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| ALIEN CONTACT 64 |
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| Der junge Jean-Jaques Grandsire erfährt am Sterbebett seines grässlichen
Onkels Cassave die Bestimmungen von dessen Testament: All seine Erben müssen gemeinsam
auf seinem Herrenhaus Malpertuis wohnen, wo sie bis an den Rest ihrer Tage versorgt sein
sollen die ungeahnten Reichtümer Cassaves sollen jedoch nur dem zufallen, der als
letzter überlebt. Unter den im Haus Anwesenden verliebt sich Jean-Jaques bald in seine
Kusine Euryale, die ihn jedoch keines Blickes würdigt. Dafür widmet die schöne Alice
ihm ihre Aufmerksamkeit, und bald darauf eskalieren die Ereignisse. Nicht umsonst wurde
Cassave eine tiefgehende Kenntnis der schwarzen Magie nachgesagt, und so kommt es auf
Malpertuis zu einer Serie bizarrer Todesfälle, deren Rätsel über die Geschichte des
Hauses hinausreicht in die Götterwelt der griechischen Mythologie ... Malpertuis von dem belgischen Autor Jean Ray gilt als ein mehr oder weniger heimlicher Klassiker der phantastischen Literatur. Der Grund dafür ist nicht schwer zu erraten: Rays Roman folgt der bizarren Logik eines Alptraums, und wer ihn mit Muße liest, wird kaum Schwierigkeiten haben, sich dem Sog des Phantastischen hinzugeben, ohne viel nach der eigentlichen Geschichte zu fragen, die sich über weite Strecken nur schwer nachvollziehen lässt. Letzteres scheint auch dem Autor selbst aufgefallen zu sein, und so bietet das Ende des Romans eine kompakte Auflösung an, die ein bisschen zu didaktisch daherkommt. Die durchaus durchdachte Geschichte ist aber weitaus weniger entscheidend für den Lesegenuss als die dichte Folge makabrer Todesfälle, Erscheinungen und Verwandlungen, die Ray in reichhaltigem und bildhaften Stil schildert, ohne dabei seine Schrecken zu entzaubern, indem er sie allzu weit ins Licht zerrt. Rays reichhaltiger, bildhafter Stil ist allerdings auch für die Schwächen des Romans verantwortlich: Zuweilen geht es schwülstig zu, und ein paar Momente des Grauens scheitern an der Klischeehaftigkeit oder Lächerlichkeit ihrer Bilder. In diesem Zusammenhang lässt Ray sich durchaus mit Lovecraft vergleichen dazu kommt, dass Malpertuis eine eher schwach realisierte Hauptfigur hat, und auch die anderen Figuren bleiben recht blass. Zwar benutzt Ray verschiedene Erzählperspektiven, allerdings eher, um einen »dokumentarischen« Effekt zu erzeugen, und weniger, um den jeweiligen Erzählerstimmen Profil zu verleihen. Diese Schwächen tun Malpertuis aber keinen Abbruch. Es sind einzelne Szenen und Bilder, oft balanciert auf dem schmalen Grat zwischen Komik und Schrecken, die das Buch zu einer beeindruckenden Erfahrung machen und ihm dabei das nötige Quäntchen Ironie verschaffen, das es von der Standard-Horrorkost abhebt. Die Festa-Ausgabe enthält außerdem noch ein Nachwort des Übersetzers, dass der Unüberschaubarkeit von Rays Werk, veröffentlicht unter zahlreichen Pseudonymen, zumindest ein Stück weit entgegenwirkt. Jakob Schmidt ALIEN CONTACT |
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