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Science Fiction History

Phantastik-Ereignisse 1927

von Hardy Kettlitz & Siegfried Breuer

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Weltgeschichte

  • In der UdSSR wurden Trotzki, Sinowjew und Kamenew auf Betreiben Stalins auf dem 15. Parteitag der KPDSU aus der Partei ausgeschlossen, Stalin war damit faktisch Alleinherrscher.
  • In China bildete sich die Nanking-Regierung des Generals Chiang Kai-shek.
  • Deutschland trat dem Ständigen Internationalen Schiedsgerichtshof in Haag bei.
  • In Albanien wurde der sechsjährige Michael I. als Marionettenkönig eingesetzt.
  • Im Oktober 1927 stieß man im nördlichen Irak auf Ölvorkommen. Später wurde gezielt weitergesucht, und der Nahe Osten wurde schon bald der größte Öllieferant der Welt.
  • Am 20. und 21. Mai 1927 flog Charles Lindbergh in seiner einmotorigen Maschine Spirit of St. Louis von New York nach Paris. Zwar war es nicht die erste Atlantiküberquerung, jedoch der erste Nonstop-Flug eines Piloten (33,5 Stunden).
  • Außerdem wurde 1927 die Arbeitslosenversicherung eingeführt.

Wichtige SF-Ereignisse

  • Das amerikanische Magazin AMAZING STORIES, das im Jahr zuvor gestartet wurde und in dem Hugo Gernsback den Begriff »Science Fiction« prägte, war kommerziell sehr erfolgreich, so dass der Herausgeber parallel das Magazin AMAZING STORIES ANNUAL gründete, aus dem schließlich AMAZING STORIES QUARTERLY hervorging.
  • Allerdings brachte AMAZING STORIES im Jahr 1927 noch hauptsächlich Nachdrucke älterer SF-Romane und Erzählungen von H. G. Wells, Edgar Allan Poe, A. Merritt oder Edgar Rice Burroughs.
  • H. P. Lovecraft, der zuvor hauptsächlich im auf unheimliche Phantastik spezialisierten Magazin WEIRD TALES veröffentlicht hatte, gab mit der denkwürdigen Novelle »The Colour out of Space« im September 1927 sein Debüt in einem SF-Magazin, nämlich in AMAZING STORIES.
  • Außerdem erschien eines der ersten amerikanischen Fanzines, THE RECLUSE, herausgegeben von W. Paul Cook. Es enthielt neben einer Kurzgeschichte von Donald Wandrei und Gedichten von Clark Ashton Smith auch die erste Version des Aufsatzes »Supernatural Horror in Literature« von H. P. Lovecraft.
  • James Branch Cabell veröffentlichte mit Something about Eve einen interessanten Band, der sowohl Versatzstücke der Fantasy- als auch der Science-Fiction-Literatur enthält.

Debüts

  • Miles J. Breuer (1889 - 1947), Schriftsteller und Physiker, war ein typischer Pulpautor. Er debütierte im Januar 1927 mit »The Man with the Strange Head« in AMAZING STORIES und publizierte bis 1942 zahlreiche weitere Erzählungen.
  • Manly Wade Wellman (1903 - 1986) wurde in Angola geboren. Er war einer der Pulp-Vielschreiber, der leider nie etwas wirklich Originelles hervorbrachte. Sein Debüt war »Back to the Beast« in der November-Ausgabe 1927 von WEIRD TALES. In Deutschland erschienen einige seiner Werke als Heftroman.

Personalities

Geburtstage

  • Gerhard Branstner (*1927), heute eher als Poltergeist der kommunistischen Plattform in der PDS bekannt, schrieb einige SF-Erzählungsbände, die er selbst humoristisch findet.
  • John Buscema (1927 - 2002) war ein US-amerikanischer Zeichner, der u. a. Conan, der Barbar und Spider-Man als Comics adaptierte.
  • Martin Caidin (1927 - 1997) war nicht nur Autor, sondern auch Pilot. Seit den frühen 50er Jahren schrieb mehr als 80 Sachbücher, teilweise für Jugendliche, über Raketen, Raumfahrt und Weltraumforschung. 1953 gründete er die American Astronautical Society und schrieb ab 1956 auch einige SF-Romane. Auf seiner Cyborg-Serie basiert die Fernsehserie Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann.
  • Herbert W. Franke (*1927) gehörte lange Zeit zu den wichtigsten deutschen Autoren und Herausgebern und war maßgeblich daran beteiligt, dass Science Fiction in Deutschland als ernsthafte Literatur wahrgenommen wird. Seine meist stark pointierten Kurzgeschichten wurden u. a. in den Bänden Der grüne Komet, Einsteins Erben und Zarathustra kehrt zurück gesammelt. Zu seinen wichtigsten Romanen gehören Der Orchideenkäfig (1961), Zone Null (1970), Ypsilon minus (1976) und Transpluto (1982).
  • Randall Garrett (1927 - 1987) veröffentlichte in den 50er und frühen 60er Jahren zahlreiche Erzählungen in ASTOUNDING. Bekannt wurde er vor allem durch die Zusammenarbeit mit Robert Silverberg an den Romanen The Shrouded Planet (1957, dt. Der verborgene Planet) und The Dawning Light (1958, dt. Nidor erwacht), die unter dem Pseudonym Robert Randall erschienen. Seine bekanntesten Solo-Romane sind die Parallelwelt-Detektiv-Geschichten um Lord Darcy.
  • Daniel Keyes (*1927) begann Anfang der 50er Jahre seine SF-Karriere als Redakteur bei MARVEL SCIENCE FICTION, worin er auch seine erste Story publizierte. Weltruhm erlangte er jedoch durch seine Story »Flowers for Algernon« (1959 in F&SF; dt. »Blumen für Algernon«; Hugo Gernsback Award 1960), die er zum Roman Charly (1966; dt. Charly; Nebula Award 1966) erweiterte. Das Buch wurde 1968 verfilmt und mit einem Oscar für den besten Hauptdarsteller ausgezeichnet. Später publizierte Keyes mehrere hervorragende Romane, die sich mit psychischen Störungen der Protagonisten beschäftigen.
  • Oliver Lange (*1927) wurde durch den Roman Vandenberg (1971, dt. Vandenberg oder Als die Russen Amerika besetzten) bekannt, in dem die Sowjetunion die USA übernehmen will.
  • Sterling E. Lanier (*1927) arbeitete als Redakteur, Herausgeber, Bildhauer, Juwelier und Autor. Seit den frühen 60er Jahren veröffentlichte er einige Geschichten, hauptsächlich in F&SF. Der wichtigste seiner wenigen Romane war Hiero’s Journey (1973, dt. Hieros Reise), der 5000 Jahre nach einem Atomkrieg spielt.
  • Henry Slesar (1927 - 2002) schrieb seit den 50er Jahren hunderte Kurzgeschichten und ist vor allem für seine kurzen, bösen Krimis bekannt und mehrfach ausgezeichnet worden. Allerdings publizierte er auch eine Reihe von Storys in einschlägigen SF-Magazinen und war sogar in Harlan Ellisons berühmter Anthologie Dangerous Visions mit der Geschichte »Ersatz« vertreten.

Verstorben

  • Gaston Leroux (1868 - 1927) gilt neben Jules Verne als eines der Genies der französischen Unterhaltungsliteratur. Er verarbeitete auch phantastische Elemente.

Wissenschaft und Technik

  • Werner Karl Heisenberg (1901 - 1976) entdeckte 1927 die quantenphysikalische Unschärferelation und erhielt dafür 1932 den Physik-Nobelpreis.
  • Albert Abraham Michelson (1852 - 1931) bestimmte durch ein Experiment in den Bergen Kaliforniens die Lichtgeschwindigkeit auf einen Wert von 299.798 Kilometern pro Sekunde. Das sind nur sechs Sekundenkilometer mehr, als heute mit besseren Instrumenten gemessen wird.
  • Der Biologe Hermann Joseph Muller (1890 - 1967) fand heraus, dass durch Röntgen- und radioaktive Strahlen bei Lebewesen Mutationen hervorgerufen werden. Er publizierte zu diesem Thema und kämpfte für einen vorsichtigeren Umgang mit Strahlung. Muller gilt als Begründer der Strahlengenetik.
  • Nach einigen Experimenten mit der Koordination zwischen Bild und Ton hatte am 6. Oktober 1927 der erste Tonfilm Premiere: The Jazz Singer mit Al Jolson in der Hauptrolle.
  • Rudolf Nebel gründete in Breslau den Verein für Raumschiffahrt.
  • Seit 1927 werden alle deutschen Feuerwehren rot lackiert.
Siehe auch:
The fantastic Worlds of Science Fiction
Die Definition der Science Fiction
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