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ALIEN CONTACT

Gregory Benford

Amerikanischer Schriftsteller (*1941)

Science Fiction > Alien Contact | Personen-Lexikon
Gregory Albert Benford wurde 1941 in Mobile/Alabama geboren. In den Jahren zwischen 1949 und 1957 verbrachte er als Sohn eines US-amerikanischen Offiziers seine Kindheit und Jugend vor allem in japanischen, mexikanischen und bundesdeutschen Garnisionsstädten. Dieses Gefühl kultureller Entwurzelung schlug sich später wiederholt in seinen Romanfiguren nieder. Nach seiner Rückkehr in die USA studierte Benford Physik an der University of California. Er blieb immer primär ein Wissenschaftler, der das Schreiben von Science Fiction als Ausgleich für seine Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Astrophysik betrachtet. Hobby und Beruf ergänzen sich dabei freilich aufs Vortrefflichste. Derzeit hat er eine Physik-Professur in Kalifornien inne und ist unter anderem als Berater der US-Regierung für Raumfahrt und Energiefragen tätig.

Gregory Benford begann früh, sich mit Science Fiction zu beschäftigen. Zusammen mit seinem Zwillingsbruder gab er 1955 in der Bundesrepublik Deutschland das englischsprachige Fanzine VOID heraus. Als professioneller Autor debütierte Benford aber erst zehn Jahre später mit der Story »Stand-In« im MAGAZINE OF FANTASY & SCIENCE FICTION 6/1965. Seit 1967 schreibt er regelmäßig Science Fiction und gab 1970 sein Roman-Debüt mit Deeper than Darkness. Diesen Roman überarbeitete und erweiterte er 1978 unter dem Titel The Stars in Shroud (dt. 1984 Die Asche des Imperiums).

1974 bekamen Gregory Benford und der US-amerikanische Autor Gordon Eklund für ihre gemeinsam geschriebene Erzählung »If the Stars Are Gods« (dt. 1982 »Der Bernsteinmensch«) den Nebula Award. Diese Story baute Benford 1977 zu einem Roman aus, der zusammen mit dem gleichfalls 1977 entstandenen Roman In the Ocean of Night (dt. 1980 Im Meer der Nacht) den Auftakt des bis zum Jahr 1995 auf sechs Bände angewachsenen Contact-Zyklus bildet. Die ersten beiden Romane gründeten sich auf thematisch zusammenhängende Kurzgeschichten, in denen Wissenschaftler gegen einen Filz aus Inkompetenz und Bürokratie ankämpfen. Den beckmesserischen Kleingeistern geht das Verständnis ab für ein Ereignis von größter Bedeutung: dem Erstkontakt der Menschheit mit außerirdischen Zivilisationen. Bereits 1975 veröffentlichte Benford ein phantastisches Jugendbuch, Jupiter Project, das 1978 unter dem Titel Das Jupiterprojekt auch deutschen Lesern zugänglich wurde.

1980 erreichte Gregory Benford den Höhepunkt seines literarischen Schaffens. Neben den Romanen Find the Changeling (mit Gordon Eklund, dt. 1982 Die Masken des Alien) und Shiva Descending (mit William Rotsler, dt. 1980 Schiwas feuriger Atem) erschien Timescape (dt. 1984 Zeitschaft). Timescape reiht sich ein unter die gelungensten Zeitreiseromane überhaupt, wobei Benford nicht nur eine im Rahmen des Möglichen fundierte Theorie der Zeitreise gelingt, sondern dem Leser auch die Lebenswelt der Naturwissenschaftler plastisch vor Augen führt, die bei weitem nicht nur angestaubte Bücherwürmer und verrückte Professoren sind. Die Theorie Gregory Benfords ist, daß Tachyonenwellen sich schneller als das Licht ausbreiten und sich deshalb rückwärts durch die Zeit bewegen. Das macht eine Nachrichtenübermittlung in die Vergangenheit möglich. Da das Buch ein absoluter Bestseller wurde, räumte es im Folgejahr den Nebula Award und den John Campbell Memorial Award ab.

In den 80er Jahren schrieb Gregory Benford unter anderem am Contact-Zyklus weiter, den er 1984 mit Across the Sea of Suns (dt. 1985 Durchs Meer der Sonnen) und 1987 mit Great Sky River (dt.1994 Himmelsfluß) fortsetzte. Hingegen geriet ihm 1983 Against Infinity (dt. 1985 Wider die Unendlichkeit) eher zu einem Remake von Robert A. Heinleins SF-Klassiker Farmer in the Sky (Pioniere des Weltalls). Artifact (1985, dt. 1987 Artefakt) spielt in für den Autor ganz ungewohnten Gefilden, nämlich auf der guten alten Erde. Doch selbst hier kommt wieder die Astrophysik ins Spiel, als Archäologen bei Ausgrabungen ein eingefangenes »Schwarzes Loch« finden.

Der Halleysche Komet soll in In the Heart of the Comet (1985, dt 1986 Im Herzen des Kometen) einer Forschergruppe als Raumschiff dienen, das sie bis an die Grenze des Sonnensystems bringt. Benford schrieb dieses kosmische Abenteuer zusammen mit seinem Physiker-Kollegen David Brin.

Nach weiteren Romanen wie Tides of Light (1989, dt. 1994 Lichtgezeiten) und dem in Zusammenarbeit mit Arthur C. Clarke entstandenen Beyond the Fall of Night (1990, dt. 1993 Jenseits der Dämmerung) sowie vielen Kurzgeschichten in Anthologien brachte Gregory Benford schließlich mit den abschließenden zwei Bänden den Contact-Zyklus zu Ende. In kurzer Folge entstanden 1994 Furious Gulf (dt. 2000 Im Herzen der Galaxis) und 1995 Sailing Bright Eternity (dt. 2000 In leuchtender Unendlichkeit). Die Handlung des Zyklus verfolgte die Odyssee mehrerer Gruppen über virtuelle 37.000 Jahre hinweg. Nun haben all ihre letzte Zuflucht im schwarzen Herz der Milchstraße erreicht, wo sie sich ihren alten Feinden, den Mechanos, stellen müssen. Diese wollen den Humanoiden das Geheimnis ihrer Emotionalität entreißen, um Logik und Kreativität miteinander verbinden zu können. Vor der grandiosen Kulisse des »Schwarzen Loches« bahnt sich der große Showdown an.

Zu den zuletzt erschienenen Werken Gregory Benfords gehören die Romane Cosm (1998, dt. 2000 Cosm) und Foundation’s Fear (1997, dt. 2000 Der Aufstieg der Foundation). Letzterer ist Benfords Anteil an der »2. Foundation-Trilogie«, die er sich mit Greg Bear und David Brin teilte, die jeweils einen der beiden folgenden Romane verfaßten. Die neuen Foundation-Romane knüpfen an den bekannten SF-Klassiker von Isaac Asimov an. Der neueste Roman Gregory Benfords auf dem deutschen Markt ist The Martian Race (1999, dt. 2002 Das Rennen zum Mars), in dem es um die Erschließung des Planeten Mars durch kommerzielle Unternehmen und abenteuerlustige Prospektoren geht, nachdem die NASA aufgrund finanzieller Engpässe und politischer Fehlentscheidungen das Handtuch werfen mußte.

Gregory Benford gilt derzeit neben James P. Hogan und Greg Bear zu Recht als einer der Autoren, die der Hard-SF zu einer Renaissance verholfen haben. Neben dem Inner Space gibt es nun wieder ein anderes großes Universum zu erkunden, dem nur die Astrophysik Grenzen setzt.

Siegfried BreuerALIEN CONTACT

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21.05.06 • 10.06.06