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| Science Fiction Alien Contact |
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Der BeginnAls der Rowohlt-Verlag Anfang der fünfziger Jahre die rororo-Reihe startete, trat das Taschenbuch auch in Deutschland seinen Siegeszug an und begann wenige Jahre danach den Buchmarkt zu dominieren. Weitere Verlage wie zum Beispiel S. Fischer starteten ein Taschenbuchprogramm, und 1958 schließlich wurde der Heyne Taschenbuchverlag gegründet. Der Verleger Rolf Heyne hatte in seiner Jugend in den USA begeistert zahlreiche Science-Fiction-Romane gelesen und war davon überzeugt, daß diese Literatur auch in Deutschland viele, meist jugendliche Leser finden würde. SF-Titel wurden damals hauptsächlich als Romanhefte veröffentlicht. Heyne jedoch war überzeugt, daß man mit guten Titeln im Taschenbuchformat eine neue Leserschaft erschließen kann. Und so erschien 1960, also vor 40 Jahren, der erste SF-Roman als Heyne-Taschenbuch: Die Triffids von John Wyndham. Im selben Jahr erschienen noch zwei weitere SF-Titel, 1963 waren es bereits zehn, 1964 sogar 18 Bücher. Die Auswahl besorgte damals Günter M. Schelwokat, der schon seit einigen Jahren die SF-Reihe des Arthur Moewig Verlags betreute. Bis 1971 gehörte der Moewig Verlag zum Hause Heyne. Die Triffids war ein guter Start für die SF im Heyne-Taschenbuch. Über die Jahre hinweg hat der Verlag weit über 100.000 Exemplare des Romans verkauft, der heute als Klassiker gilt. Bereits 1962 erschien der erste Auswahlband des THE MAGAZIN OF FANTASY AND SCIENCE FICTION mit dem Titel Saturn im Morgenlicht.1964 zeichnete sich ab, daß die Science Fiction zu einem Schwerpunkt des Verlagsprogramms wurde, und so wurden die SF-Titel aus dem allgemeinen Programm herausgelöst und bekamen eine eigene Numerierung. Es erschienen viele Romane, die heute als Klassiker gelten, und die publizierten Autorennamen lesen sich wie ein Who is Who: Richard Matheson, Isaac Asimov, Jack Finney, Robert Sheckley, A. E. van Vogt, J. G. Ballard, Kurt Vonnegut jr., Brian W. Aldiss, Fredric Brown, Robert A. Heinlein, Alfred Bester, Ray Bradbury, Theodore Sturgeon und viele mehr. Allerdings wurden etliche Titel, den einheitlichen Preisen für Kaufhäuser und Bahnhofsbuchhandel geschuldet, nicht nur drastisch gekürzt, sondern regelrecht verstümmelt. Unrühmliche Beispiele waren die Erstausgaben der Romane Der Wüstenplanet von Frank Herbert und Wanderer im Universum von Fritz Leiber, die bei ihrer Nachauflage in den siebziger Jahren jeweils mehr als doppelt so dick waren. 1973 schied Günter M. Schelwokat aus, und Dr. Herbert W. Franke und Wolfgang Jeschke übernahmen die Herausgabe der Heyne-SF-Reihe. Band 3371 war der erste ihres neu gestalteten Programms, und nun erschienen nicht nur die altbekannten Autoren, sondern auch so wegweisende Bücher wie Camp Concentration von Thomas M. Disch, Winterplanet von Ursula K. Le Guin oder Der fünfte Kopf des Zerberus von Gene Wolfe. Einige Jahre später führte Wolfgang Jeschke die Herausgeberschaft allein weiter. Seit den achtziger Jahren wird Wolfgang Jeschke von Friedel Wahren unterstützt, die seit Anfang der neunziger Jahre die Fantasy-Reihe bei Heyne herausgibt. |
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MarktführerZahlreiche andere Taschenbuchverlage haben im Laufe der Jahre Science-Fiction-Reihen gestartet, wobei die meisten jedoch wieder eingestellt wurden. In den siebziger Jahren war Goldmann sicherlich Heynes stärkster Konkurrent, später dann auch Bastei, Moewig, Ullstein und Knaur. Dennoch konnte sich Heyne über die Jahre hinweg als Marktführer durchsetzen. Das hat sehr unterschiedliche Ursachen, der wichtigste Grund ist jedoch, daß Wolfgang Jeschke ein ausgezeichneter Kenner der von ihm herausgegebenen Literatur ist und sehr wohl weiß, was die Leser wollen. Während sich Goldmann zum Beispiel auf einige - durchaus sehr gute - Autoren festlegte, wurde das Heyne-Programm schon sehr früh in den siebziger Jahren thematisch aufgefächert. Es gab sowohl die literarisch gehobenen Autoren als auch reine Unterhaltungsware, die eben auch ihre Leser fand. Mit der Conan-Serie kam schon sehr früh Fantasy hinzu, wesentlich später dann Serien, die sich in sehr großen Stückzahlen verkauften, wie zum Beispiel die Star-Trek-Romane, aber auch Bücher aus dem Battletech-Universum und andere. Obwohl Wolfgang Jeschke natürlich keine Rechtfertigung nötig hat, betonte er immer wieder, daß er durch diese publikumswirksamen, aber eher anspruchlosen Titel die hervorragenden Literaten - wie Christopher Priest oder Michael Bishop - mitfinanziert, da diese sich eben nicht so gut verkauften. Ebenso wichtig für die Stellung der Heyne-SF-Reihe waren zahlreiche Sonderpublikationen und -editionen, an die sich andere Verlage offenbar nicht heranwagten. So erschienen die von Wolfgang Jeschke zusammengestellen Story Reader, später dann die Internationalen Anthologien, deren Bedeutung nicht oft genug betont werden kann, da sie nicht nur Erzählungen amerikanischer und englischer Autoren vereinigten, sondern zum großen Teil Autoren präsentierten, die sonst auf dem SF-Markt nur eine untergeordnete Rolle spielten, obwohl die Qualität ihrer Texte sich durchaus mit den amerikanischen Größen messen kann. - Ebenso wichtig sind die seit 1980 erscheinenden Heyne Science Fiction Jahresbände, die längere Erzählungen und Kurzromane präsentieren - ein Format, das von den meisten anderen Verlagen vollständig ignoriert wird. Der Versuch, das HEYNE SCIENCE FICTION MAGAZIN zu etablieren, scheiterte, doch Jeschke ließ sich davon nicht entmutigen und bringt seither das Heyne SF-Jahr heraus, das umfangreichste und inhaltlich interessanteste SF-Jahrbuch, das jemals in Deutschland erschienen ist. Besonders hervorzuheben ist auch, daß sich Heyne in Gegensatz zu anderen Verlagen stets bemüht hat, durch preiswerte Ausgaben neuen Lesern die Klassiker des Genres zugänglich zu machen. So erschienen ab 1981 die rund hundert schön aufgemachten weißen Bände der Bibliothek der Science Fiction Literatur, und schließlich ab 1996 die Reihen High 8000 und Warp 7, die günstige Nachauflagen präsentierten. |
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Die Jubiläums-EditionNatürlich ist das 40. Jubiläum ein würdiger Anlaß, eine neue Edition zu veröffentlichen. Und diese hat es tatsächlich in sich, denn man kann mit Fug und Recht behaupten, daß die zwölf wunderschön gestalteten Bände zu den wichtigsten Werken der SF gehören: großangelegte Gedankenexperimente, provokative Gesellschaftsentwürfe und spannende Abenteuerstoffe. Neben Klassikern wie Der Wüstenplanet von Frank Herbert, der Foundation-Trilogie von Isaac Asimov oder der Neuromancer-Trilogie von William Gibson, die in jeder SF-Bibliothek zu finden sein sollten, wurden auch die längst vergriffenen Klassiker Fahrenheit 451 von Bradbury, Lobgesang auf Leibowitz von Walter M. Miller jr., Der ewige Krieg von Joe Haldeman oder Die linke Hand der Dunkelheit (bisher Winterplanet) ausgewählt. Der brennende Mann von Alfred Bester erscheint erstmals als ungekürzte Neuübersetzung der vom Autor erweiterten und überarbeiteten Fassung des Klassikers The Stars My Destination. Die Übersetzung von Clockwork Orange von Anthony Burgess wurde neu bearbeitet. Höhepunkt der Edition ist jedoch die ungekürzte Neuübersetzung von Philip K. Dicks Das Orakel vom Berge, die nicht nur deutlich lesbarer als die alte Bastei-Ausgabe ist, sondern obendrein um zwei Kapitel der von Dick geplanten, aber nicht fertiggestellten Fortsetzung des Romans ergänzt wurde. Alle zwölf Bände wurden für diese Ausgabe mit ausführlichen und sehr aussagekräftigen Vorworten von Autoren wie Kim Stanley Robinson, Robert Silverberg, John Clute, Brian W. Aldiss, Stephen Baxter oder Norman Spinrad versehen. |
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Die Jubiläums-AnthologieFast zeitgleich mit der Jubiläums-Edition erschien die Anthologie Fernes Licht, herausgegeben von Wolfgang Jeschke. Es ist beinahe unangenehm, so viele Superlative zu benutzen, aber es handelt sich bei diesem Buch tatsächlich um eine der besten Anthologien, die jemals in Deutschland erschienen sind. Allerdings konnte der Herausgeber aus dem Vollen schöpfen: Auf über 1.000 Seiten hat Wolfgang Jeschke seine Lieblingserzählungen aus 40 Jahren Heyne-SF untergebracht, dabei jedoch darauf geachtet, daß es nicht die bekanntesten Kurzgeschichten sind. Auch der SF-Kenner wird mit Sicherheit die eine oder andere Perle entdecken können. Die Geschichten sind von Autoren wie Ray Bradbury, Alfred Bester, J. G. Ballard, Poul Anderson, James Tiptree jr., Bruce Sterling, Connie Willis, Robert Silverberg, Greg Egan, Maureen McHugh und vielen anderen. Das beste jedoch ist der Preis, denn die über 1.000 Seiten kosten nur 15 DM. Bleibt nur noch, Heyne für die vielen wunderbaren, spannenden und großartigen Bücher (die langweiligen und uninteressanten übersehen wir zu diesem Anlaß einmal) zu danken und uns allen zu wünschen, daß auch in Zukunft noch viele weitere Highlights erscheinen. |
Die Jubiläums-Edition |
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Die Jubiläums-Anthologie |
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