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Personen-Lexikon

John Williams

Amerikanischer Filmkomponist (*1932)

Fernsehen | Film | Klassik

Lexikon > Personen | Film
Name: John Towner Williams
Alias: John Williams, John Williams Jr., John T. Williams, Johnny Williams
Geboren: 8.2.1932 in Long Island/New York

Fernseh-Melodien

Der berühmte Filmkomponist ist der Sohn des Jazzmusikers Johnny Williams, der unter anderem als Drummer im Raymond Scott Quintette auftrat, dirigierte bereits mit zwölf Jahren das Boston Pops Orchestra. Nachdem die Familie 1948 von New York nach Los Angeles umgezogen war, studierte Johnny junior - nicht zu verwechseln mit dem britischen Schauspieler John Williams (1903-1983) - zunächst an der University of California. Von 1951 bis 1954 diente er in der Air Force und setzte seine Studien anschließend an der Julliard School of Music in New York fort. In dieser Zeit wollte er Konzertpianist werden, besuchte später in Los Angeles aber auch Kompositionskurse unter Mario Castelnuovo-Tedesco. Ab 1956 arbeitete er als Pianist für die Filmgesellschaft Columbia, dann für die Twentieth Century-Fox, wo er unter der Leitung von Alfred Newman, Franz Waxman, Elmer Bernstein, Jerry Goldsmith, Adolph Deutch, Henry Mancini und Dimitri Tiomkin spielte. Außerdem schrieb er kleinere Stücke für Fernsehserien wie Wagon Train (USA 1957-65) und Bachelor Father (USA 1957-62). Er spielte das berühmte Klavier-Thema aus der Titelmusik für die Serie Peter Gunn (Peter Gunn • USA 1958-60), die von Henry Mancini komponiert wurde. Für die Detektivserie Checkmate (Checkmate • USA 1960-62) durfte Johnny Williams erstmals die Titelmusik schreiben, die sogar auf Schallplatte veröffentlicht wurde.

Dann erhielt er mit den Filmen Geheime Wege (The Secret Ways • USA 1961) und Diamond Head (USA 1962) seine ersten Aufträge für die große Leinwand. Es folgten Kinoproduktionen wie Der Tod eines Killers (The Killers • USA 1964), Rancho River (The Rare Breed • USA 1966), Wie klaut man eine Million? (How To Steal A Million • USA 1966) oder Die Lady und ihr Gauner (Fitzwilly • USA 1967), für den Williams ein bemerkenswertes Tuba-Solo schrieb. Seine Musik zu Das Tal der Puppen (Valley of the Dolls • USA 1967) brachte ihm seine erste Oscar-Nominierung ein. Daneben komponierte er weiterhin für Fernsehserien wie Die Leute von der Shiloh-Ranch (The Virginian • USA 1962-71), Kraft Suspense Theater (USA 1963-65), Gilligans Insel (Gilligan's Island • USA 1964-67) und Twen Police (Mod Squad • USA 1968-73).

In der Mitte der sechziger Jahre begann seine langjährige Zusammenarbeit mit dem Fernsehproduzenten Irwin Allen, für den er die Musik zu den phantastischen Serien Verschollen zwischen fremden Welten (Lost in Space • USA 1965-68), Time Tunnel (The Time Tunnel • USA 1966-67) und Planet der Giganten (Land of the Giants • USA 1968-70) schrieb.

Film-Soundtracks

1969 beschloß Johnny Williams, erwachsen zu werden, und komponierte nun als John Williams die Filmmusik zu Der Gauner (The Reivers • USA 1970), mit der er großes Aufsehen erregte. Für seine Bearbeitung der Musik von Anatevka (Fiddler on the Roof • USA 1971) erhielt er seinen ersten Oscar. Danach vertonte er für Irwin Allen die Katastrophenfilme Die Höllenfahrt der Poseidon (The Poseidon Adventure • USA 1972) und Flammendes Inferno (The Towering Inferno • USA 1974) und landete kurz darauf mit Erdbeben (Earthquake • USA 1974) von Mark Robson einen weiteren Hit in Sensurround.

Ab Mitte der siebziger Jahre tat er sich mit Regisseur Steven Spielberg zusammen und schrieb die Musik für Sugarland Express (The Sugarland Express • USA 1974), Der weiße Hai (Jaws • USA 1975), wofür er seinen zweiten Oscar erhielt, und alle weiteren Spielberg-Filme bis auf Die Farbe Lila (The Color Purple • USA 1985). Zu seinen herausragenden Werken gehören die Soundtracks von Familiengrab (Family Plot • USA 1976), dem letzten Film von Alfred Hitchcock, der Star-Wars-Trilogie (USA 1977-83), die auf Schallplatte mit über vier Millionen verkauften Exemplaren zu einem Bestseller wurde, für die Indiana-Jones-Filme (USA 1981-89) und Kevin - Allein zu Haus (Home Alone • USA 1990). Mit der avantgardistischen Instrumentierung der Musik für JFK - Tatort Dallas (JFK • USA 1991) setzte er Maßstäbe, die seitdem immer wieder kopiert wurden. Es folgten Spielbergs Jurassic Park (Jurassic Park • USA 1993), Schindlers Liste (Schindler's List • USA 1993), Der Soldat James Ryan (Saving Private Ryan • USA 1995), Sieben Jahre in Tibet (Seven Years in Tibet • USA 1997), Vergessene Welt: Jurassic Park (The Lost World: Jurassic Park • USA 1997), Amistad (Amistad 1997) und viele weitere Kinoerfolge der letzten Jahre. Auch zu George Lucas' Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung (Star Wars: Episode I - The Phantom Menace • USA 1999) und Star Wars: Episode I - Angriff der Klonkrieger (Star Wars: Episode II - Attack of the Clones • USA 2002) schrieb er wieder die Musik. Seine weiteren Filme der letzten Jahre waren A. I. - Künstliche Intelligenz (AI - Artificial Intelligence • USA 2001) und Harry Potter und der Stein der Weisen (Harry Potter and the Sorcerer's Stone • GB/USA 2001).


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Klassische Kompositionen

John Williams wurde über 40mal für den Oscar nominiert und erhielt die begehrte Auszeichnung fünfmal - außerdem 18 Grammys, drei Golden Globes und einen British Academy Award. Obwohl in den siebziger Jahren der Siegeszug der elektronischen Musik begann, spielt er seine Soundtracks konsequent mit klassischen Instrumenten und Symphonieorchestern ein. In einer Zeit, in der Filme zunehmend als Werbeträger für Popmusik genutzt werden und Videoclips wiederum für Filme werben, schreibt John Williams klassische Filmmusik, die die Bilder fast unauffällig begleitet, sich aber auch mit Genuß als eigenständiges Werk hören läßt.

Daneben war Williams seit 1980 der 19. Dirigent des Boston Pops Orchestra, mit dem er über 20 Alben aufnahm, darunter auch »Summon the Heroes«, die Hymne der Olympischen Sommerspiele 1996 in Atlanta. Nach seinem Ausscheiden wurde er zum Ehrendirigenten ernannt des Boston Pops ernannt. Außerdem wurde er immer wieder von Philharmonieorchestern aus aller Welt als Gast-Dirigent engagiert, unter anderem vom London Symphony Orchestra. Auf Anregung des Filmkomponisten Bernard Herrmann schrieb er eine Symphonie und viele Konzertstücke, die ihn als bedeutenden Komponisten des 20. Jahrhunderts ausweisen. Außerdem komponierte Williams die NBC-Melodie »The Mission, Liberty Fanfare« für die Neuenthüllung der Freiheitsstatue sowie mehrere Hymnen für Olympische Sommerspiele und Behinderten-Wettbewerbe.

Er hat drei Kinder von seiner ersten Ehefrau, der Schauspielerin Barbara Ruick, mit der er von 1956 bis zu ihrem Tod im Jahr 1974 verheiratet war. Sein Sohn Joseph Williams wurde ebenfalls Musiker. Er arbeitete mit seinem Vater am Stück, das in Jabba's Palace in Die Rückkehr der Jedi-Ritter (Return of the Jedi • USA 1982) zu hören ist und wurde 1986 Sänger der Band Toto. 1980 heiratete John Williams seine zweite Frau Samantha Winslow.

Bernhard Kempen

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21.05.06 • 10.06.06