums selbst
herumexperimentiert. Erzählt wird die Geschichte der unheimlichen Vorfälle in Kesserichs Heimatstadt Smithville von George Kramer, einem früheren Studienfreund des ehrgeizigen Forschers. Kramer reist nach dem Tode der Ehefrau von John Ellis, eines weiteren gemeinsamen alten Freundes aus Universitätszeiten, nach Smithville, um Ellis und Kesserich zu besuchen. Doch zunächst trifft er keinen von beiden an, sondern wird mit merkwürdigen Phänomenen konfrontiert. So materialisieren vor Kesserichs Haus Kieselsteine aus dem Nichts, bald darauf erscheinen Fußstapfen vor Kramers Augen, obwohl niemand dort geht. Nach der unvermittelten Explosion des Hauses und nachdem er ein obskures Notizbuch Kesserichs gefunden hat, schaut Kramer sich in Smithville um und erkennt, dass dort vieles nicht mit rechten Dingen zugeht. Die Bevölkerung verhält sich seltsam, so als teile sie ein dunkles, kollektives Geheimnis und stände unter dem Einfluss einer Massenpsychose. Schließlich zeigt sich, dass der Dreh- und Angelpunkt des Geschehens der Tod von John Ellis Ehefrau ist. Diese starb kurz zuvor unter mysteriösen Umständen an einer Vergiftung. Als Kramer auf den völlig aufgelösten Ellis trifft, wird klar, dass der verschwundene Kesserich Experimente mit der Zeit angestellt hat, um den Tod von Mrs. Ellis rückgängig zu machen. Der Preis jedoch, den man zu zahlen hat, wenn man an den Grundfesten der Naturgesetze rüttelt, ist sehr, sehr hoch... Fritz Leiber hat mit Die Umtriebe des Daniel Kesserich eine hervorragend konstruierte Novelle verfasst, die den kosmischen Schrecken eines H. P. Lovecraft mit der kritischen Phantasie eines H. G. Wells verbindet. Diese Verbindung macht auch die Stärke des schmalen Werkes aus, plagiiert Leiber doch weder den einen, noch den anderen, sondern verwendet auf fast schon postmoderne Art und Weise deren unterschiedliche Ansätze, die Realität zu spiegeln. Auf der einen Seite steht die unverständliche Bedrohung durch einen gleichgültigen Kosmos, wie sie sich in Lovecrafts Horror-Geschichten darstellt, auf der anderen Seite die erst recht schreckliche Bedrohung durch fehlgeleitete menschliche Wissenschaft, vor der Wells in einigen seiner Science-Fiction-Romane warnte. Indem er gekonnt mit den Genres spielt und deren Grenzen durchbricht, zeigt sich Leiber bereits in diesem 1936 entstandenen Werk als Meister seines Fachs. Zudem steckt Die Umtriebe des Daniel Kesserich voller gelungener Wendungen, liebevoller Details und literarischer Anspielungen. Dadurch wird der schmale Band zu einer äußerst fesselnden Lektüre auch für heutige Leser, was man von vielen Werken anderer Autoren aus dieser Zeit nicht unbedingt behaupten kann. |
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