- »Geht es um phantastische Literatur, so ist für mich Wolfgang Jeschke in
Westdeutschland der maßgebliche Herausgeber. Was den Osten, was die DDR betrifft, steht
ihm Erik Simon gleichrangig gegenüber. Außerdem sehe ich, was seine Kurzgeschichten
angeht, in ihm den ostdeutschen Stanislaw Lem.«
- Bernhard Kempen
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Bernhard Kempen
Foto: Doris Kroll |
- »Aus dem Leseland DDR wurde ein Teil des Ausleselandes Deutschland: Man treibt
Auslese und trinkt sie auch. Den lesenden Arbeiter gibt es auch noch, nur stellt er keine
Fragen mehr und liest statt klassischer Literatur Stellenanzeigen und Arbeitsformulare.
Die schreibenden Arbeiter verfassen keine literarischen Texte, sondern Lebensläufe und
Bewerbungen. Der Bitterfelder Weg wurde sozusagen gepflastert (mit Formularen), damit er
in die Marktwirtschaft paßt.«
- Ove Lieh
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- »Was vorbei ist, wird harmlos, und was harmlos ist, wird komisch: z. B. die
DDR, die allmählich hinter dem Vorhang der menschlichen Ur- und Frühgeschichte
verschwindet.«
- Peter Köhler
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- »Noch ist aus der DDR-Literatur und dem DDR-Film und sogar aus den alten
Materialien der westdeutschen Bundeszentrale für politische Bildung mehr über das Leben
in der DDR zu erfahren, als aus den meisten der seit 1989 veröffentlichten
belletristischen Aufarbeitungsversuche.«
- Martin Z. Schröder
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- »Im Gegensatz zur DDR leben ihre Märchen noch. Sie leben und leben selbst,
wenn Prinzen in weißen Strumpfhosen nicht mehr der Hit sind. Und das liegt daran, daß
die Kindheit für immer in einem wohnt und daß sie einfach schrecklich schön waren, die
Märchen.«
- Birgit Galle
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- »Nicht die DDR ist wirklich ehemalig, sondern eher das berufliche Tun ihrer
Bewohner.«
- Reinhard Heinrich
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- »Allmählich entsteht eine gesamt-deutsche Science Fiction, die sich dadurch
auszeichnet, daß sie zwar gesamt ist, aber nicht mehr spezifisch deutsch, denn die
Sozialisierung ihres Publikums (also früher oder später ihrer Autoren) fand weder in der
BRD noch in der DDR statt, sondern im Raumschiff Enterprise - was dafür durchaus nicht
der schlechteste Ort ist. Die Science Fiction der rasch und ziemlich schmerzlos
verstorbenen DDR aber führt mit ihren überkommenen Eigenheiten, guten wie schlechten,
und mit geschrumpftem Publikum, ein recht munteres Leben nach dem Tode.«
- Erik Simon
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- »Die Science Fiction in Ost und West vereinigt sich in der Dystopie, z. B. im
Fokus Berlin. Berlin ist vielleicht der Ort, an dem die Phantastikautoren in Ost und West
zusammenwachsen.«
- Karlheinz
Steinmüller
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