| Scheer gehört zum Urgestein westdeutscher Science Fiction und ist Miterfinder von Perry Rhodan, der »größten
Weltraumserie der Welt«. Heiko Langhans hatte bereits die Biographie von
Walter Ernsting verfasst und nahm sich nun das Leben von Karl-Herbert Scheer vor. Da
dieser Band eine Würdigung des Lebenswerkes des Autors darstellt, darf man nicht allzu
viele kritische Töne erwarten. Scheer, der wegen des militaristischen Inhalts seiner
Romane mit dem Spitznamen »Handgranaten-Herbert« belegt wurde, hat die deutsche Science
Fiction der Nachkriegszeit zweifellos geprägt wie kaum ein anderer. Zunächst schrieb er
unzählige Leihbücher, die später als Heftroman und Taschenbuch nachgedruckt wurden,
später war er Exposéautor für Perry Rhodan und schrieb selbst zahlreiche
Hefte. Dabei entwickelte er nicht nur den großen Handlungsbogen der Serie, sondern
achtete akribisch darauf, daß die anderen Autoren die Handlung nicht durcheinander
brachten und stets die richtigen technischen Daten und Koordinaten beachteten. Interessant
ist vor allem die Schilderung, wie das Rhodan-Team aufgebaut wurde, welche
Probleme und Querelen es gab und wer dabei welche Rolle spielte. Dabei geht Heiko Langhans
auch sehr vorsichtig darauf ein, daß Scheer wohl einen etwas schwierigen Charakter hatte
und anderen die Zusammenarbeit nicht immer leicht machte. Ergänzt wird das Buch durch
zahlreiche Fotos und von Scheer verfaßte Materialien sowie eine chronologische
Bibliographie aller Originalausgaben und Nachdrucke von Scheers Werken.
Das Buch ist nicht nur für Fans von Perry Rhodan interessant, sondern auch
für alle Leser, die sich für die Geschichte der deutschen Science Fiction interessieren.
Hardy
Kettlitz ALIEN CONTACT
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