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ALIEN CONTACT
ALIEN CONTACT 58 Inhalt Archiv

Malte S. Sembten (Hrsg.)

M@usetot 2.0

Originalausgabe • 2003

Science Fiction > Alien Contact | Buch-Tips
Der Titel des Buches sagt es bereits: Dies ist die zweite Anthologie der schon von Anfang an auf zwei Bände angelegten »furchtbar fiesen Webgeschichten«, die ihren Ursprung als »e-tales of Terror« auf der Homepage des Festa-Verlages hatten. In den 16 Erzählungen beschäftigen sich die Autoren erneut mit der Welt des Internet und der eletronischen Kommunikation sowie mit deren zum Teil recht unerfreulichen Auswirkungen. So lässt Falko Löffler seine Protagonisten im World Wide Web nach einem virtuellen Gral suchen (»Virtugral«) und Rüdiger Silber bereitet seinem Helden in »Klick or Treat« eine äußerst unerfreuliche Halloween-Überraschung. Besonders beeindruckt die Geschichte »www.bankraub.com« von Matthias Penzel über einen Mann, der virtuell systematisch ausgeraubt wird. Ebenfalls hervorragend ist die kurze, neurotische Geschichte »Wohnzimmerkrieger« von Jan Gardemann, in der Technikfeinde die Internet-User als Aliens ansehen, die es zu bekämpfen gilt. Ausgezeichnet erzählt ist auch die Geschichte »Der Kreis« von Gerd Rödiger, in der ein obskurer Todesfall aufgeklärt werden muss.

Wenn Herausgeber von Anthologien eigene Texte in ihren Büchern unterbringen, so sind dies erfahrungsgemäß eher schwache Beiträge. Nicht so Malte S. Sembtens Geschichte »languerous@barron.feu« - ein Stück elegante Prosa über einen uralten Geist, der im virtuellen Raum wiedererweckt wird und seine unschuldigen Opfer terrorisiert. Weitere Texte stammen von Eddie Angerhuber und Thomas Wagner, Christian von Aster, Stefan Pfister, Klais Köberer, Michael Baumgartner, Marie Zocchetti, Robsie Richter, Michael Siefener und Mark Fahnert.

Leider gibt es gleich mehrere Geschichten, in denen Menschen direkt in das Internet gehen oder gezogen werden. Wie genau man sich das vorzustellen hat, erklären die Autoren jedoch nicht und einigen gelingt es auch nicht, die übernatürlichen Inhalte ihrer Erzählungen mit der technischen Welt der Computer und des Internets in Einklang zu bringen.

Am Anfang des Buches schreibt der Herausgeber: »Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes genossen die Freiheit zum individuellen orthografischen Bekenntnis - zur Wahl der alten Rechtschreibung, der neuen oder des ›Besten aus beiden Welten‹.« Doch es wurden einige Freiheiten zu viel gelassen; eine ganze Reihe von Tipp- und Schriftsatzfehlern sowie falsche Anführungszeichen erinnern leider zu stark an die orthografische Anarchie des Internets.

Dennoch ist es insgesamt eine Anthologie, die sich sehen lassen kann und den Leser bestens unterhält. Wer den ersten Band bereits hat, sollte sich diesen auch zulegen. Und wer den ersten nicht hat, sollte ihn sich schnellsten besorgen.

Hardy KettlitzALIEN CONTACT

Originalausgabe
Malte S. Sembten, M@usetot 2.0
(Hanau: Verlag Robert Richter, 2003) Bestellen
Titelbild von Tooncafé, Paperback, 171 Seiten
Siehe auch
Band 1: Malte S. Sembten (Hrsg.): m@usetot. Furchtbar fiese Webgeschichten (2003)
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Lieferbare Titel von Malte S. Sembten
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