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Im Gespräch mit Terry Pratchett

von Berit Neumann


ALIEN CONTACT: Mr. Pratchett, mittlerweile gehören Ihre Bücher zu den Bestsellern in Europa. Macht Sie das nervös?

Terry Pratchett: Nun, das ist etwas, das einfach so geschieht. Ich denke nicht viel darüber nach. Es ist wie Atmen, wissen Sie. Gestern sagte mir meine Tochter, daß ich zu hart arbeiten würde. Aber das Schreiben ist alles, was ich habe, etwas anderes gibt es für mich nicht.

AC: Inwiefern hat Ihnen eigentlich Ihr Beruf bei Ihrer schriftstellerischen Tätigkeit geholfen?

TP: Ich habe viele Jahre lang als Journalist gearbeitet. Das war mir eine große Hilfe, denn man lernt, schnell und klar zu schreiben. Und man lernt, daß Schreiben nur die eine Seite eines Prozesses ist, und das ist besonders wichtig. Die andere Seite ist das Lesen. Niedergeschriebenes, das von niemandem gelesen wird, existiert nicht. Und bei der Zeitung, besonders bei einer Lokalzeitung, ist man sich immer bewußt, daß da draußen Leser sind, für die man schreibt. Wenn die - aus welchem Grund auch immer - nicht lesen, was man geschrieben hat, hat man umsonst gearbeitet. Sie werden Leute sagen hören: »Ich schreibe nur für mich selbst.« Das ist wie Selbstbefriedigung. Schreiben ist wie Sex. Am besten ist es, wenn dabei eine Verbindung zwischen zwei Menschen hergestellt wird.

AC: Inzwischen sind schon 18 Scheibenwelt-Bücher erschienen. Haben Sie keine Angst, sich zu wiederholen?

TP: Das ist eine komplizierte Frage. Aber nein, ich habe keine Angst davor. Zu einem gewissen Grad benutze ich die Wiederholung sogar, und das muß wegen der Natur der Bücher auch so sein, denn es sind Scheibenweltbücher. Aber viele Fans wollen auch die Wiederholung. Sie wollen das letzte Buch, das man geschrieben hat, noch einmal neu lesen. Und sie wollen immer mehr von diesen Büchern haben. Was ich versuche, ist immer etwas Abwechslung zu schaffen. Die Scheibenwelt hat sich, seit sie mit einem witzigen Zaubererbuch begann, ziemlich verändert. Sie wurde seitdem viel komplexer. Und sie kann sich durchaus noch weiter verändern. Im Moment habe ich noch keine Angst davor, mich zu wiederholen. Aber es ist schon erstaunlich, wie viele Fans das eigentlich wollen: »Können wir diese Gestalt wiedersehen? Können wir ein neues Buch über Gevatter Tod haben? Können wir ein neues Buch über...? Was passiert mit der oder der Figur, nachdem das Buch zuende ist?« Wenn ich faul wäre, könnte ich noch eine ganze Menge mehr Scheibenwelt-Bücher schreiben, und es wären immer dieselben.

AC: Seit einiger Zeit erscheinen Ihre Bücher in Deutschland nicht mehr beim Heyne-Verlag. Wie kam es dazu?

TP: Aus diversen Gründen werden sie jetzt von Goldmann verlegt. Die hatten meinem Agenten einfach ein besseres Angebot gemacht als der Heyne-Verlag, aber das ist sicher bekannt. Meine Meinungsverschiedenheiten mit Heyne resultierten aus der Suppenwerbung. Ich glaube, es ist keine besonders anständige Art, mit einem Schriftsteller umzugehen, indem man sein Buch durch Suppenwerbung zerstückelt. Die sind auch mit anderen Autoren so verfahren, zum Beispiel mit Iain Banks. Auf einem Con, ich glaube, es war ein schottischer Con, demonstrierte er anschaulich, was er davon hält: er riß die entsprechende Seite aus dem Buch und aß sie einfach auf...
Außerdem hat Heyne zum Beispiel falsche Coverbilder verwendet. Und so was nervt mich, das ist einfach nicht die feine englische Art. Die denken, ‘Science-Fiction-Bücher müssen ein Science-Fiction-Cover haben’. Bei einer Neuauflage von einem meiner ersten Bücher haben sie ein Josh-Kirby-Cover verwendet, das er eigentlich für ein Buch von Robert Rankin gemalt hatte. Ich meine, was soll das? Das bedeutet doch, das gleich zwei Bücher verschandelt wurden, denn für das Rankin-Buch konnten sie dieses Bild ja nicht noch einmal nehmen.

AC: Die Scheibenwelt-Bücher haben eine ganz spezifische Art von Humor. Denken Sie, daß Sie genau so erfolgreich gewesen wären, wenn Sie kein Brite wären?

TP: Ich weiß nicht. Glauben Sie, daß es einen Unterschied zwischen deutschem und englischem Humor gibt?

AC: Ich denke schon.

TP: Das große Problem ist - wenn es überhaupt eines ist - , daß wir Briten eine ziemlich ungenaue Sprache haben. Sie hat so viele unterschiedliche Bedeutungen. Der Humor ist sehr, sehr einfach, er ist tief mit unserer Sprache verwurzelt. Die Engländer haben eine Sprache, die sich ziemlich gut für Witze eignet. Die deutsche Sprache dagegen eignet sich hervorragend zur Herstellung von hochwertigen Autos. Ihre Sprache ist schrecklich präzise, und unsere ist genauso schrecklich unpräzise. Ich denke, das unsere Sprache eher ein Sprachengemisch ist. Im Laufe der letzten tausend Jahre ist sie aus vielen verschiedenen Sprachen entstanden. Und wir haben Worte aus den Sprachen anderer Völker importiert, wo wir nur konnten. Da ist eine ganze Menge Deutsch, Französisch und Latein im Englischen. Was ich Ihnen jetzt sage, werden Sie nicht häufig zu hören bekommen, aber die Engländer sind ein unterdrücktes Volk. Zum ersten Mal wurden wir 1066 von den Normannen erobert. Und für Hunderte von Jahren waren die meisten Menschen in England Sklaven, wenn auch nur auf eine gewisse Weise, denn es gab immer einen Mann in einer Burg auf einem Hügel. Dann kam die industrielle Revolution und aus dem Mann in der Burg wurde ein Mann in einer Fabrik auf einem Hügel, für den man nun arbeiten mußte.
Eine ganze Menge unseres Witzes ist ein bißchen wie der jüdische Humor. Denn das ist der Humor eines unterdrückten Volkes. Der englische Humor ist auch ziemlich schwarz und ziemlich zweideutig. Und er ist nicht besonders vordergründig. Aber ich glaube, daß sich da allmählich ein Wandel vollzieht. Trotz aller Unterschiede gibt es auch enge Verbindungen zum deutschen oder schwedischen Humor im Gegensatz zum amerikanischen Humor. Denn unser Humor und der amerikanische sind zwei völlig verschiedene Dinge. Ich glaube, das liegt daran, daß die Amerikaner einem folgenschweren Irrtum unterliegen. Sie denken, daß wir die gleiche Sprache sprechen. Aber das bedeutet noch lange nicht, daß wir auch den selben Humor haben.

AC: Sie scheinen eine Vorliebe für die Außenseiter dieser Gesellschaft zu haben, wenn man da nur an naive Hippie-Mädchen wie Magrat Knoblauch, ungeschickte pubertierende Jünglinge wie Mort oder an Gevatter Tod selber denkt...

TP: Tja, wenn man so darüber nachdenkt, sind wir eigentlich alle Außenseiter. Sobald man anfängt, zu denken, anstelle alles einfach zu akzeptieren, wird man zum Außenseiter. Das ist ziemlich einfach. Und außerdem geben gut angepaßte Menschen keine guten Helden ab. Und es ist äußerst schwierig, einen angepaßten Helden zu haben. Meine Figuren sind keine wirklichen Außenseiter, aber sie denken auf eine etwas andere Art und Weise als die meisten Menschen.

AC: Manche Leser sagen, Einfach Göttlich sei ein ganz besonderes Buch, auf eine ziemlich philosophische Art...

TP: Oh, absolut. Es ist wahrscheinlich das am wenigsten lustige Buch, denn es hat einen ziemlich schwarzen Humor. Es ist eine Betrachtung über Glaube und Religion. Und es machte mir besonderen Spaß, dieses Buch zu schreiben, denn es behandelt eine ganze Menge religiöser Unstimmigkeiten. Und es war auch deshalb recht interessant, weil ich ein neues Buch mit alten Ingredienzien schreiben konnte. Ich bin ziemlich stolz darüber, Einfach Göttlich geschrieben zu haben.
Zur Zeit arbeite ich gerade an einem neuen Buch. Es spielt mal wieder in Ankh Morpork und handelt von einem Golem. Vielleicht wissen Sie es nicht, aber ein Golem muß immer ohne Zunge gemacht werden, denn alles, was er sagen würde, wäre Blasphemie. Aber dieser eine hilft der Wache von Ankh Morpork und geht dabei zu Bruch und die Wachen wollen ihn wiederherstellen. Sie halten sich genau an die Vorschriften, bis auf den Umstand, das sie ihm eine Zunge geben. Golems sind sehr, sehr intelligent, und alles, was er sagt, ist gotteslästerlich, denn er ist ja kein Lebewesen und normalerweise wäre es ihm gar nicht erlaubt, zu reden. Und dieser Golem ist sehr an Religion interessiert, denn er begreift, daß er doch irgendwie am Leben ist, und er sagt, daß er an keinen Gott glauben will, bis er einen Gott findet, der ihn in jedem Streitgespräch besiegen kann. Wenn es so einen Gott gäbe, dann müßte es schon ein ziemlich logisches Wesen sein, ähnlich einem Computer.
Ich denke, Religion und Glaube sind so wunderbare Dinge, um darüber zu schreiben. Und es steckt auch eine ganze Menge Humor darin.

AC: Die nächste Frage wird Ihnen wahrscheinlich ziemlich oft gestellt: Welche ist Ihre Lieblingsfigur auf der Scheibenwelt?

TP: Oma Wetterwachs.

AC: Warum? Hatten Sie mal eine Großmutter, die so war wie sie?

TP: Meine Großmutter war nur ein klein wenig wie Oma Wetterwachs, aber ich habe eine Menge alter Ladies kennengelernt, die genauso waren wie sie, denn sie verkörpert einen bestimmten Typ alter Frau. Nanny Ogg basiert ziemlich genau auf einer alten Dame, die ich mal kannte. Und Magrat Knoblauch ist so wie die jungen Mädchen, mit denen ich als Jugendlicher immer auszugehen pflegte, Sie wissen schon, die sich die Fingernägel schwarz lackieren und auf Parties grellgrüne Drinks trinken und sich hinterher auf der Treppe übergeben müssen. Es steckt eine ganze Menge von einem alten Hippie in ihr.
Vor einigen Jahren gewann Gevatter Tod einen Preis für den besten Gothic-Roman, den Bram-Stoker-Award. Aber halt, ich muß vorsichtig sein, denn es gibt zwei Bram-Stoker-Awards. Dieser wurde von einer Dracula-Gesellschaft verliehen und man hatte mich zu ihrem alljährlichen Festessen eingeladen. Die Frauen waren alle äußerst sexy und die Männer sahen aus wie Professor van Helsing. Bevor sie sich zum Essen setzten, sprachen sie ein Tischgebet, und ich dachte mir ‘hey, das ist eine Dracula-Gesellschaft, und die sprechen doch tatsächlich ein Tischgebet’. Und dann beugte sich der Kellner zu mir herunter und fragte mich, ob ich vielleicht ein vegetarisches Gericht wolle. Wie kann man bei einem Essen der Dracula-Gesellschaft ein vegetarische Gericht angeboten bekommen? Und dann fragen mich die Leute, wo ich meine Ideen herbekomme. Vom wirklichen Leben!
In Helle Barden gibt es eine Werwölfin, Angua, die Werwölfin. Für drei von vier Wochen ist sie ein äußerst attraktives junges Mädchen, dann aber wird sie zum Werwolf. Als Mensch ist sie jedoch strikte Vegetarierin! Und sie hat noch eine ganze Reihe von anderen Problemen: Wenn der Vollmond näher rückt, wird sie zur Schlafwandlerin - und das ist schon ziemlich irre. Sie muß sich auch ziemlich zusammenreißen, wenn sie in die Nähe von frischem Fleisch kommt... Denn für einen Menschen hat sie eine ausgesprochen gute Nase. Für einen Werwolf ist sie jedoch außergewöhnlich intelligent. Es fällt ihr äußerst schwer, den richtigen Weg für sich zu finden. Es ist wunderbar, wieviel Spaß man haben kann, wenn man die Dinge nur konsequent logisch betrachtet.

AC: Jetzt aber zu etwas völlig anderem. Werden Sie eines Tages ernsthafte Literatur schreiben?

TP: Lassen Sie mich Ihre Frage ein bißchen auseinandernehmen. Ernsthaft ist nicht das Gegenteil von lustig. Das Gegenteil von ernsthaft ist nicht ernsthaft und das Gegenteil von lustig ist nicht lustig. Etwas kann lustig und trotzdem ernsthaft sein. Einfach Göttlich ist ein Beispiel dafür. Ich glaube also, das etwas, nur weil es amüsant ist, nicht gleichzeitig nicht ernsthaft sein muß. Also ist dieser Teil schon mal widerlegt.
Wir wurden gelehrt, oder besser, man machte uns glauben, daß etwas, das einen zum Lachen bringt, reine Unterhaltung ist und keinen aktuellen, philosophischen Hintergrund haben darf.
Ich glaube nicht, daß ich jemals etwas schreiben werde, das nicht auf die eine oder andere Art Fantasy ist, aber ich denke auch, daß jede Fiktion automatisch Fantasy ist. In dem Moment, wo wir eine erzählende Struktur in einen Teil unserer Welt einfügen, verwandeln wir diesen Teil in Fantasy. Alle Krimis sind Fantasy, denn das wirkliche Leben eines Polizisten spielt sich so nicht ab. Also glaube ich, daß alles, was ich schreiben werde, Elemente der Fantasy beinhalten wird. Aber lassen Sie mich Ihnen erzählen, was Fantasy ist. Denn sie besteht nicht allein aus Schwertern und Zauberern und Hexen und Magie. Ich war ein paarmal in Australien. 1993 konnte ich meine Familie mitnehmen und wir machten ein paar Tage Urlaub am Ayers Rock, draußen in der Wüste. Und ich dachte mir, ich habe noch nie den südlichen Sternenhimmel gesehen. Also stand ich um fünf Uhr früh auf, fuhr raus zum Ayers Rock, hielt den Wagen an und schaute hinauf in den Himmel - auf eine mir unbekannte Konstellation. Ich schaute also hinauf - und erkannte das Sternbild des Orion. Und das war ziemlich erstaunlich, denn den kann ich auch zu hause beobachten. Im Sommer versinkt der Orion allerdings am Horizont und deshalb konnte ich ihn damals in Australien sehen. Als ich klein war, interessierte ich mich ein wenig für Astronomie, und ich kenne den Orion. aber an diesem Orion stimmte etwas nicht. Ich schaute und schaute, und dann bemerkte ich, daß dieser Orion auf dem Kopf stand. und das war schon ziemlich verrückt.
Fantasy ist, wenn man etwas, das die Leute schon immer gesehen haben, und von dem sie glauben, daß sie es sehr gut kennen würden, etwas, das ihnen so vertraut ist, daß sie es schon gar nicht mehr wahrnehmen, um hundertachtzig Grad dreht und ihnen noch einmal zeigt, so daß sie es zum ersten Mal zu sehen glauben. Das ist es, was gute Fantasy ausmachen sollte. Die Leute denken auf einmal: »So habe ich das noch gar nicht betrachtet.« Wenn man die Leute gut Bekanntes als etwas Neues sehen läßt, dann ist es gute Fantasy.

AC: Die Scheibenwelt-Bücher werden zur Zeit sehr stark vermarktet. Es gibt kleine Figuren und Spiele und eine Karte von Ankh Morpork. Mögen Sie das oder stört es Sie?

TP: Wenn man von Batman oder den Mutant Ninja Hero Turtles ausgeht, kann man bei der Scheibenwelt nun wirklich nicht von Vermarktung sprechen. Und ich habe eine ganze Menge Kontrolle darüber. Die Clarecraft-Miniaturen z.B. habe ich alle einzeln persönlich befürwortet. Clarecraft ist ziemlich gut, und manchmal stecken sie Tausende von Pfund in eine Figur, nur weil ich sage, daß sie mir nicht gefällt. Normalerweise machen die das nicht. Zur Zeit haben sie die drei Hexen auf ihrem Besenstiel herausgebracht, und die sind wirklich hervorragend. Vor ein paar Monaten hatten sie einen Tag der offenen Tür und tausende von Leuten kamen. Einige von ihnen sogar in bunten Kostümen - die Scheibenwelt kann so toll sein. An der Karte von Ankh-Morpork habe ich auch mitgearbeitet, und nächsten Monat kommt eine Karte der ganzen Scheibenwelt heraus. An dem Computerspiel war ich insofern beteiligt, daß ich das Script und das Aussehen der Figuren überwacht hatte. Eric Idle hat den Rincewind so gut gesprochen, daß ich es auch nicht hätte besser machen können. Als ich ihn ansprach, wollte er unbedingt dabei sein. Und die Leute, die das Spiel entwickelten, hatten eine ganze Menge Spaß. Obwohl ich denke, daß einige Rätsel zu schwierig sind. Sie sind wirklich kompliziert. Die Australier zum Beispiel kamen zu mir und sagten, daß sie das völlig fix und fertig gemacht hätte. Und einige ziemlich obszöne Szenen mußte ich streichen. Aber ich will nicht, daß sich die Scheibenwelt verselbständigt - sie gehört mir! Die erste Version des Spiels hatte einige Macken, es gab ein paar Probleme mit der Sound-Wiedergabe. Das machte mich wahnsinnig und ich sagte, daß es kein Scheibenwelt-Spiel geben würde, bis sie das Problem nicht gelöst hätten. Denn dieses Spiel fällt auf mich und die Scheibenwelt zurück und ich werde nicht einfach irgendwelche Sch... akzeptieren, denn die Scheibenwelt ist mein Leben und das ist sie schon seit zwölf Jahren. Deshalb bin ich auch so verärgert darüber, daß Heyne die Cover verwechselt hat.
Okay, die Scheibenwelt bringt mir eine ganze Menge Geld ein. Einer der Vorteile davon ist, daß man manchmal Dinge tun kann, die niemand von einem erwartet hätte. Also sagte ich, als man mich nach Hoyerswerda einlud: »Ja, warum nicht. Ich werde kommen. Kein Problem.« Auf Autogramm-Reisen gehe ich nicht nur in die großen Städte. Manchmal werde ich von kleinen Dorfbuchläden eingeladen, und dann kann ich ziemlich grausam sein: manchmal sage ich nämlich wirklich zu. Ich habe das mal in England getan und dieser kleine Buchladen faßte keine zehn Leute. Aber es kamen dreihundert, vierhundert Leute, die natürlich keinen Platz fanden und es regnete in Strömen. Aber es hat Spaß gemacht. Ich meine... manchmal sollte man ein kleines bißchen Spontanität in sein Leben lassen und etwas Verrücktes tun. Ich tue das. Wenn es so aussieht, als könnte es interessant werden, und ich habe Zeit, dann tue ich es. Einmal haben mich die Shetland-Inseln im äußersten Norden von Schottland eingeladen. Ich sprach in der dortigen Schule und gab Autogramme und ich las in der Bibliothek, und es war sehr schön. Es leben ungefähr 20.000 Menschen auf den Inseln. Rechnet man die Bücher auf, die ich dort verkauft habe, und die Leute, die ich dort getroffen habe, dann müßte ich in London eine ganze Woche sitzen und Autogramme geben. All diese Dinge bringen Spaß und Erfahrung.

ALIEN CONTACT 22 • 1995
Fotos: Hans-Peter Neumann

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