- Zunächst dient der Name SF/Fantasy ganz einfach als Auffangbecken für
unglaubliche Massen von Schund, was der bürgerlichen Kritik auch in Zukunft
erleichtern wird, das Genre als solches den Spezialisten zu überlassen. Zweitens wird der
Unterschied in den Erwartungshaltungen bleiben denen des Lesers wie denen des
Autors.
- Carl Amery
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Wolfgang Jeschke
Foto: Heyne Verlag |
- Heute produziert die Science Fiction überwiegend Langeweile. Die Verlage
schielen auf Absatzzahlen, produzieren in der Menge Triviales und recyceln Altbewährtes.
Kreative Schriftsteller können ihre Werke kaum verkaufen. Die selbst geschaffenen Mythen
im Star Trek-Universum oder bei Star Wars dagegen funktionieren wie ein
belletristisches Perpetuum Mobile: einmal in Gang gesetzt, laufen sie immer weiter, ohne
Energie zu verbrauchen oder zu produzieren.
- Fritz Heidorn
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- Zufriedenstellend verkäuflich ist heute nur noch der Schund, phantasieloses
Zeug von erbärmlichem Niveau. Das war früher nicht anders, nur brachte das Lesefutter
für die schlichteren Gemüter unter den Fans genug ein, um Anspruchsvolleres zu bringen,
neue, interessante Autoren aufzubauen, Experimente zu wagen. Das ist heute nur noch sehr
schwer möglich.
- Wolfgang Jeschke
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- Heyne ist ein Verlag, der sonst nur billigen Unterhaltungsschrott auf dem Markt
bringt. Das ist nicht die Umgebung, die ich suche.
- Max Goldt
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- Die Leser vertrauen dem Amerikanern mehr. Bei denen ist wenigstens die gute
Unterhaltung garantiert.
- Sascha Mamczak
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- Die Frage nach dem Niveau der anglo-amerikanischen SF ist etwas müßig, das
erklärt sich im Grunde alles aus der riesigen Quantität: Der überwiegende Teil der
erstklassigen SF seit Wells ist in englischer Sprache verfaßt, und der überwiegende Teil
des finstersten Schundes auch. Den ersten Platz auf dem Buchmarkt, auch auf dem deutschen,
hat die anglo-amerikanische SF durchaus verdient. Nicht verdient auch nicht und
schon gar nicht in den USA selber hat sie diese Monopolstellung, wo neben den
Anglo-Amerikanern praktisch gar kein Platz mehr für alle anderen bleibt.
- Erik Simon
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- Kunst ist nicht Genuß, sondern Lebensmittel im wörtlichsten Sinne, und wer
meint, der künstlerische Aspekt der Unterhaltung klammere notwendig das menschliche
Denk-vermögen aus, würde mir wohl auch weismachen, man könne hundert Jahre alt werden,
ohne einen einzigen Atemzug zu tun.
- Michael Szameit
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- Die höhere Kultur ist per se literarischer. Das heißt, sie bleibt mehr
Schriftkultur. Syntaktische Komplexität gedeiht nur in der Schriftlichkeit, diese sich
selbst überlassene Mündlichkeit erzeugt einen Popularstil, der am Ende eine gewaltige
Abflachung der Kultur bewirkt.
- Peter Sloterdijk
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