| MEDIEN-SHOP |
![]() |
| ALIEN CONTACT 67 |
| Science Fiction > Alien Contact | Personen-Lexikon |
| Klaus Frühauf wurde am 12. Oktober 1933 in Halle geboren, nach
dem Abitur erlernte er den Beruf eines Maschinenschlossers. Ein Studium des Maschinenbaus
schloss er mit dem Ingenieurdiplom ab, und anschließend war er u.a. als
Entwicklungsingenieur und Chefkonstrukteur tätig und erwarb den Titel eines
Diplomingenieurs. 1972 siedelte er nach Rostock über. 1974 debütierte er mit dem
SF-Roman Mutanten auf Andromeda. Seit 1980 war Frühauf als freischaffender Autor
tätig. Er war Vorsitzender des Schriftstellerverbandes im Bezirk Rostock und von 1988 bis
1990 Vorsitzender des Arbeitskreises Utopische Literatur beim Schriftstellerverband der
DDR. 1983 erhielt er den Kulturpreis der Stadt und 1987 des Bezirkes Rostock. Nach der
Wende war er im PR-Management und später im »Hilfswerk für umweltgeschädigte Kinder«
tätig, um ab 1992 wieder freiberuflich zu arbeiten. Klaus Frühauf starb am Freitag, dem 11. November 2005 in Rostock. Frühauf zählte zu den bekanntesten SF-Autoren Ostdeutschlands. Neben Alexander Kröger und dem ebenfalls 2005 verstorbenen Karl-Heinz Tuschel galt er als einer der Hauptvertreter der abenteuerlichen Science Fiction in der DDR. Diese drei Autoren konnten wegen ihrer für DDR-Verhältnisse großen Produktivität und dem Erscheinen in den auflagenstarken Buchreihen »Spannend erzählt« und »Kompaß-Bücherei« des Verlages Neues Leben, Berlin, ganz entscheidend das Erscheinungsbild dieser Sparte der »Wissenschaftlich-phantastischen Literatur« besonders bei jugendlichen Lesern prägen. Nachdem er in der DDR eine Gesamtauflage von 1,2 Millionen Exemplaren erreicht hatte, veröffentlichte Frühauf nach der Wende zunächst in Kleinverlagen: Seine ambitionierte Dystopie Finale erschien 1996 im Rhino-Verlag, Arnstadt und Weimar, und sein Roman Die Stadt der toten Augen den er in der DDR wegen »offensichtlicher und gefährlicher gesellschaftlicher Nähe« nicht veröffentlichen konnte 2000 im H & F Verlag, Scheibenberg. Frühauf nutzte als einer der ersten etablierten Autoren das aufkommende Print-on-Demand-Verfahren, um ab dem Jahre 2000 sein gesamtes Werk in dieser Form wieder erscheinen zu lassen. Später erhielten die Bände sogar eine ansprechende Umschlaggestaltung mit Illustrationen des Autors, und seine neuen Bücher wurden konsequenter Weise dann auch beim zum BS-Verlag Rostock gemauserten Print-on-Demand-Dienstleister Büro + Service GmbH, Rostock (in der Reihe »MV Taschenbuch«) veröffentlicht. 2001 erschien zunächst mit Das Monster von Llahna eine Sammlung seiner verstreut erschienenen Erzählungen und im Jahre 2003 sein letzter Roman Aufstand der Sterblichen. Seit Ende 2003 war hier auch sein Roman Weltenspringer angekündigt; Frühauf hatte mit dem Stoff er schildert seine Kindheitserlebnisse nach dem 2. Weltkrieg aber ungeahnte Schwierigkeiten, so dass er sich immer wieder an eine Überarbeitung machen musste und trotz Hirntumor und den damit verbundenen Schmerzen bis kurz vor seinem Tod an dem Roman arbeitete. In seinen frühen Romanen Mutanten auf Andromeda (1974), Am Rande wohnen die Wilden (1976), Stern auf Nullkurs (1979) und Das verhängnisvolle Experiment (1984) schilderte Frühauf die Begegnung mit außerirdischen Zivilisationen und wusste durch eine spannend und überzeugend geschilderte Handlung meist die Lösung eines gravierenden Problems der Außerirdischen durch eine irdische Raumschiffmannschaft oder die ganze Menschheit den Leser zu fesseln. Mit seinem Roman Genion (1981) und vielen der Erzählungen seines Bandes Das fremde Hirn (1982) wandte sich Frühauf dann den ethischen Problemen der biologischen Forschung, insbesondere der Genetik zu. Vor allem den Geschichten in Das fremde Hirn bescheinigten Kritiker eine psychologisch glaubhafte Figurenzeichnung und eine überzeugende literarische Gestaltung der aufgeworfenen Problemstellungen. Bereits in seinem ersten Erzählband Das Wasser des Mars (1977) hatte Frühauf überzeugend seine Stärken als Autor kürzerer Texte gezeigt. Zwar widmete er sich hier den traditionelleren Themen der Science Fiction (Marsabenteuer, widerspenstige Roboter, gescheiterte Raumexpeditionen etc.), doch greift die im Rückblick oft erhobene Einschätzung, dass er dem Genre hier nichts Neues hinzuzufügen hatte m.E. zu kurz: Er zeigte hier nicht nur, dass er diese klassischen Themen überzeugend umzusetzen wusste, für viele jugendliche DDR-SF-Leser war dieser Band auch der erste Einstieg in den »sense of wonder« der Science Fiction. Der Autor dieser Zeilen hat das Buch als Zwölfjähriger jedenfalls mit roten Ohren in einer Nacht verschlungen; eine Auswahl aus dem Band erschien 1979 auch in der damaligen BRD bei Boje in Stuttgart. Die Bäume von Eden (1983) und Lautlos im Orbit (1988) gelten als Frühaufs schwächere Bücher, besonders Letzteres erntete wegen der enthaltenen klischeebehafteten Schwarz-Weiß-Schilderungen starke Kritik. Auch seine Nachwendebücher wissen nicht mehr völlig zu überzeugen: Finale ist sicherlich sein anspruchvollstes Werk, zeigt aber im Ansatz schon die Schwächen, die auch bei Die Stadt der toten Augen und Aufstand der Sterblichen ins Auge springen: Die aufgeworfenen gesellschaftlichen Problemstellungen werden nicht mehr in überzeugende Handlung umgesetzt, sondern zu häufig deklamiert, die gebotene Lösungsansätze überzeugen nicht. Besonders vor diesem Hintergrund darf man besonders gespannt auf seinen letzten Roman Weltenspringer sein, den er wie erwähnt mehrfach überarbeitet und noch kurz vor seinem Tod beendete. |
![]() Foto: Siegfried Breuer |
|
Anzeige |
| ALIEN CONTACT 67 |
| © copyright
1990-2010 by EPILOGmedia Alle Rechte vorbehalten eMail: dialog@epilog.de 28.08.10 02.09.10 |
|