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Personen-Lexikon

Stan Winston

Amerikanischer Tricktechniker (*1946)

Masken | Roboter | Dinosaurier

Lexikon > Personen | Film
Name: Stan Winston
Geboren: 1946 in Virginia

Masken

Schon der junge Stan Winston war von Science-Fiction- und Monster-Filmen begeistert und wollte zunächst unbedingt Schauspieler werden. Er studierte Drama und Kunst an der Universität von Virginia und ging 1969 nach Hollywood. Doch schon bald wandte er sich einem anderen Arbeitsbereich zu und begann eine Lehre in der Make-Up-Abteilung der Disney-Studios. Bereits für seine erste Fernseharbeit Gargoyles (USA 1972) erhielt er einen Emmy. Eine Emmy-Nominierung brachte ihm Die Geschichte der Jane Pittman (The Autobiography of Miss Jane Pittman • USA 1974), in dem er zusammen mit seinem Kollegen Rick Baker die Schauspielerin Cicely Tyson auf 110 Jahre altern ließ. In den siebziger Jahren wurden seine Arbeiten als Maskenbildner für Fernsehproduktionen immer wieder für den Emmy nominiert, unter anderen Roots - Wurzeln (Roots • USA 1977).

Für Stan Winstons erste Kinoarbeit The Wiz (USA 1978) entwarf das gesamte Spezial-Make-Up der Vogelscheuche, des Blechmanns und des Löwen. Die erste Oscar-Nominierung brachten ihm die speziellen Robotermasken von Andy Kaufman und Bernadette Peters in Herzquietschen (Heartbeeps • USA 1981) ein. 1983 machte er sich selbständig und gründete die Stan Winston Studios, die in den nächsten Jahren eine marktbeherrschende Stellung auf den Gebieten Spezial-Make-Up und Animatronik erlangten.


Foto: UIP

Roboter

Seine langjährige Zusammenarbeit mit dem Regisseur James Cameron begann mit Terminator (The Terminator • USA 1984), als Arnold Schwarzenegger unter Winstons Roboter-Make-Up zu einer neuen Ikone des Science-Fiction-Film wurde. Mit Cameron machte er auch Aliens - Die Rückkehr (Aliens • USA 1986) und Terminator 2 - Der Tag der Abrechnung (Terminator 2: Judgement Day • USA 1991). Für alle drei Arbeiten erhielt Winston den Oscar, für T2 sogar zweimal: in den Kategorien Bestes Make-Up und Beste Visuellen Effekte.

Weitere Oscar-Nominierungen verdiente er sich mit der Figur des außerirdischen Jägers in John McTiernans Predator (Predator • USA 1986) und die Tim-Burton-Filme Edward mit den Scherenhänden (Edward Scissorhands • USA 1990) und Batmans Rückkehr (Batman Returns • USA 1992), für die er Johnny Depp und Danny DeVito in ausgefallene Masken steckte.

Ende der achtziger Jahre gründete er mit James Cameron und dem früheren ILM-Mitarbeiter Scott Ross die Firma Digital Domain, die auf Computereffekte spezialisiert ist. Nachdem Winston bereit unter Cameron gelegentlich als Regieassistent gearbeitet hatte, versuchte er bald, eigene Filme zu inszenieren. Doch Das Halloween Monster (Pumpkinhead • USA 1988) und Upworld - Mein Kumpel, der Kobold (A Gnome Named Gnorm / Upworld • USA 1992) wurden keine Kassenschlager.

Dinosaurier

Für Steven Spielbergs Jurassic Park leistete Winston erneut bahnbrechende Arbeit, als er die Robotermodelle der Dinosaurier baute und ihm ein bislang nie dagewesener Realismus auf dem Gebiet der Animatronik gelang. Er betreute verschiedenste Effekte für die Produktionen Interview mit einem Vampir (Interview with the Vampire • USA 1994), Congo (Congo • USA 1995), Das Relikt (The Relic • USA 1996), Der Geist und die Dunkelheit (The Ghost and the Darkness • USA 1996) und DNA - Die Insel des Dr. Moreau (Island of Dr. Moreau • USA 1996).

Außerdem übernahm er die Regie von T2 3-D: Battle Across Time (USA 1996), dem Terminator-Ride der Universial-Studio-Tour in Orlando/Florida, und für Ghost (1997), in dem Michael Jackson zu seinem Song »Too Bad« tanzt. Auch die Frösche im Budweiser-Spot und viele andere Figuren aus Werbeclips und Musikvideos stammen von Stan Winston.

Die Dinosauriermodelle für Spielbergs Vergessene Welt: Jurassic Park (The Lost World: Jurassic Park • USA 1997) brachten ihm erneut eine Nominierung für den Oscar ein. Danach schuf er Masken und Monster in Filmen wie Small Soldiers (Small Soldiers • USA 1998), Der sechste Sinn (The Sixth Sense • USA 1999), End of Days - Nacht ohne Morgen (End of Days • USA 1999), Galaxy Quest (Galaxy Quest • USA 1999) und Pearl Harbor (Pearl Harbor • USA 2001). Für Steven Spielberg bastelte er wieder die Dinosaurier in Jurassic Park III (Jurassic Park III • USA 2001) und die Roboter in A. I. Künstliche Intelligenz (A. I. Artificial Intelligence • USA 2001). Weitere Arbeiten sind das Spezial-Make-Up für die Neuverfilmung des H.-G.-Wells Klassikers Die Zeitmaschine und für James Camerons Terminator 3 - Rebellion der Maschinen.

Bernhard Kempen

Siehe auch:
Gespräch mit dem Trickexperten Stan Winston
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21.05.06 • 10.06.06