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| ALIEN CONTACT 55 |
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Alien Contact Interview |
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| Als ich im Februar 1975
meinen ersten Science-Fiction-Con besuchte, um Material für mein erstes Fanzine zu
sammeln, war ich sechzehn. Ich hatte das Glück, dort Edmond Hamilton und Leigh
Brackett kennen zu lernen, und Hamilton willigte ein, sich von einem Teenager mit einem
Kassettenrekorder interviewen zu lassen. Mit Vierundvierzig läuft es mir angesichts der
Fragen des Sechzehnjährigen gelegentlich kalt den Rücken hinunter. Aber das war bei
weitem nicht das erste Mal, dass eine der grauen Eminenzen der SF Nachsicht mit einem
vorlauten Jungen übte. - Patrick Nielsen Hayden, Februar 2003 |
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| Dieses Interview wurde am 22. Februar 1975 während des DesertCon III in Tucson auf der gemeinsamen Party der LepreCon- und Tus-Con-Kommitees geführt. Es ist aus einem längeren Gespräch gekürzt wiedergegeben und enthält keine großen Analysen von Hamiltons Texten. Aber es enthält einige faszinierende Erinnerungen an die weit zurückliegende Geschichte der Science Fiction. Hamilton erwies sich als sehr charmanter und unvoreingenommener Mann. Und er isst nicht jeden Tag einen Asteroiden zum Mittagessen ... | |
| Patrick
Nielsen Hayden: Lassen Sie uns darüber sprechen, wie Sie mit dem Schreiben
angefangen haben. Was hat Sie dazu veranlasst, vom Schreiben leben zu wollen? Edmond Hamilton: Das
lässt sich schwer erklären. Das ist lange her. Diesen Monat sind es 50 Jahre, dass ich
meine erste Geschichte verkauft habe. Das war im Februar 1925, und ich musste sie noch
einmal überarbeiten, bevor sie 1926 veröffentlicht wurde. PNH: Wie hieß Ihre erste Geschichte? EH: Ich nannte sie »The Monster-God of Mamurth«. Es war eine
Geschichte über eine unsichtbare Stadt in der Sahara und eine unsichtbare Kreatur, die
darin herumgeisterte, und dergleichen. Ich denke, sie war an eine Geschichte von Abraham
Merritt angelehnt, die »People of the Pit« hieß. Die meisten Autoren, die ich kenne,
fangen an, indem sie jemand anderen nachahmen. Wenn sie gut genug sind, kopieren sie
nicht, sie schreiben kein Plagiat, sondern ... (Pause) PNH: Wann wussten Sie, dass Sie vom Schreiben leben konnten? EH: In den ersten Jahren konnte ich nicht vom Schreiben leben. Nach drei oder vier Jahren ging es, auch wenn es nicht gerade üppig war. PNH: Sie waren der erste Autor, der über interstellaren Raumflug schrieb, nicht wahr? EH: Ich denke, ja, allgemein gesprochen jedenfalls. Im Lauf der Jahre
habe ich eines herausgefunden: Jedes Mal, wenn man denkt, man hat eine neue, originelle
Idee, so nach dem Motto »Ich war der erste, der das gemacht hat«, findet man einen alten
Hasen, der das schon damals, 1895 oder so, vorgemacht hat. Jedes verdammte Mal! PNH: Ich denke, sie sind auch der erste Autor, der sich zuerst Außerirdische vorstellte, die tatsächlich freundlich zu Menschen waren und uns nicht einfach nur aufessen wollten oder ähnlich fürchterliche Dinge. EH: Ja, in gewissem Sinne war ich das. Ich fing damit 1932 an, mit der Geschichte »Renegade«. Sie wurde unter dem Titel »Conquest of Two Worlds« veröffentlicht. Sie dachten wohl, mein Titel klingt nicht genug nach Science Fiction. Und wirklich, das war eine der ersten Geschichten jener Zeit, die ... Sam Moskowitz hat gesagt, das wär die erste Geschichte in der Science Fiction, die sich gegen den Kolonialismus ausspricht. Ich möchte hinzufügen, dass ich nach heutigem Verständnis nicht antikolonialistisch eingestellt bin. Aber es erscheint mir falsch, dass die Menschen immer Recht haben sollten. Ich wollte der Geschichte einen anderen Dreh geben. Ich kann stolz sagen, dass sich Arthur C. Clarke nach dreißig Jahren noch an diese Geschichte erinnert hat. Er erzählte mir: »Ed, weißt du, ich habe diese Geschichte gelesen, als ich ein Fan war. Ich bin jetzt schon lange in diesem Geschäft, und das ist eine Geschichte, die ich niemals vergessen habe.« Das ist das größte Kompliment, das ich jemals für diese Geschichte bekommen habe. PNH: Sie schienen häufig unter Titeländerungen von Herausgebern gelitten zu haben? EH: Ja, das kann man so sagen. PNH: Wer war dabei der Schlimmste? EH: Das machten alle. Gernsback war der Schlimmste. PNH: Ich frage mich, ob es noch andere Autoren und Herausgeber aus früheren Zeiten gibt, an die Sie zurückdenken ...? EH: Ja, natürlich. Einige von ihnen sind seit fürchterlich langer Zeit meine Freunde. Jack Williamson ... E. Hoffmann Price, mein ältester Freund, er ist jetzt 76, und er fährt immer noch den ganzen Weg von Redwood City bis in die Wüste, um mich zu besuchen. Am meisten bewundere ich - und ich bin sehr stolz darauf, dass ich ihn gekannt habe - Abraham Merritt. Er war einer der besten Autoren, die ich jemals kennengelernt habe und natürlich liebe ich seine Bücher. PNH: Inwieweit hat er Sie beeinflusst? EH: Mich gar nicht so sehr. Jack Williamson hat er mehr beeinflusst als mich. Meine Ideen gingen in eine andere Richtung. Ich schrieb Geschichten, die im Weltraum spielten, während Merritt so etwas niemals schrieb. Jack verehrte ihn genauso wie ich. Als Neuling, der nur ein paar Geschichten verkauft hatte, schrieb Jack tatsächlich an Merritt, bot ihm eine Zusammenarbeit bei einer Geschichte an und schickte ihm dazu Material. Dann ging ich eines Tages mit Jack zusammen Merritt besuchen und Jack sagte zu ihm: »Ich möchte mich für meine Dreistigkeit entschuldigen, Mr. Merritt - dafür, dass ich ihnen diese Texte zugeschickt und mir eingebildet habe, wir würden zusammenarbeiten. Ich war sehr jung und wusste es nicht besser.« Aber Merritt, der ein sehr freundlicher Mensch war, meinte: »Nun, Jack, es waren gute Texte und vielleicht werden wir eines Tages doch noch zusammen daran arbeiten.« Er hat es ihm nicht übel genommen. PNH: Hatten Sie jemals Kontakt zu H. P. Lovecraft? EH: Nein, Lovecraft habe ich nie kennengelernt. Wir haben uns gelegentlich geschrieben. Ich hätte ihn treffen sollen. Ich habe ein paar Einladungen sausen lassen, heute tut mir das Leid. Die einzige Person, die ich kenne, die sowohl Lovecraft als auch Howard kannte, war E. Hoffman Price. Er kannte beide sehr gut. Mit Howard habe ich ebenfalls korrespondiert. In WEIRD TALES waren wir damals so eine Art Club. Price schrieb an Howard, und Howard schickte mir den Brief von Price, und dann schickte ich ihn weiter an Lovecraft, Sie wissen schon. Wir hatten so eine Art Wettbewerbskorrespondenz, jeder gegen jeden. Ich muss leider sagen, dass ich nicht alle Briefe aufgehoben habe. Heutzutage könnte das veröffentlicht werden. PNH: Das stimmt ... heutzutage würden sie alte Wäschelisten von Lovecraft veröffentlichen. EH: Nun, Sprague de Camp erzählte, dass Lovecraft Millionen von Briefen schrieb und bettelarm starb. Sprague warnte alle, nicht zu viele Briefe zu schreiben. Sprague selbst schrieb immer - Postkarten. (allgemeines Gelächter) PNH: Ich kann mir die Gedankengänge dieses strengen, militärischen Colonel de Camp vorstellen. Verschwende keine Zeit. Denke im Telegrammstil. Fasse dich kurz. Schreibe Postkarten. - Können sie sich an Farnsworth Wright erinnern? EH: Oh ja, sehr gut. Ich verehrte ihn ebenfalls. Zunächst einmal
kaufte er 1931 erstmals eine Geschichte von mir. Ich hatte fünf Jahre lang für WEIRD
TALES geschrieben, als ich für eine Woche nach Chicago ging, zum ersten
Mal. Ich war jung, schüchtern und wollte mich mit Jack Williamson in Minneapolis treffen
... wir wollten zusammen den Mississippi hinabfahren. Jedenfalls war ich ein
zurückhaltender und eher naiver junger Mann, und ich kam nicht auf die Idee, bei Wright
anzurufen. Endlich, am Tag bevor ich Chicago verließ, nahm ich meinen ganzen Mut zusammen
und rief im Büro an. Bill Springer, der damals das Büro von WEIRD TALES
leitete, meinte, ich sollte sofort vorbeikommen. »Sind sie sicher?«, fragte ich nach und
er sagte »Ja, Farnsworth würde sich freuen, sie kennen zu lernen. Kommen sie vorbei,
Farnsworth hat oft über sie gesprochen, sie haben ihm so viele Geschichten verkauft. Ach
ja, wir haben noch einen Besucher: E. Hoffman Price aus New Orleans.« Also bin ich in die
Redaktion gegangen, Price war da, Otis Adelbert Kline kam dazu, und Wright war sehr nett
und wir wurden sofort Freunde. Am nächsten Tag fuhr ich nach Minneapolis, am Abend traf
ich Jack Williamson das erste Mal. Ich kannte ihn vorher nicht, aber wir hatten die
Mississippireise zusammen geplant. So legte ich den Grundstein für einige Freundschaften,
die das ganze Leben hielten, an zwei Tagen im Juni 1931. PNH: Lassen Sie uns über Campbell reden. Haben Sie ihn gut gekannt? EH: Oh ja. Wir hatten über Jahre eine irgendwie merkwürdige Beziehung. Sehen Sie, wir kannten uns noch aus Zeiten, in denen wir alle schrieben. Das war lange bevor er Astounding Stories herausgab. Ich traf ihn zur gleichen Zeit wie Sprague de Camp, der damals noch überhaupt nichts geschrieben hatte, und wir waren sehr freundlich zueinander. Als er dann anfing, Astounding Stories herauszugeben, wollte er, dass ich für ihn schrieb. Ich schickte ihm eine Geschichte und er bat mich, sie zu überarbeiten. Er war eben ein gewissenhafter Lektor. Seine Ideen waren gut, also überarbeitete ich die Geschichte. Naja, er schickte sie noch einmal zurück und meinte: »Es ist mir peinlich, um eine weitere Überarbeitung zu bitten, aber meiner Ehefrau gefällt dieser Abschnitt nicht.« Inzwischen war ich wirklich sauer, schließlich versuchte ich, vom Schreiben zu leben. Aber ich hatte schon so viel Zeit in diese Geschichte investiert, dass ich die zweite Überarbeitung auch noch machte. Ich schickte sie ihm - sie gefiel ihm und er kaufte sie - und ich schickte ihm nie wieder eine Geschichte. Warum? Ich konnte nicht davon leben, nur für John Campbell zu schreiben, und er mochte es nicht sehr, wenn seine Autoren auch noch für andere Magazine schrieben, es trieb ihn zur Weißglut. Henry Kuttner war der einzige, der für andere Magazine schreiben durfte und bei John damit durchkam. Die Zeit verging, ich sah John auf Science-Fiction-Conventions, aber irgendwie schaute er durch mich hindurch, das konnte er ziemlich gut. Vor einigen Jahren habe ich ihn dann in New York einmal alleine mit seiner Ehefrau dasitzen sehen. Ich ging schließlich zu ihm und fragte ihn: »John, wir kennen uns, seit wir sehr jung waren. Nun, wenn sich die Zeiten geändert haben ...« Ich hatte gehört, dass er auf mich sauer war, weil ich nichts mehr an ihn geschickt hatte. Ich wusste, er hätte es sowieso abgelehnt, aber er wollte eben die Möglichkeit haben, irgend etwas abzulehnen. Seine Frau sagte: »Er hat doch nichts für Astounding geschrieben, oder?« und ich sagte: »Das liegt daran, dass ich mich zu wenig mit Naturwissenschaften auskenne.« Und Campbell meinte: »Das kaufe ich dir nicht ab!« Schließlich hätte ich in dieser oder jener Geschichte genug wissenschaftliche Ideen untergebracht. Darauf ich: »Ich ziehe es eben vor, für einen Markt zu schreiben, der etwas weniger anspruchsvoll ist.« John sagte kein Wort. Nun, irgendwann konnten wir wieder freundlich miteinander umgehen. Zum letzten Mal habe ich ihn in Berkeley auf einer Convention getroffen, kurz bevor er starb. Aber zu jener Zeit waren die Schatten zwischen uns verschwunden. Er kam zu mir, klopfte mir auf den Rücken und meinte: »Wir Veteranen müssen zusammenhalten.« Er war zufrieden, dass ich die Initiative ergriffen hatte, diese unnötige Missstimmung zwischen uns zu bereinigen. Leigh verkaufte ihre erste Geschichte an John Campbell und er ignorierte Leigh, weil auch sie ihm keine weiteren Geschichten anbot. PNH: Themawechsel - woran arbeiten Sie gerade? EH: Ich arbeite an einem weiteren Starwolf-Roman. Ich war fast fertig mit ihm, als ich mich fragte, ob ich ihn wirklich ganz fertig stellen sollte, weil mich diese Serien anöden. Man ist so festgelegt, geradezu gefangen und kommt nicht mehr von ihnen los. Das ist die zweite Serie, die ich geschrieben habe, die andere war Captain Future, die im übrigen niemals für normale SF-Leser gedacht, sondern nur für Jugendliche konzipiert war. Aber die Leute erinnern sich eben an Serien. Also werde ich den letzten Starwolf-Roman nicht fertig schreiben, ich denke, ich mache zur Abwechslung mal etwas anderes. PNH: Noch ein Themawechsel. Welcher Autor hat Sie und ihr Werk am meisten beeinflusst, was meinen Sie? EH: Das war eindeutig Homer Eon Flint. Forrest Ackerman hat herausgefunden, dass sein Name eigentliche Homer Flindt lautete. Er hat seinen Nachnamen geändert, und das »Eon« fügte er nur ein, weil es gut aussah. Er schrieb Geschichten darüber, dass die Erde zum Jupiter bewegt wurde und dergleichen. Das regte meine Phantasie an. Ich habe immer gerne zugegeben, dass ich dieses oder jenes Herrn Flint verdanke. PNH: Sie hatten einmal den Spitznamen »Der Weltenzerstörer«. EH: Genau, der stammte von Mr. Flint. Er ist unter äußerst merkwürdigen Umständen gestorben. Er war ein ausgeglichener, ruhiger Mann, und plötzlich klaute er ein Auto, fuhr damit in die Berge von Kalifornien und stürzte sich von einer Klippe. Niemand konnte das jemals erklären. PNH: Vielleicht wollte er die Erde bewegen ...? EH: Austin Hall hat einiges darüber geschrieben. Und Sam Moskowitz hat darüber recherchiert. PNH: Was halten Sie von Roger Elwood? Ich habe vieles über ihn in Fanzines gelesen und die Geister scheiden sich. Einige finden Roger Elwood schlecht, andere dagegen finden ihn toll. Was denken Sie über ihn? EH: Ich glaube, dass er ein brillanter junger Mann ist, der sich etwas übernommen hat, wie auch andere brillante junge Männer in diesem Geschäft. Er hat sich übernommen, weil er versucht hat, zu viele Dinge gleichzeitig zu tun. Seine Geschäftsmethoden sind schlampig. Ich bin ihm niemals persönlich begegnet, er hat mich nur angerufen, weil ich eine Geschichte für diese Anthologie und eine für jene Anthologie schreiben sollte. Ich bin es gewohnt, alles brieflich zu erledigen. Einmal habe ich eine Geschichte für ihn geschrieben, er hat mich angerufen und gesagt: »Das ist eine gute Geschichte« und hat mich bezahlt. Aber die Tatsache, dass er mir niemals etwas Schriftliches zukommen ließ, störte mich, ebenso wie der Umstand, dass er mir niemals ein Belegexemplar der Anthologie schickte. Irgendwann brachte Leigh einmal ein Buch aus der Bücherei mit nach Hause und so konnte ich diese Geschichte gedruckt sehen. Er hat den letzten Absatz einfach weggelassen! Für mich sind die letzten Zeilen einer Geschichte heilig. Ich schreibe niemals etwas, wenn ich nicht weiß, wie der letzte Satz lautet. Darauf läuft alles hinaus. Und er lässt diesen letzten Satz einfach weg, das hat mich geärgert. Außerdem hatte ich den Verdacht, dass er mir das Buch genau aus diesem Grunde nicht schicken wollte. Desweiteren hatte er einiges ... verändert. Solche einfachen und harmlosen Sachen wie ein alter Raumfahrtkapitän, der im Raumhafen herumsitzt, Bier trinkt und sich erinnert. Nun, das Biertrinken - Elwood ließ das nicht durchgehen, er änderte es in Steakessen, und so etwas stört mich. Ich war schon immer ein professioneller Autor; damit will ich sagen: Wenn jemand etwas will, sagt er es mir, und ich schreibe es. Es gab einige Beschwerden über ihn, aber ich habe einfach keine Geschäfte mehr mit ihm gemacht. Leigh hat ebenfalls zwei oder drei Geschichten an ihn verkauft, und sie hat fast genau die gleichen Erfahrungen gemacht. PNH: Er änderte auch ihre Geschichten? EH: Ja. Ich habe die Einzelheiten vergessen, ich erinnere mich nur, dass sie begann, sich wie alle anderen auch über Roger Elwood ärgern. PNH: Noch ein Themawechsel. Wenn Sie sich die SF der vergangenen fünfzehn oder zwanzig Jahre ansehen, welcher Autor hat Sie am meisten beeindruckt? EH: Den britischen Autor John Wyndham bewundere ich am meisten. Nach einem nicht eben herausragenden Start unter seinem eigenen Namen hat er drei Romane geschrieben, die ich wirklich toll fand: Rebirth, The Midwich Cockoos und Day of the Triffids. Ich denke, die waren wirklich gut. Aber natürlich hatte ich immer eine Schwäche für bestimmte Autoren. PNH: Wie sehen Sie die Zukunft der WorldCons? Ich denke hier an die Kommentare in Fanzines, in denen ein Horrorszenario mit über 5.000 Besuchern heraufbeschworen wird. EH: Ich mag diese riesigen Conventions nicht. Das sind einfach zu viele Menschen. Ich war auf dem so genannten ersten WorldCon 1939 in New York. Er hatte eine angenehme Größe, jeder kannte jeden. Es waren ungefähr 150 bis 180 Menschen da, wir trafen uns in einem Saal und hatten nicht einmal ein sperates Hotel. Auch zu diesem Con gab es Meinungsverschiedenheiten. Einige Fans der New Yorker Gruppe hatten lautstark gegen die Veranstaltung protestiert, weil sie nicht daran teilnehmen durften. Diese Gruppe nannte sich selbst »The Futurians«, und sie waren eher links ausgerichtet, während die Veranstalter der Convention, Moskowitz und andere, deutlich rechts waren. Jedenfalls verteilten die Futurians am Eingang Flugblätter mit der Aufforderung: »Nehmen Sie nicht an dieser Convention teil!« Fred Pohl und Donald Wollheim und einige andere gehörten zu der Gruppe, die Saalverbot hatte. Der junge Ike Asimov hatte noch keine einzige Geschichte verkauft, war aber damals schon redegewandt und brillant, stand auf und hielt eine flammende Rede im Sinne von »lasst uns die Trennung innerhalb der Science Fiction beenden« und forderte zum Schluss: »Lasst die fehlgeleiteten Brüder ein«. Und die gesamte Convention sagte NEIN. Es ist noch nicht lange her, da habe ich mit Fred Pohl darüber gesprochen. Er konnte sich daran erinnern und sagte: »Damals hatte ich noch Haare.« PNH: Mit Ihrer galaktischen Sichtweise hatten Sie einen ziemlichen Einfluss auf Asimov, kann man das so sagen? EH: Ich hoffe es jedenfalls. Ein Bekannter hat ein Buch über Isaacs
SF-Storys und -Romane geschrieben und war so freundlich, es mir zu widmen. Er hat mir ein
Exemplar geschickt und ich habe es mit großem Interesse gelesen. PNH: Was denken Sie über Heinlein? EH: Es ist schwer, den Menschen von seinen Storys zu trennen. Ich mag
Bob sehr gern, er ist ein alter Freund, obwohl ich ihn seit einigen Jahren nicht mehr
gesehen habe. Aber einige von seinen Geschichten mag ich nicht. Es amüsiert mich auch,
dass er in den letzten Jahren so konservativ, um nicht zu sagen reaktionär geworden ist.
Als ich ihn kennen lernte, war er ziemlich liberal eingestellt. Er glaubte stark an Upton
Sinclairs epischen Plan für Kalifornien, und er hat sich mit einem ähnlichen Vorhaben
zur Wahl gestellt. Dann sehe ich ihn einige Jahre nicht und höre Beschwerden, dass er so
konservativ geworden sei. Erstveröffentlichung im März 1975 im Fanzine TWIBBET
#7 |
![]() Foto: Haffner Press |
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