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Werner Illing

Deutscher Schriftsteller • 1895 – 1979

Science Fiction > Alien Contact | Personen-Lexikon
Werner Illing wurde am 12. Februar 1895 in Chemnitz geboren; er besuchte das dortige Realgymnasium, wo er das Abitur ablegte. Nach dem Abitur 1914 zog er in den Krieg, aus dem er am 26. November 1918 als Leutnant zurückkehrte. Er diente als Funker bei den Fliegern. Der Tod seines Vaters bewog Illing 1922, ein Studium der Medizin und Germanistik in Leipzig und Graz abzubrechen, um den elterlichen Betrieb, eine Marmor-, Granit- und Baumaterialienhandlung, weiterzuführen. Sein Interesse galt jedoch dem Theater und der Literatur, er schrieb Literatur-, Theater- und Musikkritiken für die CHEMNITZER VOLKSSTIMME, 1921 erschien in der Chemnitzer Gesellschaft der Bücherfreunde sein erstes Buch, der Sammelband Vor Tag, der Gedichte und Erzählungen enthält.

Illing arbeitete besonders an der Chemnitzer Volksbühne in Verbindung mit Mary Wigman mit, wo er Mitglied im künstlerischen Ausschuß und der Verwaltung war. Seit 1924 ist sein Name mit dem Aufbau und der Leitung des Sprech- und Bewegungschores verbunden. 1925 wurde die von Illing verfasste und einstudierte Sprechchorballade Aufbruch des Geistes in Magdeburg aufgeführt und fand Beachtung im ganzen Land. Im selben Jahr gab er den Geschäftsführerposten in der Firma auf und wurde freier Mitarbeiter der VOSSISCHEN ZEITUNG, für die er 1928/29 als Auslandskorrespondent in der Provence und in Paris lebte. Seit 1927 war er Mitarbeiter der Mitteldeutschen Rundfunk AG in Leipzig, und 1929 ging er als Sendeleiter für Musik und Unterhaltung zum Deutschlandfunk Berlin. Für Ullstein übersetzte er sechs Kriminalromane von Ellery Queen: Schön ist ein Zylinderhut (1931), Das gerissene Schuhband (1932), Besuch in der Nacht (1935), Frauen um John Marco (1936), Die Dame mit dem Schleier (1937) und Besuch am letzten Tag (1938); sein Roman Utopolis wurde von Ullstein jedoch abgelehnt. 1939-1945 leistete Illing Kriegsdienst, um nicht in die Kulturpropaganda eingespannt zu werden. Nach dem Krieg lebte er im Raum Stuttgart, von 1958 bis zu seinem Tode in Esslingen, wo er am 14. Juni 1979 starb. Ab 1949 war er als freier Mitarbeiter für den Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart tätig. Illing schrieb mehrere Romane, Filmdrehbücher, Texte für Musicals und Lustspiele sowie Kurzgeschichten. Er war Mitglied des deutschen PEN-Clubs, Präsident der Bundesvereinigung der deutschen Schriftstellerverbände sowie Vorsitzender des Süddeutschen Schriftstellerverbandes. 1966 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.

• Dr. Joachim Ruf & Franz Rottensteiner

Beiträge von Werner Illing bei epilog.de
»Der Herr vom andern Stern - Eine seltsame Begebenheit« [Kurzgeschichte]
Utopolis [Romanauszug]

Bibliographie

  • Vor Tag. Chemnitz: Gesellschaft für Bücherfreunde 1921 144 S. (Chemnitzer Drucke [1]). 500 nummerierte Exemplare.
  • Aufbruch des Geistes. Chorisches Weihespiel. Chemnitz: Chemnitzer Volksbühne (1924) 32 S.
  • Pentagramm im ewigen Umkreis: [Diese 5 bisher unveröffentl. Gedichte ... wurden ... den Mitgliedern der Gesellschaft der Bücherfreunde zu Chemnitz bei d. Festmahl zur 6. Jahrestagung / gewidmet von Werner Illing; Leo Münz. Chemnitz: Gesellschaft für Bücherfreunde [1927] 10 S. 100 nummerierte Exemplare.
  • Utopolis. Roman: Berlin: Verlag Der Bücherkreis 1930 247 S.
    Taschenbuchausgabe: Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag 1974 159 S. (= Fischer Orbit 37)
    Ergänte Neuausgabe: Berlin: Shayol Verlag 2005 278 S. Bestellen
  • Der blaue Stern. Roman. Berlin: Ullstein 1931 310 S.
  • Don Perico: Der Herr der zinnernen Berge. Roman. Lübeck: Antäus-Verlag [1936] 320 S.
  • Die grosse Flut: Eine dramat. Begebenheit. Berlin[-Grunewald]: Kiepenheuer [1947] 65 manschinschr. Seiten, unverkäufliches Bühnen-Manuskript
  • Zirkus Bertolin. Roman. Berlin: Wedding-Verlag 1948 223 S.
  • Madame Reignier. Roman. Berlin: Verlag des Druckhauses Tempelhof 1949 149 S.
    Taschenbuchausgabe: Hamburg: Deutscher Literatur-Verlag 1987 147 S. (DLV Taschenbuch 220)
  • Das Spiel der Könige. Erzählungen. Berlin: Wedding-Verlag 1949 214 S.
  • Pariser Equipagen-Corso: Eine Kutschfahrt aus em. 18. ins 19. Jahrhundert. Mit 10 farbigen Bildtafeln nach kolorierten Kupferstichen des 19. Jahrhunderts beschrieben und mit Nebenbemerkungen versehen. Stuttgart: Schuler 1962 53 S.
  • Die großen Entdeckungen. Esslingen (am Neckar), München: Junior International [1974] 98 S. [Kreuzworträtsel der Geschichte, Der Kampf um Nordpol und Südpol und Entdeckungsreisen ins Ungewisse in einem Band]
  • Kreuzworträtsel der Geschichte. Esslingen (am Neckar), München: Junior International [1974] 30 S.
  • Der Kampf um Nordpol und Südpol. Esslingen (am Neckar), München: Junior International [1974] 32 S.
  • Entdeckungsreisen ins Ungewisse. Esslingen (am Neckar), München: Junior International [1974] 30 S.
  • Tanz zwischen Dämmerung und Nacht. Roman. Düsseldorf: Claassen 1974 266 S.
    Taschenbuchausgabe: Bergisch Gladbach: Lübbe 1977 220 S. (= Palette 14046)
  • Das Gewesene ordnet sich zum Sinn. Aus Leben und Werk von Werner Illing. Auswahl und Zusammenstellung von Joachim Ruf. Sandhausen bei Heidelberg: Verlag des Antiquariats Pflaum 1986 80 S.
  • Die Gesänge des alten Indianers vor Sonnenaufgang auf der Prärie. Hrsg. von Joachim Ruf. Zürich: Pendo-Verlag 1987 95 S.


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Filmdrehbücher

  • Das Lied der Wüste (1939) [Walter von Hollander und Paul Martin nach einem Bericht von Werner Illing, Musik: Nico Dostal, Hauptdarstellerin: Zarah Leander]
  • Der Herr vom anderen Stern (1948; Musik: Werner Egk, Hauptdarsteller: Heinz Rühmann)
  • Unser Mittwochabend (1948, auch Regie)
  • Martina (1949)
  • Die Mitternachts-Venus (1951, Hauptdarsteller: Theo Lingen)
  • Im Garten Buddhas (1956)
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28.08.10 • 02.09.10