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Personen-Lexikon

Michael Crichton

Amerikanischer Schriftsteller und Filmregisseur (*1942)

Autor und Regisseur | Bestsellerautor

Lexikon > Personen | Film
Name: John Michael Crichton
Alias: Michael Crichton
Pseudonyme: Jeffrey Hudson, John Lange, Michael Douglas
Geboren: 28.10.1942 in Chicago/Illinois

Der Autor und Regisseur

Der vielseitig talentierte Michael Crichton - dessen Nachname sich übrigens wie »kraiten« ausspricht - kam in Chicago zur Welt, wuchs dann jedoch in einer New Yorker Vorstadt auf. Er begann ein Studium der englischen Literatur in Harvard, das er kurze Zeit später wieder aufgab. Nach einem Jahr in Europa kehrte er nach Boston zurück, um Anthopologie an der Harvard University und Medizin an der Harvard Mecical School zu studieren, wo er 1969 zum Dr. med. promovierte. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits erste Romane geschrieben, die er unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlichte, so daß es ihm nicht schwer fiel, seine Arztkarriere aufzugeben. Schlagartig berühmt wurde Crichton 1969 mit dem Thriller Andromeda (The Andromeda Strain • 1969), der nur wenig später unter der Regie von Robert Wise als Andromeda - Tödlicher Staub aus dem All (The Andromeda Strain • 1971) verfilmt wurde. Darin geht es um die Gefahr einer mikroskopischen Lebensform aus dem Weltraum, die als Seuche auszubrechen droht. Nachdem Crichton nach Hollywood umgezogen war, konnte er sich bei der Fernsehadaption seines unter Pseudonym erschienen Romans Pursuit (1972) erstmals als Regisseur bewähren. Auch als sein Roman Westworld (1973) verfilmt werden sollte, in dem die Technik eines Vergnügungsparks außer Kontrolle gerät und sich gegen die Menschen wendet, übernahm Crichton persönlich die Regie für die Kinoproduktion West World (Westworld • 1973). Hier wurde übrigens erstmals in der Filmgeschichte mit digitalisierten Bildern gearbeitet.

Während Crichton weiterhin als Schriftsteller Erfolge feierte, übernahm er für Coma (Coma • 1977), einem Thriller über unfreiwillige Organspender, auch einmal die Regie eines Films, der nicht auf einem seiner eigenen Romane beruhte. Sein nächster Film war Der erste große Eisenbahnraub (The First Great Train Robbery • 1978), der nach seinem Roman The Great Train Robbery (1975) entstand.

Crichtons folgende Regiearbeiten Kein Mord von der Stange (Looker • 1981), Runaway - Spinnen des Todes (Runaway • 1984) und Die Anwältin (Physical Evidence • 1989) unterschritten zwar nie ein gewisses Niveau, konnten aber nicht mehr an seine früheren Erfolge heranreichen, so daß er sich in den nächsten Jahren wieder auf das Schreiben konzentrierte.

Der Bestsellerautor

Bereits 1983 entwickelte Crichton ein Filmscript über einen Vergnügungspark, in dem Dinosaurier Amok laufen - im wesentlichen dieselbe Geschichte, die auch West World zugrunde liegt. Crichton soll nie die Absicht gehabt habben, bei diesem Projekt persönlich Regie zu führen. Dafür spricht auch die Tatsache, daß er diese Grundidee zunächst wieder verwarf, um erst 1988 damit zu beginnen, sie in Romanform auszuarbeiten. Als das Buch DinoPark (Jurassic Park •1990) erschien, schnellte es sofort in die Bestsellerlisten. Kurz darauf interessierten sich Universal und Steven Spielberg dafür, die die Verfilmung Jurassic Park (Jurassic Park • 1993) mit überwältigendem Erfolg in die Kinos brachten. Für das Buch kassierte Crichton 1,5 Millionen Dollar, am Film verdiente er mehr als 10 Millionen Dollar.

Im gleichen Jahr drehte Philip Kaufman mit Die Wiege der Sonne (Rising Sun • 1993) einen weiteren Kassenknüller nach einem Roman von Crichton. Ähnlich umstritten war der Erotik-Thriller Enthüllung (Disclosure • 1994), den Barry Levinson in Szene setzte. Mit dem Gorilla-Abenteuer Congo (Congo • 1995) verfilmte Regisseur Frank Marshall einen Crichton-Roman, der bereits 1980 erschienen war und ähnlich monströse und unkontrollierbare Naturgewalten wie in DinoPark bzw. Jurassic Park zum Thema hat. Größeren Erfolg konnte das Tornado-Spektakel Twister (Twister • 1996) verbuchen, bei dem Crichton am Drehbuch mitgeschrieben hatte.

1995 erschien sein Roman The Lost World - Die vergessene Welt (The Lost World), die lang erwartetete, aber enttäuschende Fortsetzung zu DinoPark. Bei der Umsetzung für die Leinwand hielten sich Drehbuchautor David Koepp und Regisseur Steven Spielberg nicht sehr eng an die Vorlage, sondern machten Vergessene Welt: Jurassic Park (The Lost World: Jurassic Park • 1997) zu einem spannenden und tricktechnisch perfekten Thriller. Diesmal ist Crichton mit vier Prozent am Gewinn des Filmes beteiligt. Angeblich arbeitet er bereits am dritten Teil des Dino-Abenteuers.

1998 wurde dann sein Roman Gedanken des Bösen (Sphere • 1978) von Barry Levinson unter dem Titel  Sphere - Die Macht aus dem All (Sphere • USA 1998) verfilmt.

Neben Romanen schrieb Crichton einige Sachbücher. Zeitweise war er Leiter der Softwarefirma FilmTrack und entwickelte das Computerspiel Amazon. Der Autor ist seit 1987 mit Anne-Marie Martin verheiratet und hat mit ihr ein Kind.

Bernhard Kempen


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21.05.06 • 10.06.06