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| Science Fiction > Alien Contact | Personen-Lexikon |
| Geboren: 2.9.1906 in Akmolinsk (später
Zelinograd, heute Astana/Kasachstan) Gestorben: 13.9.2002 in Peredelkino |
| Alexander Kasanzew wurde 1906 in Kasachstan geboren, wuchs in Sibirien auf
und studierte an der technischen Hochschule in Tomsk. Sein 1941 erschienener erster Science-Fiction-Roman Die flammende
Insel gilt vielen bis heute als sein bester. In den 1950er Jahren profilierte
Kasanzew sich mit Romanen über technische Großprojekte wie Die Arktis-Brücke
(1946), Die Mole Nord (1952) oder Das Eis kehrt zurück
(1964) als namhafter Vertreter und Propagandist der damals in der sowjetischen SF
vorherrschenden Nahphantastik. Seine zunächst 1946 in Form einer Erzählung formulierte
These, dass es sich beim Tunguska-Meteor von 1908 um ein Raumschiff gehandelt haben
könnte, propagierte Kasanzew gemeinsam mit einem Sammelsurium weiterer vermeintlicher
Indizien für Besuche Außerirdischer auf der Erde auch außerhalb der SF in einer Art,
die später Erich von Däniken auszeichnete. Von Kasanzew stammt die literarische Vorlage
zum sowjetischen SF-Film Planet der Stürme (Planeta bur SU
1962). In den 1960er Jahren sah sich der Autor angesichts der damaligen stürmischen Entwicklung der SF in der UdSSR ins Abseits gedrängt und agitierte deshalb in der Presse und bei den Verlagen gegen die bei den Lesern beliebteren Autoren wie die Strugazkis, indem er sie in Gegensatz zur Linie der Partei zu stellen versuchte. In den 1970er Jahren hatte sich die Verlagssituation wieder zugunsten Kasanzews entwickelt. Seine nun veröffentlichten Romane Stärker als die Zeit (1973), Auf drei Planeten (1974) und Die Kuppel der Hoffnung (1980) sind in deutscher Übersetzung im Heyne-Verlag erschienen (Namensschreibweise hier: Aleksandr Kazancev). In der DDR nahm sich der Verlag Neues Leben Kasanzews pseudohistorischer Romane Schärfer als Degen (1981/1982) und Der Nachfahre der Himmelssöhne (1985) an. Kasanzew war auch im hohen Alter noch schriftstellerisch aktiv: In den 1990er Jahren erschienen die in einer kommunistischen Zukunft angesiedelte Trilogie Das Geheimnis der Null, Don Quijotes des Weltalls und Tausend Jahre später und die Dilogie Fremdwelten (1997). Nach der historisch-phantastischen Dilogie Der Stern des Nostradamus (2000) folgte im Jahre 2001 noch der gemeinsam mit seinem Enkel Nikita Kasanzew verfasste zweibändige autobiographische Roman Der Phantast. Am 13.9.2002 ist der russische SF-Autor im Alter von 96 Jahren gestorben. |
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