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| Das Magazin für Science Fiction & Fantasy • Ausgabe 56 • Story |
Ach ja, und sollte sich jemand darüber echauffieren, dass eine solche Geschichte, die vor dem 11. September geschrieben und veröffentlicht wurde, nach diesem Datum in deutscher Übersetzung erscheint: Meine Damen und Herren, das Leben geht weiter. Und die Nieten in Nadelstreifen sind in den letzten zwei Jahren weder sympathischer noch menschenfreundlicher geworden.
»Danke«, erwiderte Rebecca mit piepsiger Stimme und nahm sich insgeheim vor, dass sie ihre Kreditkarten-Rechnungen begleichen und einen Neuanfang machen würde. Diesmal würde sie wirklich etwas Geld sparen und ihre Finanzen in Ordnung bringen.
»Schön. Sie fangen am Montag an.« Der Blick der Vermittlerin glitt vom durchgescheuerten Rock zu einer Laufmasche, die direkt unterhalb von Rebeccas Knie begann und in ihren alten, ausgetretenen Halbschuhen verschwand. Rebecca kannte diesen Gesichtsausdruck. Sie räusperte sich, lächelte und zupfte verstohlen an der ausgebeulten Nylonfalte in ihrer Kniekehle, während sie nervös auf ihrem Stuhl hin und her rutschte. Die Vermittlerin schrieb Name und Anschrift von Lorimer Brothers auf eine kleine rosafarbene Visitenkarte und reichte sie Rebecca.
»Danke.« Rebecca musste husten, als sie aufstand und hastig ihren linken Fuß hinter dem rechten versteckte, damit die Vermittlerin den kaputten Absatz nicht bemerkte, von dem sich kleine Stücke wie von getrocknetem Speck lösten. »Ich muss los. Einkaufen.« Sie lächelte fröhlich. Als sich die Vermittlerin umwandte, um das Telefon abzunehmen, ergriff sie die Flucht.
Am Montag fühlte sie sich im neuen Rock nicht besonders wohl. Er passte nicht ganz zum Gaucho-Jäckchen der letzten Saison, und ihre alten Pumps hatten die falsche Farbe ekrü statt toastfarben. Obwohl der Rock ein Sonderangebot gewesen war, hatte er sie bei Glumballs stolze einhundertundsiebzehn Dollar gekostet. Allerdings konnten Sonderangebote nicht umgetauscht werden, und außerdem hatte sie etwas kaufen müssen, sonst wäre ihre Kreditkarte irgendwann gesperrt worden. Nun stand sie zu lange in der Lobby des gewaltigen Bürogebäudes, betrachtete ihr Spiegelbild in den schwarzen Marmorwänden und fragte sich, warum sie nicht den Moleskin-Cardigan gekauft hatte. Als sie schließlich im siebenundachzigsten Stock ankam, war sie spät dran.
»Dies ist Ihr Arbeitsplatz«, bellte eine Frau in einem feuerwehrroten italienischen Kostüm. Sie wies auf eine polierte graue Marmorplatte, die von einer niedrigen Rauchglasscheibe umgeben war, direkt gegenüber dem Eingang. Plötzlich wurde Rebecca schwindlig. Sie legte ihre Hand auf den Rand der dunklen Glasscheibe, um sich abzustützen. Die Glasscheibe war so kalt und ihre Kante so scharf, dass sie hörbar nach Luft schnappte und schnell die Hand wegzog, um nachzuschauen, ob ihre Finger bluteten. Die Büroleiterin verzog das Gesicht, nahm ein Papiertaschentuch und wischte die anstößigen Abdrücke, die Rebeccas Finger hinterlassen hatten, vom Glas.
»Ich gehe davon aus, dass Sie schon einmal mit der Magister-Telefonanlage gearbeitet haben.« Die Büroleiterin hüstelte diskret und ließ das Taschentuch in einen Stahlzylinder fallen. Rebecca folgte ihr hinter den Empfang und nickte Natürlich log sie.
»Trotzdem wäre es vielleicht besser, wenn Sie mir die Einzelheiten noch einmal zeigen könnten, nur um sicherzugehen«, sagte sie und ließ sich auf einem ergonomischen Stuhl nieder, der wie ein winziges samtenes S geformt war. Die Büroleiterin sah sie mit großen Augen an und schüttelte den Kopf.
»Ich selbst habe die Anlage noch nie bedient. Mal sehen, ob ich Victor vorbeischicken kann, wenn er mir meinen Kaffee gebracht hat.« Sie strich das schmale scharlachrote Lederband auf ihren Oberschenkeln glatt, zuckte mit den Achseln und kehrte in ihr Büro zurück.

