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Die zwölf cleversten Filme in meiner Videosammlung

von Andreas Gruber

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1. Fight Club (David Fincher • 1999)
Das ist wohl die cleverste Story, die je ein Film zu bieten hatte. Die Schlusspointe stellt alles auf den Kopf. Der Film schlägt einem mit seinem Ende den Rest der bereits verstanden geglaubten Handlung um die Ohren. Fincher hat so viele Details in den Film eingestreut, die plötzlich einen neuen Sinn ergeben. Der eigentliche Spaß fängt erst nach dem Film an. Der Streifen ist kranker Wahnsinn: Sitzlehnen in eine aufrechte Position stellen, wir haben Druckabfall in der Kabine ... eben ein echter Fincher!
2. Memento (Christopher Nolan • 2000)
Der Film basiert auf der Thriller-Short-Story »Memento Mori« von Jonathan Nolan, dem Bruder des Regisseurs. Es ist keine leichte Story, und es ist kein leichter Film! Der Film brilliert mit einer ausgeklügelten Erzählstruktur: Der Protagonist hat kein Kurzzeitgedächtnis, deshalb wird die Story in zehnminütigen Rückblenden erzählt. Zuerst sehen wir die Pointe, danach, wie es dazu kam. Ein Aha-Erlebnis folgt aufs andere. Eine echte Herausforderung für jeden Tüftler. Da hilft nur eines: alles fotografieren und sich auf den Körper tätowieren, bevor man es vergisst!
3. The Sixth Sense (M. Night Shyamalan • 1999)
Hier gibt es die wohl bestgehütete Schlusspointe der Filmbranche zu sehen. Wer sie verrät, sollte lebenslanges Kinoverbot erhalten! Dazu kommen ein ausgeklügeltes Drehbuch und Subplots, die einem intelligenten Puzzle gleichen. Es gibt wohl nichts Unheimlicheres, als mit neun Jahren alleine zu Hause zu sein, und der kalte Hauch steigt einem plötzlich vor dem Gesicht auf ... ich sehe tote Menschen!
4. Twelve Monkeys (Terry Gilliam • 1995)
USA 2035: Bruce Willis stolpert in eine ausgefeilte, clevere Zeitreise-Story. Der Film ist ein Remake von Chris Markers 28minütigem französischem Streifen La Jetée (1962). Der Film ist eine visuelle Sintflut abartiger, bizarrer, beklemmender, schockierender Bilder ... mit einem Wort: genial! Wie ist das, wenn man sich selbst zusieht, wie man sich selbst zusieht, wie man sich selbst zusieht ...?
12 Monkeys
Terry Gilliam
5. Unbreakable (Night M. Shyamalan • 2000)
Der Film beginnt mit einem Zugunglück in Philadelphia: 131 Tote. Ein Überlebender! Keine Schrammen! Stück für Stück wird das Geheimnis um Bruce Willis gelüftet. An seiner Seite ein schwarzer Antiquitätenhändler. Es schmerzt richtiggehend, Samuel L. Jackson zuzusehen, wie er sich durch den Film quält. Kurzum: ein fragiles Gruseln! Der Showdown ist eine schaurige Überraschung, die einem den Atem stocken lässt. Das Ende ist wie ein Schlag in die Magengrube.
6. Total Recall (Paul Verhoeven • 1990)
Mars 2075: Kann man der eigenen Erinnerung trauen? Von Philip K. Dicks Story »We Can Remember It for You Wholesale« (1966) ist nichts anderes zu erwarten als Paranoia in Reinkultur! Alles ist anders als man bisher glaubte. Oder doch nicht? Der Film gibt einiges zu Grübeln auf, hier durchdringen sich Schein und Sein auf vielschichtige Weise. Kann man sich selbst trauen, wenn man von sich selbst eine Videoaufzeichnung sieht? Oder sollte man einen Menschen erschießen, bloß weil er zu Schwitzen beginnt?
Total Recall
Arnold Schwarzenegger
7. Brazil (Terry Gilliam • 1985)
Der Film ist ein visueller Augenschmaus, die einzelnen Szenen blättern sich wie in einem Bilderbuch auf: Die gigantischen Bürogebäude, die riesigen Maschinen und die Albträume des Protagonisten. Wie erschafft man den orwellschen Zukunftsstaat mit den simplen Mitteln der 50er? Brazil ist die Antwort! Der Film ist erschreckend beklemmend und tragisch komisch zugleich. Nach diesem Film muss man in den Garten gehen und tief Luft holen.
Terry Gilliam
8. Dark City (Alex Proyas • 1998)
Ein verschrobener Doktor, ein knallharter Detective und ein mutmaßlicher Mörder taumeln durch eine albtraumhafte Stadt. Schritt für Schritt erschließt sich eine monströse Handlung, wird das Geheimnis weiter gelüftet, und am Ende steht die schreckliche Wahrheit. Nichts ist so, wie man bisher dachte. Die Welt funktioniert nach vollkommen anderen Regeln. Wohin führen die Gleise der U-Bahn? Gibt es ein Entkommen aus Dark City?
9. Frequency (Gregory Hoblit • 2000)
New York 1969 und 1999: eine parallel ineinander verstrickte Handlung um Vater und Sohn. Ein Zeitreise-Spektakel, das weniger die physikalischen Ursachen erläutert, als vielmehr die Konsequenzen zeigt. Pausenlos verändert sich die Zukunft: Genial sind die Szenen, als der Tisch verkohlt, die Fotos verschwinden, die Fingerabdrücke in die Zukunft transportiert werden und James Caviezel mit sich selbst über Funk spricht.
10. The Others (Alejandro Amenabar • 2001)
An der Küste Großbritanniens 1945: Eine Mutter zieht mit ihren beiden Kindern in ein Haus. Der Film ist düster, schaurig und beklemmend wie ein Horrorfilm nur sein kann und kommt dabei ohne Special Effects aus. Erst am Ende läuft alles zusammen, wenn man garantiert mit heruntergeklappter Kinnlade im Sessel sitzt.
11. Matrix (Larry und Andy Wachowski • 1999)
Der Film ist einfach cool: Ledermantel anziehen, Sonnenbrille aufsetzen, die blaue Pille schlucken, Waffen durchladen und schießen, bis der Verputz von den Wänden staubt. Neo, Trinity und Morpheus haben Geschichte geschrieben, so einen Meilenstein in der Filmbranche gibt es nicht oft.
Matrix
12. Sieben (David Fincher • 1995)
Der Film ist so düster, dass er kaum noch zu ertragen ist. Brad Pitt steigt hinab in den kranken Sumpf eines Serienkillers. Die Tatorte und Opfer sind so akribisch in Szene gesetzt, dass dagegen Schweigen der Lämmer wie eine Kinderjause wirkt. Erst am Schluss erkennt man den Plan des Serienkillers: Die siebte und letzte Todsünde ist am schaurigsten! Wer hätte da nicht wie Brad Pitt gehandelt? 
Die Liste wird ständig aktualisiert und ist in einer erweiterten Version auf der Homepage von Andreas Gruber unter der Rubrik »Biografie« nachzulesen.
Wer darüber hinaus raffinierte, intelligente Filme kennt, kann sich mit Andreas Gruber in Verbindung setzen. Er ist in dankbar für jeden Tipp.

© Juli 2002 by Andreas Gruber

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