- Außerirdische haben sich, zumindest in unserer Phantasie, schon fast alles zu
Eigen gemacht: unsere Erde, unsere Körper, unsere Gehirne und auch unser Sexualleben. Nur
an den Feuilletonseiten deutscher Zeitungen sind sie bis jetzt gescheitert und mit
ihnen fast die gesamte Science-Fiction-Literatur. Gelingt es aber tatsächlich einem
SF-Roman, in einem renomierten Verlag zu erscheinen und nicht nur in Fanzines besprochen
zu werden, so wird oft versucht, ihn aus dem Genre herauszuheben.
- Gregor Jungheim
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Carlos Rasch
Foto: Siegfried Breuer |
- Wenn wir die gegenwärtige Phantastik als etwas historisch Einmaliges ansehen,
lösen wir sie aus ihrer Beziehung zur Gesamtgeschichte der Menschheitsentwicklung heraus
und stempeln sie als provinziell ab. Diese Auffassung ist dabei, sich durch zu setzen.
Gewiß, ein beachtlicher Teil der neueren phantastischen Literatur ist provinziell,
offensichtlich aber gehört sie in ihren Grundtendenzen und mit ihren führenden
Vertretern bereits zur Weltliteratur und muß auch als solche betrachtet werden.
- Juli Kagarlitzki
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- Auch wenn das Lesebedürfnis im Reich der Unterhaltungslektüre im Vergleich zu
früheren Jahrzehnten beträchtlich abgeflaut ist und auch die Auflagen der SF in Europa
im Schatten der Medienentwicklung sowie des Internets geschrumpft sind, bin ich davon
überzeugt, daß Belletristik immer die Grundlage für die verschiedensten Kunstformen
bleiben wird, in der uns auch stets Zukunftsdarstellungen entgegentreten und populär sein
werden.
- Carlos Rasch
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- Die sogenannte realistische Literatur scheint mir in einer Art Endlosschleife
gefangen. Es ist ihr Schicksal, die bürgerlichen Psycho-Wehwehchen bis in alle Ewigkeit
immer wieder von vorn durchzuspielen.
- Sascha Mamczak
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- Der Leser abenteuerlich gefärbter Literatur will sich vor allem vom Hier und
Heute entfernen. Er tut dies in drei Richtungen: Nach Übermorgen, nach Vorgestern und
nach Anderswo. Ich halte es für die Aufgabe des Autors, dafür zu sorgen, daß dies nicht
auf einer flachen Ebene geschieht, sondern gewissermaßen auf der Oberfläche einer Kugel,
die man Weltbild des Autors nennen könnte. Sobald das zutrifft, gilt auch der
Grundsatz, daß sich die scheinbar divergierenden Linien allesamt wieder im Hier und Heute
vereinigen.
- Rolf Krohn
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- Literatur, die dem Leben eine Parallelwelt dazu gibt, die aus den Materialien
des Lebens entsteht, ist selten ein romantischer, utopischer Entwurf für eine Welt, wie
sie sein sollte. Mit größerer Berechtigung könnte man diese Literatur als
Spiegeluniversum bezeichnen. Das heißt jedoch nicht, daß dieser Spiegel uns mit der
Behauptung einlullt, wir seinen die Schönsten im ganzen Land. Denn oft entsteht ein
solcher Spiegel aus der Unzufriedenheit des Autors mit dem Zustand der Welt.
- Almut Schmidt
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- Die Science Fiction ist und bleibt vor allem Unterhaltungsliteratur.
- Peter Wilfert
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