ALIEN CONTACT
ALIEN CONTACT 63 Inhalt Archiv

Siggi Stardusts weise Worte

Science Fiction
Alien Contact
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Zunächst dient der Name SF/Fantasy ganz einfach als Auffangbecken für unglaubliche Massen von Schund, was der ›bürgerlichen‹ Kritik auch in Zukunft erleichtern wird, das Genre als solches den Spezialisten zu überlassen. Zweitens wird der Unterschied in den Erwartungshaltungen bleiben – denen des Lesers wie denen des Autors.
Carl Amery

Wolfgang Jeschke
Foto: Heyne Verlag
Heute produziert die Science Fiction überwiegend Langeweile. Die Verlage schielen auf Absatzzahlen, produzieren in der Menge Triviales und recyceln Altbewährtes. Kreative Schriftsteller können ihre Werke kaum verkaufen. Die selbst geschaffenen Mythen im Star Trek-Universum oder bei Star Wars dagegen funktionieren wie ein belletristisches Perpetuum Mobile: einmal in Gang gesetzt, laufen sie immer weiter, ohne Energie zu verbrauchen oder zu produzieren.
Fritz Heidorn
Zufriedenstellend verkäuflich ist heute nur noch der Schund, phantasieloses Zeug von erbärmlichem Niveau. Das war früher nicht anders, nur brachte das Lesefutter für die schlichteren Gemüter unter den Fans genug ein, um Anspruchsvolleres zu bringen, neue, interessante Autoren aufzubauen, Experimente zu wagen. Das ist heute nur noch sehr schwer möglich.
Wolfgang Jeschke
Heyne ist ein Verlag, der sonst nur billigen Unterhaltungsschrott auf dem Markt bringt. Das ist nicht die Umgebung, die ich suche.
Max Goldt
Die Leser vertrauen dem Amerikanern mehr. Bei denen ist wenigstens die gute Unterhaltung garantiert.
Sascha Mamczak
Die Frage nach dem Niveau der anglo-amerikanischen SF ist etwas müßig, das erklärt sich im Grunde alles aus der riesigen Quantität: Der überwiegende Teil der erstklassigen SF seit Wells ist in englischer Sprache verfaßt, und der überwiegende Teil des finstersten Schundes auch. Den ersten Platz auf dem Buchmarkt, auch auf dem deutschen, hat die anglo-amerikanische SF durchaus verdient. Nicht verdient – auch nicht und schon gar nicht in den USA selber – hat sie diese Monopolstellung, wo neben den Anglo-Amerikanern praktisch gar kein Platz mehr für alle anderen bleibt.
Erik Simon
Kunst ist nicht Genuß, sondern Lebensmittel im wörtlichsten Sinne, und wer meint, der künstlerische Aspekt der Unterhaltung klammere notwendig das menschliche Denk-vermögen aus, würde mir wohl auch weismachen, man könne hundert Jahre alt werden, ohne einen einzigen Atemzug zu tun.
Michael Szameit
Die höhere Kultur ist per se literarischer. Das heißt, sie bleibt mehr Schriftkultur. Syntaktische Komplexität gedeiht nur in der Schriftlichkeit, diese sich selbst überlassene Mündlichkeit erzeugt einen Popularstil, der am Ende eine gewaltige Abflachung der Kultur bewirkt.
Peter Sloterdijk
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