epilog.de > Alien Contact > Alien Contact 58 > Sabine Wedemeyer-Schwiersch: Laq’lir [Story]
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Unterwegs:

Sabine Wedemeyer-Schwiersch

Laq’lir

Seite 1 »

All das wäre niemals geschehen, wenn nicht unser Super-Luxus-Raumkreuzfahrt-Liner mit einem Patrouillenschiff zusammenstoßen wäre, beim ersten Zwischenstopp, kurz vor dem Andocken an die Orbitalstation von Flar’na.

Die ganze Vordersektion hatte es erwischt, Hüllenbruch, Verletzte, sogar Tote. Keiner hatte mir sagen können, wie lange die Reparaturen dauern würden. Mindestens acht bis zehn Normtage, das war bisher noch die genaueste Antwort gewesen.

Auf dem Schiff konnten wir nicht bleiben. Und mich mit dreitausend anderen frustrierten Passagieren zehn Tage lang auf dieser Raumstation einpferchen lassen, die ohnehin schon hoffnungslos überfüllt war? Nicht mit mir!

Ein Platz in einem Shuttle war gar nicht so leicht zu bekommen. Es hatten wohl eine Menge anderer Reisender dieselbe Idee gehabt. Und wo ich auch fragte, überall anzügliches Grinsen und mehrdeutige Blicke.

Ich sprach einen der Transferunternehmer darauf an. Er hob eine Augenbraue. Seine Mundwinkel zuckten. »Sie wissen es wirklich nicht? Warum wollen Sie dann überhaupt runter nach Flar’naxi?«

»Na, wegen der Enge hier oben!«

»Wegen der Enge! Das ist gut!« Jetzt konnte der Mann das Lachen nicht mehr unterdrücken. »Wer da runterfährt, der hat’s eigentlich ganz gerne eng.« Wieder verschlug es ihm die Sprache vor Lachen. »Ganz Flar’naxi ist doch so was wie ein einziger Super-Mega-Puff, Miss! Und Sie suchen wirklich keinen Lover für ’ne schnelle Nummer?«

»Nein, wirklich nicht. Irgendwo wird da unten doch etwas anderes aufzutreiben sein als ein Stundenhotel, oder?«

Ich quetschte den Mann noch weiter aus und erfuhr, dass die Flar’lahoqs auf Flar’na so etwas wie Chamäleonwesen sein mussten, jedenfalls gibt es kaum eine uns bekannte Spezies, auf die diese Wesen nicht umwerfend sexy wirken. Und eine Menge von ihnen scheinen ganz wild darauf zu sein, mit dem erstbesten Besucher in einen heißen Clinch zu fallen. Ohne Bezahlung zu verlangen und ohne Gesundheitsrisiko für die anderen. Zumindest in der offenen Stadt Flar’naxi ist das so. Woanders kommt man als Außerflarnischer sowieso nicht hin.

Allmählich wurde ich neugierig. Natürlich nur darauf, mir das Ganze mal anzusehen, völlig unverbindlich. Wesen, die sich für jeden attraktiv machen konnten? Wie man sich das wohl vorzustellen hatte?

© Sabine Wedemeyer-Schwiersch 2004 • Erstveröffentlichung
Erschienen in
Hardy Kettlitz u.a. (Hrsg.): [[buch.kettlitz-hardy-1966.alien-contact-jahrbuch-2004|Alien Contact – Jahrbuch f
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