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Christopher Priest

Die Amok-Schleife

The Extremes • 1998

Science Fiction > Alien Contact | Buch-Tips
Die FBI-Agentin Teresa Simons verbringt ihren Urlaub im englischen Küstenstädtchen Bulverton. Diese Reise ist zugleich eine Flucht und eine Suche. Denn ihr Mann, ebenfalls beim FBI, war Experte für Amokläufer und wurde bei einem Auftrag in Kingwood City im US-Bundesstaat Texas erschossen. In Bulverton richtete Garry Grove, ein introvertierter Jugendlicher und Waffennarr, mit einem halbautomatischen Gewehr ein Blutbad an. Beide Blutbäder geschahen am gleichen Datum, dem 3. Juni des Vorjahres, und bei beiden gab es Unstimmigkeiten im Ablauf. Teresa Simons nutzt für ihre Nachforschungen eine interaktive Virtual-Reality-Technik, ExEx genannt, mit der sie in perfekt simulierte Wirklichkeiten eintauchen kann. Das Fatale daran: Die Grenzen zwischen Welt und Simulation verschwinden. Waffen sind plötzlich doppelt vorhanden, aber nicht doppelt auffindbar, und Simons scheint dem Amokläufer in der Simulation erst die richtige Handhabung zu zeigen. Sie verstrickt sich immer tiefer in das Geschehen und schafft neue Verbindungen ...

Die Amok-Schleife ist ein Thriller, doch Christopher Priest gelingt zugleich eine überzeugende Welt: vertraut nicht nur wegen der Zeitnähe, sondern durch das optisch genau beschriebene Kleinstadtleben; fremd wegen der stets fremden Realität der Gewalt, der puren und ratlosen Aktion des Amok. Wie gewohnt stellt Priest das zuvor Gelesene auf den Kopf und bietet eine zusätzliche Wahrheit, eine andere Möglichkeit der Interpretation an. Der Autor ist, wie er im Interview sagt, ein Literat der Ideen - und damit in der Science Fiction, so seltsam es scheint, heute eine Rarität. Doch manche Internet-Videowelt-Trickserei hätte er für seine Ideen gar nicht gebraucht.

• Uwe Salzbrenner • ALIEN CONTACT

Originalausgabe
Christopher Priest, The Extremes
(London: Simon & Shuster, 1998)
lieferbare engl. Ausgabe
Christopher Priest, The Extremes
(New York: Scribner, 1999) Bestellen
dt. Ausgabe
Christopher Priest, Die Amok-Schleife
(München: Heyne, 2001) [06/6387] Bestellen
dt. von Usch Kiausch; Titelbild von Cliff Nielsen, 509 Seiten
(Im Anhang: Science Fiction als »Literatur des visionären Realismus«, ein Gespräch mit Christopher Priest von Usch Kiausch und Sascha Mamczak)
Leser-Service:
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05.09.10 • 08.09.10