![]() |
| ALIEN CONTACT 58 |
| Science Fiction Alien Contact |
|
| Im Januar 2004
wurde der 65. Geburtstag von Professor
Dr. Dieter B. Herrmann im Rahmen eines wissenschaftlichen Kolloquiums in der
Archenhold-Sternwarte Berlin gefeiert. Die Referenten hielten Vorträge, die jeweils im
Zusammenhang mit Herrmanns Wirken standen. Professor Herrmann ist Direktor der Archenhold-Sternwarte und des Zeiss Großplanetariums Berlin. Sein größtes Verdienst ist zweifellos die Popularisierung der Astronomie in allen Medien. So schrieb er zahllose Zeitungsartikel, Dutzende populärwissenschaftliche und Schulbücher, moderierte über ein Jahrzehnt die Fernsehsendung AHA, schrieb Planetariumsprogramme und hielt unzählige Vorträge. Eckehard Rothenberg, ehemaliger Technischer Direktor der Archenhold-Sternwarte, ehrte den Jubilar mit einer Laudatio, die wir in dieser Ausgabe vollständig präsentieren. Doch neben all seinen Verdiensten ist Herrmann auch über viele Jahre hinweg ein wichtiger Förderer der Science Fiction in Berlin gewesen. Die Archenhold-Sternwarte ist seit ihrer Gründung vor über 100 Jahren eine Volkssternwarte. Neben regelmäßigen populärwissenschaftlichen Vorträgen gab es im Rahmen des Astronomischen Jugendklubs mehrere Arbeitsgemeinschaften für Kinder und Jugendliche. Herrmann als Chef des Hauses wusste, wie wichtig es ist, junge Menschen frühzeitig für die Wissenschaft zu begeistern. Einige Mitglieder des Astronomischen Jugendklubs, darunter Krischan Schoeninger, Esther Virgens, Alexander Kaufmann, Sabine Hettwer und ich, lasen Anfang der 80er Jahre jedoch nicht nur Bücher wie Herrmanns Vom Schattenstab zum Riesenspiegel oder Das Sternguckerbuch, sondern auch die sehr beliebte wissenschaftlich-phantastische Literatur. Gemeinsam träumten wir von anderen Welten und unterhielten uns nach den Treffen der Arbeitsgemeinschaft darüber, dass man einen neuen Klub gründen müsste. Und am 6. Februar 1985 war es nach einigen Anstrengungen tatsächlich soweit. Wiederum in der Archenhold-Sternwarte wurde die Kulturbund-Fachgruppe »Interessengemeinschaft für wissenschaftlich-phantastische Literatur« gegründet, aus der später der SF-Klub ANDYMON werden sollte. Schon beim ersten Treffen wurde eine Veranstaltung mit Ausstellung geplant, für die Prof. Herrmann die Räume des Museums der Sternwarte zur Verfügung stellte und mittels der Publikationen des Hauses für Werbung sorgte. Durch diese und die nachfolgenden Veranstaltungen des Klubs stießen bald neue Mitglieder zu uns, die bis heute äußerst aktiv sind, zum Beispiel Hans-Peter Neumann, Gerd Frey, Siegfried Breuer, Wolfgang Both, Klaus Scheffler und viele andere. Auch wenn ANDYMON bald in die Räumlichkeiten des Kulturbundes umzog, blieb die Zusammenarbeit mit Professor Herrmann und den beiden von ihm geleiteten Häusern doch sehr eng und fruchtbar. Die erste Großveranstaltung des Klubs ANDYMON, die »2. Tage der Phantastischen Kunst«, fanden 1988 im neu erbauten Zeiss Großplanetarium Berlin statt, einem Gebäude, dass nicht nur durch seine Räumlichkeiten, sondern auch durch seine thematische Ausrichtung ideal war. Ein Jahr später wurden die »3. Tage der Phantastischen Kunst« mit ca. 3000 Besuchern an drei Tagen die erfolgreichste Science-Fiction-Veranstaltung, die in der DDR stattgefunden hat. Und 1990 schließlich gab es im Planetarium den ersten (und letzten) DDR-Con. Der »Tag der Phantasie« (bzw. AlienCon) wiederum wurde viermal (1996-2002) in der Archenhold-Sternwarte durchgeführt und zog ebenfalls Hunderte Besucher an. Professor Herrmann ließ es sich nicht nehmen, alle genannten Veranstaltungen jeweils zu eröffnen und in seinen Reden darauf hinzuweisen, dass es eine enge Beziehung zwischen Phantasie und Wissenschaft, zwischen Kunst und Forschung gibt. Er selbst hat dies durch seine Schriften und seine Arbeit immer wieder bewiesen. Dafür sind wir ihm zutiefst dankbar. Und wer weiß vielleicht hätten sich ohne die Offenheit Professor Herrmanns gegenüber der phantastischen Literatur die Initiatoren von ALIEN CONTACT nie getroffen ... |
![]() Foto: Frank-Michael Arndt |
![]() |
| ALIEN CONTACT 58 |