| Science Fiction > DinoMedia | Buch-Tips |
HandlungUgh-lomi und Eudena gehören einem Urmenschenstamm an, der zwar nicht explizit identifiziert wird, aber eindeutig als Neandertaler charakterisiert ist. Der Häuptling Uya ist eifersüchtig auf Ugh-lomi und Eudena, worauf diese verschüchtert in den Wald flieht. Uya folgt ihr, Ugh-lomi ebenfalls, und Eudena beobachtet aus ihrem Versteck, wie die beiden wiederum von einem Bären verfolgt werden. Nach einer ängstlichen Nacht im Wald will sie zum Stamm zurückkehren, wird aber von Ugh-lomi aufgehalten, der ihr mitteilt, daß Uya das »death word« über sie gesprochen hat. Daraufhin werden sie vom Stamm gehetzt, aber Ugh-lomi kann die Verfolger abschütteln. In ihrem Versteck spielen sie eines Tages mit Steinen, bis Ugh-lomi durch puren Zufall die Axt erfindet. Zunächst vergißt er es wieder, doch dann bringen ihn Träume dazu, das Werkzeug zu verbessern. Schließlich zieht er damit los und besiegt Uya. Dann geraten sie wieder an den Bären, wobei Ugh-lomi erneut seine Schlauheit beweisen und ihn töten kann. Als sie auf eine Pferdeherde treffen, erwacht in Ugh-lomi »that curious spell of the horse that binds us even to this day«. Er schafft es, auf den Rücken eines Pferdes zu springen, und wird zum ersten Reiter in der Menschheitsgeschichte. Nach diesem abenteuerlichen Ritt landet er in der Nähe des Stammes, der ihm erzählt, daß Uya sich in einen Löwen verwandelt habe und nun fast täglich seine Opfer fordere. Ugh-lomi will aber nicht bei ihnen bleiben. Sie suchen ihn, finden aber statt dessen Eudena, die sie als Opfer für den Löwen an einen Baum fesseln. Natürlich wird sie von Ugh-lomi befreit, der gerade den Löwen getötet hat. Der Stamm denkt nun, der Löwe habe Eudena geholt, ebenso wie die Fleischstücke, die sie für ihn im Wald liegenlassen. Doch bald kommen sie dahinter, daß Ugh-lomi und Eudena noch leben, aber die beiden wehren sich tapfer, und mit der neuen Axt und einer mit Löwenzähnen verstärkten Keule metzeln sie den halben Stamm nieder. Darauf wird Ugh-lomi zum neuen Häuptling des restlichen Stammes ausgerufen. |
![]() |
KritikH. G. Wells' Erzählung »A Story of the Stone Age«, die erstmals 1897 im Idler veröffentlicht wurde, hat einen großen Einfluß auf die Entwicklung der englischsprachigen Prähistorik ausgeübt - nicht zuletzt auf William Goldings Neandertaler-Roman The Inheritors (1955). Diese Bedeutung ist allerdings weniger auf literarische Qualitäten, sondern eher auf die Tatsache zurückzuführen, daß sich hier erstmals ein bekannter Schriftsteller des angelsächsischen Sprachraums dieses Themas angenommen hat. Ebenso planlos, wie die Anlage dieser Geschichte wirkt, stellt Wells darin auch die menschliche Evolution dar, wenn er am Beispiel der Erfindung der Axt den Spieltrieb als wichtigsten Motor des Fortschritts präsentiert. Gleichfalls im Sinne der Darwinschen Evolutionstheorie ist die Betonung von Kraft und Intelligenz, wenn es um die Stärke und Überlegenheit des Menschen geht. Nicht nur die recht modernen Vergleiche tragen zum ironischen Unterton bei, der die gesamte Erzählung durchzieht. So erscheint Ugh-lomi geradezu als Vorfahr des Engländers, wenn er die Faszination des Reitens entdeckt. Sein Frauenbild ist eher ironisch emanzipiert. Eudena ist zwar eine starke Frau und wird auch positiv dargestellt, aber eher wegen des Fehlens »typisch« weiblicher Eigenschaften. An einer Stelle, nachdem sie eine Nacht auf einem Baum verbracht hat, spricht Wells sogar seine Leserinnen an: »She was stiff, but not so stiff as you would have been, dear young lady (by virtue of your upbringing)«. Trotz ihrer unterhaltsamen Qualitäten hinterläßt die Geschichte keinen bleibenden Eindruck. Wells präsentiert lediglich ein Panorama des prähistorischen Lebens, wie es dem damaligen Stand der Wissenschaft entsprach. In der Erzählung »The Grisly Folk« (1921) kam der Autor noch einmal auf das Thema Vorzeit zurück. |
| © copyright
1990-2006 by SHAYOL.NET e.V. Alle Rechte vorbehalten eMail: dialog@epilog.de 21.05.06 10.06.06 |
|