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R. A. Lafferty

Amerikanischer Schriftsteller und Ingenieur (1914-2002)

Science Fiction > Alien Contact | Personen-Lexikon
Name: Raphael Aloysius Lafferty
Alias: R. A. Lafferty
Geboren: 1914 in Neola/Iowa/USA
Gestorben: 18.3.2002 in Broken Arrow/Oklahoma/USA
Raphael Aloysius Lafferty wurde 1914 in Neola im US-Bundesstaat Iowa geboren, zog aber schon 1920 mit seinen Eltern nach Tulsa/Oklahoma. Dieser Wahlheimat blieb er bis zu seinem Lebensende treu. Anfangs wies nichts drauf hin, dass aus ihm einmal ein erfolgreicher Schriftsteller werden sollte. Bis zu seinem 45. Lebensjahr arbeitete er vollberuflich als Elektroingenieur.

R. A. Lafferty gab 1960 sein Story-Debüt mit der Kurzgeschichte »The Day of the Glacier« in ORIGINAL SCIENCE FICTION STORIES, seine ersten Science-Fiction-Romane erschienen 1968: Past Master (dt. 1981, Astrobe, der goldene Planet), The Reefs of Earth und Space Chantey (dt. 1980, Die Odyssee des Captain Roadstrum). Sein Gesamtwerk umfasst über zwanzig Romane und etwa 150 Storys, von denen etliche in Sammelbänden veröffentlicht wurden. Insbesondere ein Großteil des zusehends kryptischer werdenden Spätwerkes wurde lediglich in Broschürenform publiziert. Zu den bekanntesten Sammelbänden Laffertys zählen Nine Hundred Grandmothers (1970, dt. Neunhundert Großmütter, auch So frustrierten wir Karl den Großen), Does Anyone Else Have Something Further to Add? (1974) und Lafferty in Orbit (1991, dt. Lafferty im Orbit). Lafferty galt als einer der wenigen Autoren, die sich auf humoristische SF verstehen. Daneben war er aber auch bodenständig-katholisch und sah seine Humoresken als eine Art göttliches Theater an, dessen Protagonisten Teile eines kosmischen Dramas darstellen.

Neben den bekannten Erzählungsbänden - für die Story »Eurema's Dam« erhielt er 1972 den Hugo Gernsback Award - war R. A. Lafferty auch als Romanautor erfolgreich, besonders die frühen Werke begründeten seinen Ruf als anspruchsvoller Unterhalter. In Past Master wird Thomas Morus in ein alternatives Utopia versetzt, das er retten soll. Morus scheitert aber am Widerspruch zwischen utopischen Idealen und der realen Politik, die ihm schon als Lordkanzler Heinrich VIII. den Kopf kostete. Fourth Mansions (1969) bildet die Menschheitsgeschichte als barockes Drama nach, in dem geheimnisvolle Mächte das Schicksal der Erdbewohner nach Gutdünken manipulieren. In Arrive at Easterwine (1971) schließlich geht es um einen Computer, in dem sich künstliche Intelligenz mit menschlicher Emotionalität verbindet. Die letzten Bücher Laffertys, der sich schon seit einem Herzinfarkt im Jahr 1980 zunehmend vom Schreiben zurückgezogen hatte, erschienen 1992: die Romane More Than Melchisedech und Argo sowie der Erzählungsband Iron Tears. 1990 wurde er mit dem World Fantasy Life Achievement Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Raphael Aloysius Lafferty starb am 18. März 2002 nach langer Krankheit in Broken Arrow/Oklahoma.

Siegfried BreuerALIEN CONTACT

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28.08.10 • 08.09.10