Das
Grundmotiv von Science-Fiction-Satiren ist seit Douglas Adams einfach nicht
mehr wegzudenken: Eine wilde Odyssee durch die Galaxis, im Falle Andreas Winterers mit
»Wodka, Warp und Laserwummen« und einer garantierten Portion respektloser
Unbekümmertheit. Naturgesetze sind nur etwas für kosmische Bürokraten, und wo die
Wahrscheinlichkeit der Handlung Grenzen setzt, bringt sie jede Menge Unwahrscheinlichkeit
weiter. Wohin die chaotische Reise geht, ist letztlich fast egal, da sie nur den Rahmen
für die schwarzen Gags, Wortspiele und unzähligen Anspielungen auf bekannte Science-Fiction-Szenen bildet. Auch die
Protagonisten scheinen eher von wilden B-Movies ausgeliehen. Aber ernsthafte Raumhelden
wären einfach fehl am Platz gewesen! Die abgedrehte Truppe um den Detektiv Cosmo Pollite,
seinen Kumpel Mark und die Professorin Natascha Tzara erfüllt darum genau ihren Zweck -
und findet ebenso passende oberfiese Gegenspieler. - In einer Zeit, da dümmlicher Trash
immer stärker die Medien prägt, wird origineller und niveauvoller Humor um so
wertvoller. Und man muß die Science
Fiction schon wirklich mögen, um sie zu parodieren. Es genügt nicht, sich bloß
über ihre Klischees lustig zu machen. Daß das nicht einfach ist, haben schon viele
bewiesen, die an dieser Aufgabe gescheitert sind und allenfalls ein paar müde Späße und
durchsichtige Gags abgeliefert haben. Nicht so Andreas Winterer. Er erweist sich in Cosmo
Pollite als ebenso genialer wie boshafter Parodist, der all die 'heiligen Kühe' der
Science Fiction (ob nun Literatur oder Kino) gnadenlos durch den Kakao zieht, ohne sie
dabei zu beschädigen. Seine Gags sind eine Hommage an viele Meisterwerke und einige zu
Unrecht hochgejubelte Standardwerke der Science Fiction, und immer wenn man denkt, ihm sei
die Munition ausgegangen, zieht er mit Sicherheit noch einen Joker aus dem Ärmel. Zwar
treffen nicht alle Späße zielsicher ins Schwarze, und manches entpuppt sich leider auch
als arger Füller, aber das kann den Gesamteindruck wirklich nur unwesentlich und für den
Moment schmälern.Cosmo Pollite ist die deutsche SF-Neuerscheinung des Jahres und hat
das Zeug zu einem echten Kultbuch. Zumindest bei jenen, die sich in der Science Fiction
auskennen. Wer sich das Buch jetzt nicht kauft, ist selber schuld. Wer weiß, wie lange
die Auflage reicht.
Fred Siebert ALIEN CONTACT
Andreas Winterer: Cosmo Pollite
[Romanauszug]
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