ALIEN CONTACT

Science Fiction History

Phantastik-Ereignisse 1925

von Hardy Kettlitz & Siegfried Breuer

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Weltgeschichte

  • Im Vertrag von Locarno erkennt Deutschland seine Westgrenzen an. Das Rheinland soll entmilitarisiert bleiben, die deutsche Westgrenze wird von Großbritannien und Italien garantiert.
  • Der deutsche Reichspräsident Friedrich Ebert stirbt, sein Nachfolger wird Paul von Hindenburg.
  • Japan erkennt die Sowjetunion an und tritt Nordsachalin gegen die Erteilung von Kohle- und Ölkonzessionen an sie ab.

Wichtige Bücher und Filme

  • In Deutschland erscheinen zwei vielbeachtete Romane: Atlantis von Hans Dominik und Der Schuß ins All von Otto Willi Gail.
  • Franz Kafkas Roman Der Prozeß, den er mehr als zehn Jahre zuvor geschrieben hatte, wird vom Nachlaßverwalter gegen den ausdrücklichen Wunsch des verstorbenen Autors publiziert.
  • In der Sowjetunion erscheinen zwei utopische Klassiker: Professor Dowells Kopf von Alexander Beljajew und Geheimnisvolle Strahlen von Alexej Tolstoi.
  • Sergej Eisensteins für die Filmgeschichte wegweisender Film Panzerkreuzer Potemkin wird uraufgeführt.
  • Olaf Stapledon erhält 1925 den Doktortitel für Philosophie an der Universität von Liverpool.
  • J. H. Rosny Aïné veröffentlicht Les navigateurs de l’infini, worin es um eine Liebesbeziehung zwischen einem Menschen und einer sechsäugigen, dreibeinigen Marsianerin geht.
  • Hugo Gernsbacks bereits 1911 verfaßter Roman Ralph 124C 41+ erscheint als Buchausgabe.

Personalities

1925 wurden eine ganze Reihe wichtiger Persönlichkeiten der SF-Welt geboren:

  • Brian W. Aldiss gehört zu den wichtigsten britischen Autoren. Er schrieb zahlreiche wegweisende Werke wie Non-Stop (1958; dt. Die unendliche Reise), seine eigene Future-History unter dem Titel Galaxies Like Grains of Sand (1960; dt. Das Ende aller Tage), Greybeard (1964; dt. Graubart, auch: Aufstand der Alten), Earthworks (1965; dt. Tod im Staub), Barefood in the Head (1969; dt. Barfuß im Kopf) oder die Helliconia-Trilogie (1982-85). Sein Sachbuch Trillion Year Spree (1986; dt. Der Milliarden-Jahre-Traum) gehört zu den wichtigsten und informativsten Sachbüchern über SF. 1998 veröffentlichte er seine Autobiographie unter dem Titel The Twinkling of an Eye (Auszug siehe ALIEN CONTACT 36).
  • Harry Harrison gehört zu den wenigen humoristischen SF-Autoren. Sein Stahlratte-Zyklus sowie der Roman Bill, the Galactic Hero (1965; dt. Bill, der galaktische Held) gehen auf sehr lockere Weise gegen Bürokratie und Militarismus an. Sein wichtigstes Werk ist jedoch die erschreckende Dystopie Make Room! Make Room! (1966; dt. New York 1999).
  • Der bereits 1993 verstorbene Amerikaner Keith Laumer war als Diplomat tätig und schrieb knapp 50 Bücher und unzählige Kurzgeschichten. Besonders beliebt waren seine Retief-Romane über einen galaktischen Diplomaten.
  • Alfred Leman wurde in der DDR vor allem durch seine Bücher Das Gastgeschenk der Transsolaren (1973, mit Hans Taubert), Der unsichtbare Dispatcher (1980) und Schwarze Blumen auf Barnard 3 (1986) bekannt.
  • Katherine MacLeans Werk ist recht schmal, jedoch schrieb sie einige herausragende Stories und gewann für »The Missing Man« (1971) den Nebula Award.
  • Gerhard Matzke veröffentlichte in der DDR die Romane Marsmond Phobos (1967) und Projekt Pluto (1976).
  • W. W. Shols, der bereits 1981 verstarb, wurde vor allem als westdeutscher Leihbuchautor bekannt.
  • Arkadi Strugazki, der ältere der beiden Strugazki-Brüder, verstarb 1991. Die Bedeutung der Werke der Brüder an dieser Stelle zu würdigen, würde den Rahmen der Kolumne sprengen. Die SF-Welt verdankt ihnen so wichtige Werke wie Der ferne Regenbogen (1963), Ein Gott zu sein ist schwer (1964), Picknick am Wegesrand (1972) und Mittag, 22. Jahrhundert (1967).
  • Gore Vidal ist zwar kein typischer SF-Autor, einige seiner Werke sind jedoch der SF zuzurechnen, wie zum Beispiel Messiah (1954; dt. Messias).

Verstorben sind 1925

  • Camille Flammarion (1842 - 1925) schrieb nicht nur einige phantastische Werke, darunter Uranie (1889; dt. Urania) und Stella (1897), sondern gehörte auch zu den wichtigsten französischen Astronomen des 19. Jahrhunderts und publizierte ca. 50 polulärwissenschaftliche Bücher.
  • Sir Henry Rider Haggard (1856 - 1925) ging mit seinen hauptsächlich in Afrika angesiedelten Fantasy-Romanen in die Literaturgeschichte ein. Die bekanntesten seiner zahlreichen Bücher sind King Solomon’s Mines (1885; dt. König Salomons Diamanten), She (1886; dt. Sie), und Allan Quatermain (1887; dt. Allan Quatermain).

Wissenschaft und Technik

  • Werner Heisenberg, Max Born und Pascal Jordan entwickeln die Quantenmechanik.
  • Die deutschen Chemiker Walter Karl Friedrich Noddack und Ida Eva Tacke entdecken das 81. Element Rhenium. Es ist das letzte Element, das stabile Isotope aufweist. Gleichzeitig geben die die Entdeckung von Element 43 bekannt und nennen es Masurium.
  • In den USA setzen christliche Fundamentalisten das Verbot durch, an öffentlichen Schulen die Evolutionstheorie zu lehren.
  • Erstmals werden Tonaufzeichnungen veröffentlicht und der Tonfilm wird vorausgesagt. Kodak führt den 16-mm-Film ein. John Logie Baird entwickelt ein Verfahren, Fernsehbilder zu transportieren.
Siehe auch:
The fantastic Worlds of Science Fiction
Die Definition der Science Fiction
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