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| ALIEN CONTACT 47 |
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| Texas Jimmy Balaban ist ein mäßig erfolgreicher Agent für neurotische
Komiker. Während einer über die Maßen schlechten Show in einem abgelegenen Kaff lernt
er den Komiker Ralf kennen, der angeblich aus der Zukunft stammt und versehentlich im
falschen Jahrzehnt gelandet ist. Balaban nimmt den reichlich abgedrehten Ralf unter
Vertrag und vermittelt ihn an drittklassige Talkshows. Doch bald wird klar, dass man aus
Ralf mehr machen kann, und tatsächlich erhält er eine eigene Fernsehshow. Balaban holt
den Science-Fiction-Autor Dexter
Lampkin und die New-Age-Anhängerin Amanda Robin mit ins Boot. Lampkin entwickelt nach
Ralfs diffusen Äußerungen das Konzept, dass der Komiker aus einer düsteren Zukunft
kommt, in der die Umwelt zerstört und das Leben kaum noch lebenswert ist. Doch unerwartet
scheint sich Ralf vom boshaften Zyniker in einen Messias zu verwandeln, der unserer Welt
vielleicht neue Hoffnung geben kann. Parallel zur Haupthandlung wird der soziale Abstieg eines jungen Mädchens geschildert, die Lotter-Lotti genannt wird. Nach und nach wird sie crackabhängig und gerät zwischen Süchtige und Bettler. Als sie ganz am Boden ist und in den U-Bahn-Schächten zu überleben versucht, begegnet sie einem - vielleicht nur eingebildeten - Rattengott, der ihr zum Überleben verhilft. (Spinrad griff hier zu außergewöhnlichen Stilmitteln und schrieb die Lotti-Kapitel in einer immer drastischer werdenden Gossensprache, die von Horst Pukallus bewundernswert übersetzt wurde.) Wie schon die Romane Bug Jack Barron (dt. Champion Jack Barron) und Pictures at 11 (dt. Bilder um 11) ist auch dies ein Medien-Roman, in dem Spinrad viele Aspekte der Medienwelt beleuchtet. Dem alten Konflikt zwischen Wissenschaft und Esoterik widmet er viele Seiten und personifiziert ihn in den Figuren des SF-Autors und der New-Age-Frau. Gleichzeitig ist es ein Roman über das Science-Fiction-Fandom, über das sich der Autor auf beinahe bösartige Weise lustig macht. Die Figur Dexter Lampkin tritt auf diversen Conventions auf und kommt schließlich auf die Idee, ein eigenes Ralf-Fandom aufzubauen, was ihm sogar gelingt, denn die als treu-doof geschilderten Fans spielen natürlich mit ... Spinrad ist ein unbequemer Autor. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es ihm um Kritik an der SF-Szene geht. Aber auch bei den Verlagen hat er sich mit seinen letzten Büchern anscheinend keine Freunde gemacht, denn das Manuskript zu Die Transformation wollte kein englischsprachiger Verlag ankaufen. Spinrad bot es im Internet für eine Summe von einem Dollar an, unter der Bedingung, dass es von einem renommierten Verlag herausgebracht und entsprechend vermarktet wird. Schließlich hat sich der Heyne-Verlag gefunden, so dass die deutsche Übersetzung des Buches eine Welterstveröffentlichung ist. Der Roman wurde als Spinrads »Opus Magnum« beworben, was sich jedoch einzig und allein auf dem voluminösen Umfang von 1116 Seiten beziehen kann. Denn mit nur fünf Protagonisten, die in ihrer Entwicklung über weite Strecken auf der Stelle treten, handelt es sich eher um ein Kammerspiel mit epischem Umfang. Ein energischer Lektor wäre vonnöten gewesen, um Spinrad zu überzeugen, lieber einige hundert der langatmigen und teilweise langweiligen Seiten zu streichen. Das LOS-ANGELES-TIMES-Zitat auf dem Buchumschlag (»Hochgradig spannend, eminent politisch und furios erzählt - Norman Spinrad schreibt Science Fiction am Nerv der Zeit.«) muss sich wohl auf einen anderen Spinrad-Roman beziehen. |
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