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Rainer Zubeil

Deutscher Schriftsteller (1956 – 2004)

Science Fiction > Alien Contact | Personen-Lexikon
Name: Rainer Zubeil
Pseudonyme: Thomas Ziegler, Robert Quint, Helmut Horowitz
Geboren: 18.12.1956
Gestorben: 11.9.2004
Rainer Zubeil wurde am 18.12.1956 in einem Dorf in Niedersachsen geboren, wuchs in Wuppertal auf und arbeitete zunächst als Nachtwächter in einer Brauerei. Bis 1979 war er als Standesbeamter tätig, entschloss sich dann aber, die Beamtenpension sausen zu lassen und freischaffender Schriftsteller und Übersetzer zu werden.

Zubeil schrieb unter einer ganzen Anzahl von Pseudonymen (das bekannteste ist Thomas Ziegler) Science Fiction, Fantasy und Krimis. Insgesamt erschienen fünf Kriminalromane und ein Erzählungsband: Überdosis (1988), Des Weibes schärfste Waffe (Storys, 1990), Koks und Karneval (1990), Tod im Dom (1991), Was geschah mit Angelika H.? (1991) und Eine Kölner Karriere (1994), wobei in allen Krimis der Kölner Kommissar Markesch die Fälle löst. Ein Erfolg wurde auch seine Politsatire Bekenntnisse eines Öko-Terroristen (1987 unter dem Künstlernamen Tommy Z.).

Als Dialogautor zeichnete Zubeil für zahlreiche Folgen der Fernsehserie Verbotene Liebe verantwortlich.

Rainer Zubeil debütierte 1976 mit der Kurzgeschichte »Unter Tage«, weitere seiner frühen Storys sind »Matuscheks Welten« (1977), »Holzmann weiß, was Menschen brauchen« (1977), »Die Totenstadt« (1978) und »Alternativwelt 1818« (1978 mit Ronald M. Hahn).

Sein Romandebüt war Zeit der Stasis (1979 mit Uwe Anton), die Schilderung der Zeit nach einer Nuklearkatastrophe in der BRD. In den Wirren nach dem ersten Schock kann dort eine faschistische Diktatur Fuß fassen, die auch durch drastische Maßnahmen der in den Untergrund abgetauchten Opposition nicht leicht zu stürzen ist.

1982 erschien der viel beachtete Erzählungsband Unter Tage, dessen Titelstory an sein Erstlingswerk anknüpft. Es sind düstere, aber keinesfalls depressive Geschichten, die insbesondere Kritik an der um sich greifenden staatlichen Reglementierung und geistigen Manipulation üben. Zubeil schafft es, eine dichte Atmosphäre zu schaffen, in der seine Protagonisten glaubhaft agieren – um dem Leser dann mit einem lakonischen Schluss jede Illusion einer erstrebenswerten Zukunft zu nehmen.

Nach Erdstadt (1983), einem zweiten, zusammen mit Uwe Anton verfassten Roman, erschien im gleichen Jahr Alles ist gut. Darin kommt ihm die besondere Lokalkenntnis seiner Wahlheimat Köln für ein turbulentes SF-Szenario zugute.

Die Stimmen der Nacht (1984) war sein letzter großer SF-Roman. Wieder spielt die Handlung in der Bundesrepublik, aber es ist eine Alternativwelt, in der nach dem Zweiten Weltkrieg der Morgenthau-Plan verwirklicht wurde und Westdeutschland ein deindustrialisierter Agrarstaat ist. Die ›blühenden Land-schaften‹ sind dort gewissermaßen Programm.

Der SF-Autor Thomas Ziegler verabschiedete sich mit zwei schönen Erzählungsbänden, Nur keine Angst vor der Zukunft (1985) und Lichtjahreweit (1986).

Danach trat er eher als Serienschreiber hervor; zwar lag das eine oder andere Heft oder Buch noch über dem qualitativen Durchschnitt der anderen Autoren, doch er konnte damit nicht mehr an seine früheren Erfolge anschließen.

Bereits 1982 begann Rainer Zubeil ein Engagement in der Perry-Rhodan-Redaktion, zunächst als Heft- und Romanautor, später auch als Exposé-Redakteur. Dieses Gastspiel endete bereits 1985, er nahm es erst kurz vor seinen Tod wieder auf. Insgesamt erschienen 14 Heftromane (13 in den Jahren 1983-85 und einer im Jahr 2004) und drei Perry-Rhodan-Taschenbücher. Sein letzter Roman, Die letzten Tage Lemurias, wird im März 2005 in der Heyne-Taschenbuchreihe erscheinen.

Unter dem Pseudonym Robert Quint schrieb Zubeil zwischen 1979 und 1982 für die Heftserie Die Terranauten, die im Bastei-Verlag Gustav H. Lübbe erschien. Ein weiteres Serien-Projekt war Flaming Bess – Die Rebellin der Galaxis (1986/87). Die Grundidee entwickelte Rainer Zubeil mit Wolfgang Neumann, die neun Romane schrieb er jedoch allein. Flaming Bess ist eine Weltraumheldin, die mit ihren Freunden die verschollene Urheimat der Menschheit sucht, die Erde. Sein Fantasy-Zyklus Sardor (Bastei-Lübbe) brachte es 1984/85 auf zwei Bände.

Zubeil wurde mehrfach mit dem Kurd Laßwitz Preis ausgezeichnet, für die Kurzgeschichte »Die sensitiven Jahre« (1980), die Novelle »Eine Kleinigkeit für uns Reinkarnauten« (1984) und den neu überarbeiteten SF-Roman Die Stimmen der Nacht (1994).

Rainer Zubeil starb am 11. September 2004 im Alter von 47 Jahren an Herzversagen.

Siegfried BreuerALIEN CONTACT

Zubeil_Rainer_1956.jpg (5249 Byte)
Foto: Peter Fleissner


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21.05.06 • 10.06.06