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Chelsea Quinn Yarbro

Hotel Transylvania

Hotel Transylvania • 1978

Science Fiction > Alien Contact | Buch-Tips
Der geheimnisvolle Graf Saint-Germain wird schnell zum umschwärmten Liebling der gelangweilten adligen Damen am Hof von Louis XV. Vor allem Madelaine de Montalia, die von ihrer Tante gerade in die Gesellschaft eingeführt wird, fühlt sich zu ihm hingezogen - und Saint-Germain ist nicht minder fasziniert von der intelligenten, jungen Frau. Selbst nachdem er ihr offenbarte, wer und was er ist, steht sie zu ihren starken Gefühlen. Allerdings ist beiden ein glückliches Beisammensein verwehrt, denn Madelaine wurde noch vor ihrer Geburt von ihrem Vater dem Satan versprochen, und die verbliebenen Mitglieder des Zirkels der Teufelsanbeter beharren auf der Einlösung des Gelübtes ...

Man nimmt sicher nichts vornweg, wenn man verrät, dass es sich bei der Hauptfigur des Romans, dem ersten Band einer Vampir-Chronik, um einen charismatischen Blutsauger handelt - der Titel des Buches spricht für sich.

Im Gegensatz zu Dracula, der bei Bram Stoker noch das Böse verkörpert, ist Saint-Germain eine Person, die sich in einer Grauzone bewegt, seine eigenen Ziele verfolgt, aber auch die ihm nahe stehenden Menschen beschützt und das eigentliche Böse - hier ein Satanisten-Zirkel - bekämpft. Er ist ebenfalls ein Sinnbild für die (verbotene) Lust, denn er liebt nicht körperlich - sein Kuss gibt und nimmt und berauscht die Frauen weitaus mehr.

Seine Gefährtin ist natürlich eine junge, schöne Frau, die sich durch ihre Intelligenz, ihren Mut und ihre für diese Ära zu fortschrittliche Gesinnung aus der Masse heraushebt. Diese Beziehung, die in den Mittelpunkt der Handlung gerückt wird, lässt das Buch zunehmend vom mysteriösen Horror zum historischen Liebesroman mit Fantasy-Touch abgleiten.

Zwar entbehrt das Buch keineswegs spannender Momente, die Zeit und ihre mitunter skurrilen Repräsentanten werden überzeugend dargestellt, doch man merkt leider auch sehr früh, wer zu den Guten und wer zu den Bösen zählt (je exzentrischer und schwuler, um so böser - ein hässliches, diffamierendes Bild). Das Ende der Geschichte bietet dann auch keine Überraschungen.

Chelsea Quinn Yarbro hat nicht nur Horror-, sondern auch Science-Fiction- und Fantasy-Texte geschrieben, beispielsweise Der vierte Apokalyptische Reiter (ehedem bei Bastei-Lübbe). Ihre Bücher sind spannend und unterhaltsam, doch was die überaus lobenden Zitate von Michael Moorcock und Amazon auf dem Backcover von Hotel Transylvania betrifft, dem möchte man nicht zustimmen, sondern diesen Band eher als durchschnittlich bezeichnen - und ihn den Freunden historischer Liebesromane, statt denen des Horrors empfehlen.

• Irene Salzmann • ALIEN CONTACT

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Originalausgabe
Chelsea Quinn Yarbro, Hotel Transylvania (1978)
lieferbare engl. Ausgabe
Chelsea Quinn Yarbro, Hotel Transylvania
(New York: Warner Books, 2002) Bestellen
dt. Erstausgabe
Chelsea Quinn Yarbro, Hotel Transylvania
(Almersbach: Festa, 2003) [1403] Bestellen
dt. von Heiko Langhans, Titelbild von babbarammdass, 344 Seiten, großformatiger Paperback
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28.08.10 • 02.09.10