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| Science Fiction > Alien Contact | Personen-Lexikon |
| Horst Müller wurde am 26. Dezember 1923 in Gleisen/Kreis Ost-Sternberg
(heute Polen) geboren. Er war als Kriegsgefangener beteiligt am Bau der einzigen
Kriegsgefangenensternwarte in Großbritannien. Nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft
holte er das Abitur nach, arbeitete als Neulehrer und besuchte später die
Bibliothekarschule in Leipzig. In den Jahren 19501983 war er als Leiter der Stadt-
und Kreisbibliothek in Hoyerswerda tätig. 1983 wurde der Bibliotheksrat nach einem
Herzinfarkt Invalidenrentner. Horst Müller war Ehrenmitglied des Jugendverbandes und
Abgeordneter der Volkskammer der DDR. Aus der guten Resonanz auf die gelegentlichen Lesungen von Science-Fiction-Schriftstellern in seiner Bibliothek entstand die Idee, 1968 den Jugendklub »Utopia« (später »SF-Club Phönix«) zu gründen, den er bis 1986 leitete. Außerdem veröffentlichte er auch selbst Gedichte und Prosa in Zeitungen und Artikel in der Fachzeitschrift Der Bibliothekar. 1960 debütierte Müller mit Signale vom Mond auch als Romanautor, 1962 folgte die Fortsetzung Kurs Ganymed. Die Romane entstanden sowohl vor dem Hintergrund der sowjetischen Raumfahrterfolge als auch des kalten Krieges. Die Menschheit trifft im Sonnensystem auf Außerirdische, die einst auf dem Planeten Phaëton (dem der eindrucksvolle Asteroidengürtel zu verdanken ist) heimisch waren, aber nach dessen Explosion auf den Jupitermond Ganymed ausweichen mußten. Die Lebensbedingungen dort sind sehr hart. Darum ziehen die Ganymeden einen Umzug zum Erdmond in Betracht, was sie zwangsläufig in einen Interessenkonflikt mit den Menschen bringt. Aber auch auf der Erde ist einiges im Argen, denn die US-Amerikaner versuchen hartnäckig, die Raumfahrtprojekte der friedliebenden Menschheit zu sabotieren. Die vernünftigen Kräfte auf beiden Seiten kommen schließlich überein, die Ansiedlung der Leute vom Ganymed auf dem Mond friedlich und zum beiderseitigen Vorteil zu Wege zu bringen. Horst Müller veröffentlichte auch Texte in sorbischer Übersetzung, neben Signale vom Mond (1960 Potajnstwo na mesacku) auch die Erzählungen Experiment F-M (1966 Eksperiment r-c) und Nichts Besonderes (1964 Nico wosebite, auch Nic wosebnego). Bei den Storys geht es um die Suche nach im Meer gestrandeten außerirdischen Astronauten bzw. um die Steuerung von Baumaschinen auf dem Mond mittels Bioströmen von der Erde aus. Müllers langjährige TBC-Erkrankung hinderte ihn daran, neben seiner Arbeit weiter als Schriftsteller zu arbeiten, so daß ein geplanter Roman über die Terrasse von Baalbek (Arbeitstitel Als die Söhne Gottes kamen) nicht mehr zustande kam. Erst im Jahr 1998 erschien sein SF-Jugendbuch Peter dreht durch oder was wäre wenn ...? Darin helfen zwei junge Leute einem gleichaltrigen, auf der Erde notgelandeten Alien aus der Patsche. Man merkt dem Buch an, daß das Manuskript schon länger lag, denn in der Überarbeitung kollidieren die 1960er deutlich mit den 1990er Jahren. Horst Müller ist am 9. Mai 2005 in Hoyerswerda verstorben. |
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