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Personen-Lexikon

Merian C. Cooper

Amerikanischer Filmproduzent (1893-1973)

Lexikon > Personen | Film
Name: Merian Coldwell Cooper
Alias: Merian C. Cooper
Geboren: 24.10.1893 in Jacksonville/Florida
Gestorben: 21.4.1973 in San Diego/Kalifornien
Merian C. Cooper war zunächst Seemann und arbeitete dann als Journalist in Minneapolis, Des Moines, San Antonio und St. Louis. Während der Pancho-Villa-Kampagne diente er in der Georgia National Guard. Später kam er zur Infanterie und dann zum Aviation Corps, wo er seine »wings« im September 1917 in Mineola empfing. Im Ersten Weltkrieg flog er Einsätze über Europa, wurde schließlich abgeschossen und kam in deutsche Kriegsgefangenschaft. Dort operierte ein deutscher Chirurg sein verbranntes Gesicht. Kurz nach seiner Entlassung traf er in Wien Ernest B. Schoedsack, mit dem ihn eine jahrelange Freundschaft verbinden sollte. Doch zuvor geriet er in russische Gefangenschaft, aus der er jedoch 1921 fliehen konnte.

Das erste gemeinsame Abenteuer von Cooper und Schoedsack begann, als sie mit der »Wisdom II« gemeinsam zu einer Expedition nach Somalia und in den Jemen aufbrachen. Die Filmaufnahmen gingen dann leider verloren, als das Schiff anschließend in einem italienischen Hafen versank. Danach drehten sie zusammen die halbdokumentarischen Abenteuerfilme Gras (Grass • USA 1925) in Persien und Chang (Chang • USA 1927) in Siam, in dem es um ein geheimnisvolles Ungeheuer geht, das sich zum Schluß als Elefant entpuppt. Für den Film The Four Feathers (USA 1929), der die Abenteuer von vier Offizieren in Afrika schildert, gewannen sie die junge Fay Wray in einer tragenden Rolle.

Nachdem Cooper vorübergehend Aufsichtsratsmitglied bei Pan America war, wurde er 1931 vom Produzenten David O. Selznick in die Filmfirma RKO geholt. Als er dort Testaufnahmen für das unverwirklichte Projekt Creation (USA 1930-31) des Trickexperten Willis O'Brien sah, beschloß er, das kreative Potential für die Verwirklichung einer Filmidee zu benutzen, die er kurze Zeit zuvor mit Schoedsack entwickelt hatte. Aus dem Projekt mit dem Arbeitstitel The Beast wurde The Eighth Wonder und schließlich der Klassiker King Kong und die weiße Frau (King Kong • USA 1933) - wieder mit Fay Wray in der Hauptrolle. Nach Selznicks Weggang am 3.2.1933 wurde Cooper zu seinem Nachfolger bei RKO und produzierte Filme wie Die letzte Patrouille (Last Patrol • USA 1934) oder SHE - Herrscherin einer versunkenen Welt (She • USA 1935). Für seine letzte RKO-Produktion Der Untergang von Pompeji (The Last Days of Pompeji • USA 1935) tat er sich wieder mit Ernest B. Schoedsack als Co-Regisseur zusammen und verpflichtete erneut Willis O'Brien für die Trickaufnahmen.

In den vierziger Jahren gründete Cooper zusammen mit dem Regisseur John Ford die Produktionsfirma Argosy Pictures, deren Filme zunächst über RKO vertrieben wurden, bis das Studio geschlossen wurde. Gemeinsam realisierten Ford und Cooper viele Western wie Bis zum letzten Mann (Fort Apache • USA 1948), Rio Grande (Rio Grande • USA 1950) oder Der Teufelshauptmann (She Wore a Yellow Ribbon • USA 1953). Dazwischen stellte er gemeinsam mit Schoedsack, O'Brien und John Ford als ausführendem Produzenten den King-Kong-Nachschlag Panik um King Kong (Mighty Joe Young • USA 1949) fertig. Schoedsack und O'Brien waren auch wieder dabei, als er 1952 den Film Das ist Cinerama (This Is Cinerama • USA 1952) produzierte und inszenierte, mit dem die technischen Möglichkeiten des neuen und kurzlebigen Breitwandverfahrens demonstriert werden sollten. Für diese innovative Arbeit wurde Cooper mit einem Spezial-Oscar ausgezeichnet. Seine letzte Arbeit als Produzent war John Fords Der schwarze Falke (The Searchers • USA 1956). Nachdem er etwa 50 Filme produziert hatte und inzwischen in den Rang eines Brigadegenerals befördert worden war, ging Cooper in den Ruhestand, den er gemeinsam mit seiner Frau verbrachte, der Schauspielerin Dorothy Jordan. Das Paar hatte in den dreißiger Jahren geheiratet und drei Kinder großgezogen.

Bernhard Kempen

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21.05.06 • 10.06.06