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Personen-Lexikon

Otto Preminger

Österreichischer Filmregisseur, Produzent und Schauspieler (1906-1986)

Vom Theater zum Film | Ein Regisseur in Hollywood | Das Spätwerk | Filmographie

Lexikon > Personen | Film
Name: Otto Ludwig Preminger
Alias: Otto Preminger
Geboren: 5.12.1906 in Wien
Gestorben: 23.4.1986 in New York

Vom Theater zum Film

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Wien begann Otto Preminger seine Laufbahn als Schauspieler und Regisseur am renommierten Wiener Theater in der Josefstadt. In den dreißiger Jahren wurde er zum Stellvertreter des berühmten Direktors Max Reinhardt und übernahm die Leitung des Theaters, wenn Reinhardt im Ausland arbeitete. Nachdem er in Österreich den Film Die große Liebe (A 1932) gedreht hatte, ging Preminger 1935 in die USA, um dort als Regisseur für die 20th Century Fox zu arbeiten. Doch seine Karriere war bereits nach den zwei Filmen Under Your Spell (USA 1936) und Danger - Love at Work (USA 1937) vorläufig beendet, als es zu einem Streit mit dem Fox-Chef Darryl Zanuck kam. Doch dann war der Wiener während des Zweiten Weltkriegs plötzlich als Schauspieler gefragt und trat mehrmals als Nazi in Filmen wie Irving Pichels The Pied Piper (USA 1942) und David Butlers They Got Me Covered (USA 1943) auf. Diesem unverhofften Erfolg hatte er es zu verdanken, daß er eine zweite Chance als Filmregisseur erhielt.

Ein Regisseur in Hollywood

Premingers erster großer Regieerfolg war der schwarze Krimi Laura (Laura • USA 1944). Danach konnte er sein Niveau jedoch nicht halten, da sein Verhältnis zur Studioleitung der Fox immer noch gespannt war. Schließlich gründete er 1953 mit Carlyle Productions seine eigene Produktionsfirma und arbeitete als unabhängiger Filmemacher. Aufsehen erregte Preminger mit der für damalige Verhältnisse freizügigen Komödie Wolken sind überall (The Moon Is Blue • USA 1953), von der er gleichzeitig eine deutsche Fassung als Die Jungfrau auf dem Dach (D/USA 1953) mit Hardy Krüger produzierte. Im selben Jahr hatte er im Film Stalag 17 (Stalag 17 • USA 1953) seines Landsmanns Billy Wilder wieder einen Auftritt vor der Kamera in der Rolle des Oberst von Scherbach. Weitere Erfolge als Regisseur verbuchte Preminger mit der Bizet-Adaption Carmen Jones (Carmen Jones • USA 1954) und dem Drogendrama Der Mann mit dem goldenen Arm (The Man with the Golden Arm • USA 1955) mit Frank Sinatra in der Hauptrolle. Auch mit seinen folgenden Werken Anatomie eines Mordes (Anatomy of a Murder • USA 1959) oder Sturm über Washington (Advise and Consent • USA 1962) griff er immer wieder kontroverse Themen wie die Homosexualität auf, ohne jedoch einen unverwechselbaren filmischen Stil zu entwickeln. In Großbritannien drehte er Bunny Lake ist verschwunden (Bunny Lake Is Missing • USA 1965). Für zwei Folgen der Fernsehserie Batman (Batman • USA 1966-68) ließ er sich zu einem weiteren seiner seltenen Auftritte als Schauspieler überreden und übernahm die Rolle des Mr. Freeze. In Premingers überdrehter Agentensatire Skidoo - Ein Happening in Love (Skidoo • USA 1968) hatte der Komiker Groucho Marx seinen letzten Filmauftritt.

Das Spätwerk

Seine letzte Filme waren der Flop Unternehmen Rosebud (Rosebud • USA 1975) und das bewegende Agentendrama The Human Factor (The Human Factor • USA/GB 1979) nach dem Roman von Graham Greene, zu dem Tom Stoppard das Drehbuch schrieb und Nicol Williamson die Hauptrolle spielte. In dieser Zeit veröffentlichte er seine Autobiographie mit dem schlichten Titel Preminger (1977).

Otto Preminger starb mit 79 Jahren in New York, sieben Jahre nach seiner letzten Regiearbeit. Er war dreimal dreimal für den Oscar nominiert, ging bei den Verleihungen jedoch stets leer aus. Preminger gilt heute als einer der großen Namen unter den Hollywood-Filmregisseuren. Er drehte eine Reihe von handwerklich gelungenen und sehenswerten Filmen, aber nie ein Meisterwerk.

Sein Bruder Ingo Preminger war ebenfalls als Agent und Produzent im Filmgeschäft tätig, und sein Sohn Erik Lee Preminger - der einer Beziehung mit der Stripperin Gypsy Rose Lee entstammt - arbeitete als Produzent und Drehbuchautor.

Bernhard Kempen

Filmographie

  • Die große Liebe (A 1932)
  • Under Your Spell (USA 1936)
  • Danger - Love at Work (USA 1937)
  • Margin for Error (USA 1943)
  • Laura (Laura • USA 1944)
  • In the Meantime, Darling (USA 1944)
  • Skandal bei Hofe (A Royal Scandal • USA 1945
  • Fallen Angel (USA 1945)
  • Centennial Summer (USA 1946)
  • Daisy Kenyon (Daisy Kenyon • USA 1947)
  • Amber, die große Kurtisane (Forever Amber • USA 1947)
  • Die Frau im Hermelin (That Lady in Ermine • USA 1948)
  • The Fan (USA 1949)
  • Whirlpool (USA 1949)
  • Faustrecht der Großstadt (Where the Sidewalk Ends • USA 1950)
  • The Thirteenth Letter (USA 1950)
  • Engelsgesicht (Angel Face • USA 1952)
  • Wolken sind überall (The Moon Is Blue • USA 1953)
  • Die Jungfrau auf dem Dach (D/USA 1953)
  • Carmen Jones (Carmen Jones • USA 1954)
  • Fluß ohne Wiederkehr (River of no Return • USA 1954)
  • Verdammt zum Schweigen (The Court Martial of Billy Mitchell • USA 1955)
  • Der Mann mit dem goldenen Arm (The Man with the Golden Arm • USA 1955)
  • Die heilige Johanna (Saint Joan • USA 1957)
  • Bonjour Tristesse (Bonjour Tristesse • USA 1957)
  • Porgy und Bess (Porgy and Bess • USA 1959)
  • Anatomie eines Mordes (Anatomy of a Murder • USA 1959)
  • Exodus (Exodus • USA 1960)
  • Sturm über Washington (Advise and Consent • USA 1962)
  • Der Kardinal (The Cardinal • USA 1963)
  • Erster Sieg (In Harm’s Way • USA 1965)
  • Bunny Lake ist verschwunden (Bunny Lake Is Missing • USA 1965)
  • Morgen ist ein neuer Tag (Hurry Sundown • USA 1967)
  • Skidoo - Ein Happening in Love (Skidoo • USA 1968)
  • Tell Me That You Love Me, Junie Moon (USA 1970)
  • So gute Freunde (Such Good Friends • USA 1971)
  • Unternehmen Rosebud (Rosebud • USA 1975)
  • The Human Factor (The Human Factor • USA/GB 1979)


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