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| ALIEN CONTACT 56 |
| Science Fiction Alien Contact |
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| Kürzlich hat Franz Rottensteiner,
der ehemalige Herausgeber der »Phantastischen Bibliothek« bei Suhrkamp und ein kluger
und hilfsbereiter SF-Kritiker, während eines Telefongesprächs eine Frage gestellt, die
alle Mit- und Zuarbeiter(innen) von ALIEN CONTACT,
SHAYOL und EPILOG des öfteren beantworten müssen:
Wer oder was steckt eigentlich hinter diesen Namen, hinter denen sich ein SF-Magazin, ein
Verlag und eine Internetplattform verbirgt? Wie finanziert sich das alles und wer verdient
daran? Auf diese Frage soll - zumindest für den gegenwärtigen Stand der Dinge - an
dieser Stelle eingegangen werden. Wir sind ein utopisches Projekt. In einer Zeit, in der es die Meinungsmacher in Wirtschaft & Politik nicht einmal mehr für nötig erachten, wenigstens so zu tun, als wäre ihnen Kultur auch nur ein Lippenbekenntnis wert, möchten wir Inhalte transportieren, ohne im Vorfeld über ihre Verkäuflichkeit zu spekulieren - in einer Zeit, in der die »großen« Verlage immer weniger bereit sind, sich an »schwierige« Themen wie Science Fiction zu wagen, weil sie vielleicht nicht mehr den Umsatz bringen wie noch vor einigen Jahren. Dabei geht es in erster Linie darum, dass uns der Spaß an der Arbeit erhalten bleibt. Jeder für sich verdienen wir in mehr oder minder »bürgerlichen« Berufen unseren Lebensunterhalt. Auf Kompromisse, wie wir sie aus diesen Lebenswelten kennen, möchten wir im Umfeld von ALIEN CONTACT, SHAYOL und EPILOG möglichst verzichten. Alle genannten Projekte arbeiten nicht profitorientiert, sämtliche Einnahmen bleiben im Kreislauf und sorgen dafür, dass weitere Ideen umgesetzt werden können. Das heißt natürlich nicht, dass wir im luftleeren Raum agieren. Zwar sind alle virtuellen Texte kostenlos zugänglich - von einer Schutzgebühr für pdf-Downloads und e-books abgesehen -, aber bei Büchern sieht das anders aus. Wir drucken Kleinstauflagen in dreistelliger Höhe, und die Stückpreise müssen demnach anders kalkuliert werden als bei den großen Verlagen. Darüber hinaus geben wir uns viel Mühe, hinsichtlich Inhalt und Ausstattung professionell zu arbeiten, und sind inzwischen dazu übergegangen, bei größeren Printprojekten nach Möglichkeit Honorare zu zahlen - auch wenn es sich dabei eher um Aufwandsentschädigungen handelt. Wir beabsichtigen, unser Programm im Laufe der kommenden Jahre Stück für Stück zu erweitern; für 2004 sind rund fünfzehn Titel geplant. Das Herzstück der Aktivitäten bleibt ALIEN CONTACT mit dem Jahrbuch, das aus den Netzinhalten zusammengestellt wird. Voraussichtlich wird ein regelmäßig erscheinender Allmanach hinzukommen, weitere Bände der Reihe SF-PERSONALITY und der bereits laufenden bzw. im Erscheinen begriffenen Werkausgaben sowie neue Sachbücher und Belletristik-Titel, zum Teil in Übersetzungen aus dem Englischen. Wie das alles möglich ist, fast ohne Basiskapital und als Freizeitprojekt? Ganz einfach, und doch immer wieder aufregend, anstrengend und erfreulich: Im Umfeld »unserer« Projekte, die nicht nur die unsrigen sind, arbeiten zahlreiche Fans und Profis - der Übergang ist fließend -, die Bücher rezensieren, Artikel schreiben, Texte übersetzen und lektorieren, Titelbilder gestalten ... die Liste ist lang. Und dank all dieser Augen und Hände sind wir in der Lage, mehr zu sein als ein kurzlebiges Fanzine, mehr als ein weiterer Kleinstverlag, dem nach wenigen Büchern die Luft ausgeht. Ein Beispiel gefällig, wie die Rädchen ineinander greifen? Frank Festa, der mit
seinem eigenen Für diejenigen, die konkret wissen möchten, wer eigentlich hinter dem ominösen »wir« steckt: Das Online-Magazin ALIEN CONTACT erscheint unter der Federführung von Hardy Kettlitz, dem die dienstältesten Co-Redakteuere Siegfried Breuer und Gerd Frey zur Seite stehen. Unterstützt werden sie von Ronald Hoppe, Bernhard Kempen und Hannes Riffel. Der Verlag SHAYOL wurde 1999 von Ronald Hoppe, Bernhard Kempen, Hardy Kettlitz und Hannes Riffel gegründet, bald darauf ist Hans-Peter Neumann dazugestoßen. EPILOG ist in erster Linie das Werk von Ronald Hoppe und Bernhard Kempen, versteht sich inzwischen jedoch als Gemeinschaftsprojekt der oben genannten Macher. Wie gesagt, das ist »nur« das Kernteam, das sich um die regelmäßig anfallenden Arbeiten kümmert und per E-Mail, Telefon und manchmal sogar noch Schneckenpost den Kontakt zu all den anderen ehrenamtlichen Mitbeitern aufrecht hält. Immer wieder ernten wir Kopfschütteln und Verwunderung darüber, dass wir so viel Leidenschaft und vor allem Zeit, die doch »gewinnbringender« genutzt werden könnte, auf Literatur im weitesten Sinne verwenden. Dabei lässt sich das so einfach erklären: Wir sind schlicht verrückt und kindisch genug, ein Internetmagazin und einen Haufen Bücher produzieren zu wollen, auf die wir stolz sein können. Mithin spielt eine ordentliche Portion Eitelkeit und Besserwisserei eine nicht unerhebliche Rolle. Aber wir haben unsere eigenen Hinterhof gefunden und sind dabei, ihn nach Herzenslust auszubauen. Gibt es etwas Utopischeres? Ihre Alien Contact Redaktion |
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