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Jules Verne im
Ungarischen Lloyd 1867-1876
| Science Fiction > Alien Contact | Bärzin |
| Jules Verne war vor seiner
Karriere als Romanschriftsteller bereits als »dramatischer Schriftsteller, Sekretär des
Théâtre-Lyrique und der komischen Oper« und als Operetten-»Librettist der Bouffes«
tätig. Die Bouffes-Parisiens war übrigens das Theater, das von Jacques Offenbach
geleitet wurde. So ist es denn nicht weiter verwunderlich, daß Verne später auch dieses
Medium nutzte, um seine Romane populär zu machen, indem er sie auf die Bühne stellen
ließ. Wahrscheinlich stammen einige dieser Bühnenfassungen, die grandiose Spektakel
waren, vergleichbar nur mit den heutigen Musicals, sogar von ihm selbst. So erfahren wir aus dem Ungarischen Lloyd von der denkwürdigen Aufführung von Vernes Reise um die Erde in 80 Tagen im Jahre 1875 im Budapester Volkstheater, daß dort keine Möglichkeiten der Bühnentechnik ausgelassen wurden und daß dafür sogar ein Elefant auf die Bühne geholt wurde: |
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Ungarischer Lloyd, Morgenblatt
Nr. 296, Dienstag 28. Dezember 1875, S.3:Theater, Kunst und Literatur:(Volkstheater.) Der Elephant hat seine Schuldigkeit gethan, insoferne er es verstanden, das Volkstheater heute bis in seine letzten Winkel zu füllen. Im Ganzen und Großen würde man in der heute zum ersten Male zur Darstellung gebrachten »Reise um die Erde in 80 Tagen« kaum die geniale Dichtung Jules Verne's erkennen. Bekanntlich dreht sich die Handlung um die tolle Wette des Engländers Fileas Fogg die Reise um die Erde in 80 Tagen zurückzulegen; in diesem seinen Unternehmen wird er durch den Polizei-Agenten Fix vielfach gehindert, der in ihm einen steckbrieflich verfolgten Dieb der englischen Bank vermuthet. Nichtsdestoweniger findet Fogg noch Zeit, eine indische Fürstin aus den Händen der Braminen zu befreien, die sie verbrennen wollen, und kommt nach den entsetzlichsten Abenteuern endlich noch 24 Stunden vor der anberaumten Zeit in London an. Das Stück ist Ausstattungskomödie durch und durch und bietet in dieser Richtung das Unglaublichste. Dampfschiffe, Elephanten, ein veritabler Eisenbahntrain, Rothhäute, die den Train anfallen, prachtvolle Dekorationen, ein Schiffbruch auf offener See wechseln rasch nacheinander und lassen den Zuschauer nicht zu sich selbst kommen. Die Aufführung, um welche sich in erster Linie die Herren Egyed (Fileas) und Eöry (Passepartout) verdient gemacht, war eine zufriedenstellende. Das Ballet der Bajarden gefiel ungemein und lernten wir in demselben Frl. Luy als so graziöse wie tüchtige Tänzerin kennen. Das Publikum war sehr animiert und kargte nicht mit Applaus. |
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