ALIEN CONTACT
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Editorial

15 Jahre ALIEN CONTACT

Science Fiction
Alien Contact
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Im Frühjahr 1990 – also vor inzwischen fünfzehn Jahren – erschien die erste Ausgabe von ALIEN CONTACT. Im Editorial war zu lesen:

Haben Sie Spaß an Science Fiction? Lassen Sie sich gern in ferne Welten entführen, oder schauen Sie gern in wahrscheinliche oder unwahrscheinliche Zukünfte? Mögen Sie einen Cocktail aus Spannung, Unterhaltung und Satire?
   Dann sind Sie bei uns richtig. ALIEN CONTACT soll alles bringen, was Ihnen Spaß macht und Sie informiert. Unsere wichtigste Aufgabe sehen wir darin, neue Science-Fiction- und Fantasy-Storys, einerseits von bekannten Schriftstellern, andererseits aber auch von neuen Talenten, vorzustellen.

Nun, wir hoffen, dass Sie noch Spaß an Science Fiction haben, wir haben ihn jedenfalls. Sicherlich nicht an jeder Spielart der SF, aber so ist das nun einmal. In den letzten fünfzehn Jahren hat sich das Genre weiterentwickelt. Einige Leser bedauern bestimmte Entwicklungen, andere wiederum freuen sich über Neuerungen. Die Mitglieder des ALIEN-CONTACT-Teams haben sehr unterschiedliche Auffassungen vom Genre oder über die Qualität einzelner Werke, und genau so soll es auch sein. Ebenso sollte auch jeder einzelne Leser sich seine eigenes Urteil bilden. Aus diesem Grund haben wir in den fünfzehn Jahren immer wieder versucht, ALIEN CONTACT weiterzuentwickeln und neue Aspekte der phantastischen Literatur zu beleuchten. In den ersten Jahren brachte das (damals als Heft gedruckte) Magazin vor allem Erzählungen bekannter und unbekannter Autoren sowie einige Artikel, später kamen Rezensionen hinzu, längere Essays über Untergenres, einzelne Autoren oder die Geschichte der Science Fiction. Denn wenn man das Genre nicht kennt, dann fällt es schwer, sich ein Urteil über neue Werke zu bilden.

Derzeit herrscht in der deutschen SF-Szene eine gewisse Aufbruchstimmung. In den letzten Monaten wurden gleich mehrere neue Buchreihen begründet. Aus diesem Grund haben wir in unserer Jubiläumsausgabe einen Interviewschwerpunkt, in dem die Verleger und Herausgeber dieser Reihen (Phantasia Paperback, Festa SF, InterNova und Eloy Edictions) selbst zu Wort kommen.

Fast halb so alt wie ALIEN CONTACT ist der Shayol Verlag, das Schwesterprojekt unseres Magazins, das sich inzwischen zu einer festen Größe in der deutschen SF-Verlagslandschaft entwickelt und seit 1999 mehr als drei Dutzend Buchtitel herausgebracht hat. Und seit 1999 wird immer wieder gefragt, woher der ungewöhnliche Verlagsname eigentlich stammt.

Die eigentliche Wortbedeutung spielt eine untergeordnete Rolle, wichtig ist für uns vielmehr die literaturhistorische Bedeutung. Im Oktober 1961 erschien im amerikanischen Magazin GALAXY mit »A Planet Named Shayol« eine der eindrucksvollsten und einfallsreichsten Geschichten des Autors Cordwainer Smith, und sie ist der Ursprung des Verlagsnamens. Da aber offensichtlich nur wenige Leser diese Erzählung noch kennen, freuen wir uns außerordentlich, sie in dieser Ausgabe in neuer Übersetzung von Barbara Slawig präsentieren zu können.

Neben einer inzwischen klassischen Geschichte finden Sie in dieser Ausgabe auch neue Erzählungen (von Helmuth W. Mommers, Dimitrij Makarow und der Wettbewerbsgewinnerin Anja Petersen). Ebenso Informationen über Neuerscheinungen (Interviews, Film-, Buch- und Spielrezensionen) wie über ältere Werke (Franz Rottensteiner über Stanislaus Bialkowski und die Rubrik »Science Fiction Classics«). Bilden Sie sich also ihr eigenes Urteil über die Vorzüge und Schwächen der neuen und der alten SF und diskutieren Sie ihre Meinung mit anderen Lesern.

Wir werden, wie schon vor fünfzehn Jahren, auch weiterhin versuchen, alles zu bringen, was Ihnen Spaß macht und Sie informiert. Und dabei nehmen wir uns die Freiheit, vor allem das zu bringen, was auch uns Spaß macht.

Hardy Kettlitz

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