ALIEN CONTACT
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Editorial

Rückblicke in die Zukunft

Science Fiction
Alien Contact
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Als wir Anfang 2002 ALIEN CONTACT vom gedruckten Heft zum Internet-Magazin umgestellt haben, wusste niemand so genau, wie sich AC entwickeln würde. Wieviele Ausgaben waren pro Jahr zu schaffen? Werden Erzählungen im Internet überhaupt gelesen? Kann man sehr lange Texte präsentieren?

Schließlich sind bis Ende 2002 insgesamt acht AC-Ausgaben erschienen. Dabei gab einige inhaltliche Veränderungen gegenüber den Heften. Die bekannten Rubriken wie Story, Essay, Interview, Lesefutter, Phantastik aus Deutschland, SF Interaktiv, Gefährlich Ehrlich, SF History und so weiter wurden beibehalten. Aber es kam auch anderes hinzu. In jeder Ausgabe kann man Siggi Stardusts weise Worte lesen und die phantastischen Neuerscheinungen des Monats werden von der UFO-Buchhandlung zusammengestellt. Die Reihe Hugo Award stellt in Wort und Bild ausführlich die Preisträger vor und in der Rubrik Im Internet entdeckt gibt es jedesmal Links zu interessanten Beiträgen auf anderen Homepages. Mit Arno Behrend konnte das AC-Team einen kompetenten Filmredakteur gewinnen, der über die neuesten Ereignisse in Kino und Fernsehen berichtet.

Kurz nachdem wir verkündet haben, dass ALIEN CONTACT als Online-Magazin weitergeführt wird, erhielten wir eine ganze Reihe von Protesten und Beschwerden, die im wesentlichen zwei Probleme ansprachen: Einige AC-Leser verfügen über keinen Internet-Anschluss, andere haben nicht die Zeit, am Bildschirm lange Texte zu lesen. Und so wurde vehement eine gedruckte Ausgabe gefordert. Nun, mit diesem Jahrbuch gibt es sie, und das in sehr kompakter Form.

Allerdings hat der Umfang der Texte im letzten Jahr erfordert, dass wir eine Auswahl treffen mussten. In den AC-Ausgaben 43 bis 50 erschien insgesamt eine Textmenge, die in etwa 410 gedruckten AC-Magazinseiten entspricht. In den vorhergegangenen Jahren erschienen normalerweise insgesamt rund 250 AC-Seiten. Um ein noch bezahlbares Buch zu produzieren, haben wir hier im Jahrbuch also auf einige Texte verzichten müssen, die an anderer Stelle gedruckt wurden oder noch werden. Außerdem ist auch nur eine Auswahl der Rezensionen vertreten. Wir haben die Bücher, Filme und Computerspiele ausgesucht, die unserer Meinung nach im Jahr 2002 besonders wichtig waren.

Das Jahrbuch ist jedoch nicht nur eine Zusammenfassung der einzelnen Online-Ausgaben, sondern bietet gleichzeitig einen schlaglichtartigen Rückblick auf eine ganze Reihe von Veranstaltungen im vergangenen Jahr. So waren Andreas Eschbach und Dr. Renate Grubert Ehrengäste beim 4. Tag der Phantasie in Berlin und unterhielten sich über Science Fiction für Kinder und Jugendliche. Auf dem DortCon in Dortmund war Norman Spinrad zu Gast und gab ALIEN CONTACT anlässlich der Veröffentlichung seines neuen Romans Die Transformation ein Interview. Tim Powers wiederum war Ehrengast des ElsterCon in Leipzig, wo er während eines Podiumsgespräches Auskunft über seine Arbeit gab. Andreas Eschbach und Thomas Thiemeyer gaben in Leipzig die letzten Geheimnisse um den Roman Quest und dessen Illustrationen preis.

Obwohl die Veranstalter der vorgenannten Conventions jeweils ein Programm geboten haben, das denen der vorangegangenen Jahre in nichts nachstand, blieben die Besucherzahlen hinter den Erwartungen zurück. Es liegt mir fern, ein weiteres Mal eine Krise der Science Fiction zu beklagen, aber die Rezession in Deutschland macht sich auch in der SF-Szene deutlich bemerkbar. Die großen Taschenbuchverlage verringern weiterhin die Anzahl ihrer SF-Publikationen und setzen fast nur noch auf zugkräftige Produkte. Die Industrialisierung der deutschen Verlagslandschaft, in der ein Buch und sein Autor keine Rolle mehr spielen, sondern einzig und allein die Verkaufszahlen und das Marketing, hat ein bisher nie gekanntes Niveau erreicht.

Zumindest bleiben dem interessierten SF-Leser noch die mit viel Engagement herausgegebenen Bücher der mittleren und kleineren Verlage wie Festa und Argument, und natürlich auch die zahlreichen Kleinstverlage, die zwar auch wirtschaftlichen Zwängen unterliegen, aber doch zumindest selbst entscheiden können und ihre Bilanz keiner Konzernleitung vorlegen müssen, um zu rechtfertigen, warum man einen unbekannten Autor publiziert hat.

Trotz der Veränderungen, denen der Buchmarkt derzeit unterworfen ist, erscheinen noch immer mehr interessante SF- und Fantasy-Titel, als einer allein lesen kann. So erschienen im Januar 2003 in ALIEN CONTACT 51 mehr als zwei Dutzend Buchrezensionen aktueller Titel, und wir haben längst nicht alles besprochen, was erschienen ist.

Ihre Alien Contact Redaktion

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